Ausgedruckt am:  22.05.12

Ausgangssituation

Das allgemeine ästhetische Niveau kirchlicher Kult- und Einrichtungsgegenstände sowie die Einrichtung und Pflege der kirchlichen Räume stellt sich oft als beklagenswert dar. Mit Teppichen und Topfblumen überfrachtete Chorräume, zugestellte Kappellen, Vasa sacra, deren Charakter als Objekt aus einer Massenproduktion zur Bedeutungslosigkeit verblassen und ikonographische Banalisierungen, die dem darzustellenden Inhalt kaum gerecht werden, machen es dem zeitgenössischen Betrachter schwer, hier einen Ausdruck hoher Frömmigkeitskultur zu sehen. Die offensichtliche künstlerische Ghettoisierung der Kirche seit der Säkularisation hat ihre Schatten bis in die Gegenwart geworfen, von mancher rühmlichen Ausnahme einmal abgesehen.

Seit etwa zehn Jahren vollzieht sich im Bistum Essen ein tiefgreifender Umstrukturierungsprozess, bei dem knapp 100 Kirchen einer neuen Bestimmung entgegensehen, die im Extremfall auch den Abriss bedeuten kann. Eine konsequente Inventarisierung ermöglicht einen realistischen Blick auf die vorhandenen Sakralgegenstände im weitesten Sinne, welche aufgrund der Kirchenumnutzungen auch zum Teil ungenutzt bleiben werden.

Die Frage sowohl nach dem ästhetischen Wert dieser Objekte als auch nach ihrer weiteren Verwendung hat einen neuen Blick und ein hohes Verantwortungsbewusstsein entstehen lassen, für den Umgang mit ihnen.

Gleichzeitig sind sich die Verantwortlichen im Bistum Essen darüber im Klaren, dass kirchliches Mäzenatentum und Auftragstätigkeit kein Geschehen vergangener Jahrhunderte ist, sondern auch heute noch eine Verantwortung darin besteht, zeitgenössische sakrale Objekte für den liturgischen Gebraucht auf höchstem künstlerischen Niveau zu fördern.

Auslöser, dieser Aufgabe zukünftig besondere Aufmerksamkeit zu schenken, bildete die Wahl zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010, zu dessen Territorium das Bistum Essen fast zur Gänze zählt.


 

Verantwortliche und ihre Partner

Die federführende Realisierung des Projektes ist in die Hand des Kunstvereins des Bistums Essen gelegt. Partner des Projektes ist das Deutsche Liturgische Institut Trier.


Ansprechpartner

P. Dr. Philipp Reichling OPraem
philipp(at)abtei-hamborn.de
Tel.: 0203/57890-0

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