Ausgedruckt am:  22.02.12

spannend, geheimnisvoll, anders ...

Unter dieser Überschrift lädt das Katholische Bibelwerk im Bistum Essen im Frühjahr 2012 zu vier biblischen Samstagen ein. Sie richten sich an Personen, die biblische Texte und Bücher für sich neu entdecken möchten. Genauere Informationen finden Sie auf dem Flyer

 

 

 

 

 

 

Bildimpuls

02. März 2011

Hoch lebe das Wort

„Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig“. Schöner Satz! Wichtiger Satz! Aber auch leicht misszuverstehen. Er wird gar nicht so selten benutzt, um den „Geist“ gegen das „Wort“ auszuspielen, die unmittelbare Erfahrung gegen das tote Bücherwissen, die „Frische“ gegen die „Tro Mehr


Lesetipp

Klaus Wengst,
Das Regierungsprogramm des Himmelreichs. Eine Auslegung der Bergpredigt in ihrem jüdischen Kontext,
Stuttgart 2010

Im Mittelpunkt des Buches steht die Auslegung der Kapitel Matthäus 5-7, der Bergpredigt. Dieser Text ist immer als zentraler Text des neuen Testamentes verstanden worden, der den Kern der Botschaft Jesu von Nazaret enthält – und er ist oft als christlicher Grundsatztext gesehen worden, der bewusst im Kontrast zum Judentum der Zeit Jesu formuliert worden sei.
Der Hauptakzent dieses Buches liegt darauf, den Text nicht im Gegensatz zum Judentum zu lesen und zu interpretieren, sondern zu zeigen, dass der Evangelist bei der Zusammenstellung und Ausformulierung des Textes aus dem Reichtum zeitgenössischer rabbinischer Schriftauslegung geschöpft hat. Die Auslegung der einzelnen Kapitel zeichnet sich dadurch aus, dass eine Reihe paralleler Texte aus der rabbinischen Literatur hinzugezogen werden, die die Bedeutung von einzelnen Begriffen und Aussagen weiter erhellen können und erkennen lassen, dass die Bergpredigt ihrem jüdischen Kontext stark verbunden ist.
Die Einladung, den Text nicht gegen das Judentum zu lesen, sondern sich zu seinem tieferen Verständnis auch vom zeitgenössischen Judentum inspirieren zu lassen, wird am Ende des Buches noch einmal formuliert:
„Wir sind die Nachfahren derer aus den Völkern, die sich von Jesu – jüdischer! – Schülerschaft ins Mitlernen haben ziehen lassen. Wir sind die Nachfahren einer Kirche, in der es – anders als im 1. Jahrhundert – schon lange kein gelebtes Judentum mehr gibt. Wir sind Erben einer Trennungsgeschichte, in der sich die Kirche als ‚wahres Israel’ an Israels Stelle gesetzt hat. Diese Substitution ist als Sünde erkannt und bekannt; es ist wahrgenommen, dass Gott seinem Volk treu bleibt und das Volk seinerseits dem zu entsprechen sucht in der Orientierung an der Tora und ihrer weitergehenden Auslegung. Auf diesem Hintergrund können die Feststellungen des matthäischen Jesus über die unbedingte Geltung der Tora bis ins Kleinste und seine Forderung, auch das in der mündlichen Tora Gebotene zu tun und zu bewahren, als Aufforderung aufgenommen werden, mit Israel zu lernen, im Gespräch mit Jüdinnen und Juden die Tora und ihre Auslegung in Geschichte und Gegenwart wahrzunehmen – nicht um das Judentum zu kopieren, sondern um die Tora, die als Teil des Alten Testaments doch auch für uns kanonisch ist, besser zu verstehen und diesen reichen Schatz möglicher ethischer Urteilsbildung auch zu nutzen .... . Dabei wird es auch darum gehen, das für Israel spezifisch Gebotene zu respektieren und nicht verächtlich zu machen.“ (Wengst, Das Regierungsprogramm …, S. 227/228)
Um auch Nicht-Fachleute zu einer Lektüre des Buches zu gewinnen, verzichtet es auf umfangreiche Anmerkungen. In zwei Anhängen finden sich jedoch die Nachweise zu Zitaten aus der Sekundärliteratur und eine kurze Information zu den antiken Schriftstellern und rabbinischen Schriften, die im Text herangezogen wurden.
Klaus Wengst war bis 2007 Inhaber des Lehrstuhls für Neues Testament und Judentumskunde an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ruhruniversität Bochum.

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Ansprechpartner

Katholisches Bibelwerk im Bistum Essen
Leonie Türnau
leonie.tuernau(at)bistum-essen.de
Tel.: (02 08) 3083-137
Kath. Bildungswerk
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Stichwort: Bibelwerk

Das diözesane Bibelwerk initiert und unterstützt bibelpastorale Arbeit im Bistum Essen. Dies geschieht durch Vernetzung, Informationen, Materialien und Veranstaltungen. Gleichzeitig vertritt sie das Bistum Essen im Katholischen Bibelwerk Deutschland.


Veranstaltungskalender
Donnerstag
23.02.2012
19:30-21:45
Sara und Hagar und Abraham - Die Dynamik einer Dreiecksgeschichte +
Montag
27.02.2012
19:30-21:45
Theologisches Seminar im Karmel: Menschensohn - Gottessohn +
Mittwoch
29.02.2012
10:00-12:15
Droh- oder Frohbotschaft? Die Rede vom Jüngsten Gericht in der Bibel +

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