Lat. tabernaculum = »Hütte, Zelt«; ein kunstvoll gestalteter Schrein(Sakramentshäuschen) zur Aufbewahrung von bei der Messe nicht ausgeteilten konsekrierten Hostien. In der Gestalt des Brotes ist nach kath. Auffassung Christus bleibend gegenwärtig. Die Präsenz Christi wird durch das Ewige Licht angezeigt.

Siehe: Sonntag.

Gebet in der Hl. Messe nach dem Kyrie, das auf das »Thema« der kommenden Lesungen einstimmt.

Im Stundengebt vieler Orden die zu einer einzigen Gebetszeit zusammengefasste Terz, Sext und Non. Siehe auch: Horen.

Lat. talus = »Knöchel«; ein knöchellanges Gewand, das auch ärmellos sein kann. Im Gegensatz zur Soutane, die Klerikern vorbehalten ist, wird der Talar auch von Messdienern und Küstern beim liturgischen Dienst getragen.

Im Neuen Testament Symbolfigur für den Heiligen Geist.

Auch: Taufstein, Taufschale, Taufbrunnen; ein meist künstlerisch gestaltetes Becken aus Stein oder Metall für das Taufwasser. Das Taufbecken ist im Eingangsbereich des Kirchenraums aufgestellt, einige Kirchen verfügen auch über eine Taufkapelle. Ursprünglich wurden Taufbewerber nur in eigenen Taufkirchen (Baptisterium) getauft, in denen sich ein von fließendem (»lebendigen«) Wasser gespeistes Becken befand. Die Täuflinge waren Erwachsene. Sie mussten bei der Taufzeremonie in das Becken steigen und wurden mit Wasser übergossen oder untergetaucht. Die Baptisterien und viele Taufsteine zumindest der Romanik sind achteckig (Acht), um auf den achten Tag hinzuweisen, den Tag der Auferstehung.

Das erste und grundlegende Sakrament, durch das ein Mensch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird. Die Taufe ist Realsymbol für die besondere, unauflösbare Gemeinschaft des Getauften mit Jesus Christus, durch den die Erbsünde ihre Macht über den Täufling verloren hat. Das Taufsakrament wird durch einen Priester oder Diakon gespendet; in Notfällen kann es auch von jedem anderen Menschen gespendet werden (Nottaufe). Bei der Taufe gießt der Taufspender geweihtes Wasser dreimal über den Kopf des Täuflings und spricht die Taufformel: »Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.« Zuvor ist der Täufling nach seinem Glauben gefragt worden. Im Falle der Kindertaufe bekennen die Eltern und Taufpaten ihren Glauben, nachdem sie für das Kind die Taufe erbeten und sich zu ihrer Aufgabe bekannt haben, das Kind im kath. Glauben zu erziehen. Die Taufe gehört neben der Firmung und Erstkommunion zu den sog. Initiationssakramenten (Einführungssakramenten). Ein erwachsener Taufbewerber empfängt alle drei Einführungssakramente in einer einzigen Feier, zumeist in der Osternacht. Zuvor wird er im Katechumenat auf die Taufe vorbereitet.

Verzierte Kerze, die bei der Taufe an der Osterkerze entzündet wird und für das Licht steht, das Christus in das Leben des Getauften bringt.

Ähnlich wie das Brautkleid oder das Kommunionkleid zeichenhafter Ausdruck dafür, dass durch das Sakrament etwas Neues im Leben beginnt (zurückgehend auf Paulus, der Galater 3, 27 schreibt: »Ihr habt Christus als Kleid angelegt.«).

Siehe: Pate.

Siehe: Taufbecken.

Johannes der Täufer lebte in der Wüste. Das Eintauchen in einen Fluss voller Wasser (wie bei der Taufe Jesu im Jordan) ist also ein Zeichen für überfließendes Leben. Zugleich symbolisiert das Wasser die Reinigung von der Macht der Erbsünde.

Lobgesang, benannt nach den Anfangsworten »Te Deum laudamus« (»Dich, Gott, loben wir«). Das Tedeum wird als Dank- und Loblied der Kirche v. a. an Festtagen oder bei Prozessionen, Priesterweihen, Kommunionfeiern und anderen feierlichen Anlässen gesungen.
Der lateinische Text lautet:

Te Deum laudamus. Te Dominum confitemur.
Te aeternum patrem omnis terra veneratur.
Tibi omnes Angeli, tibi caeli et universae
potestates:
Tibi cherubim et seraphim incessabili voce
proclamant:
Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus
Sabaoth.
Pleni sunt caeli et terra maiestatis gloriae
tuae.

Te gloriosus Apostolorum chorus:
Te prophetarum laudabilis numerus:
Te martyrum candidatus laudat exercitus.
Te per orbem terrarum sancta confitetur
Ecclesia:
Patrem immensae maiestatis:
Venerandum tuum verum, et unicum Filium:
Sanctum quoque Paraclitum Spiritum.

Tu Rex gloriae, Christe.
Tu Patris sempiternus es Filius.
Tu ad liberandum suscepturus hominem,
non horruisti Virginis uterum.
Tu devicto mortis aculeo, aperuisti credentibus
regna caelorum.

Tu ad dexteram Dei sedes, in gloria Patris.
Iudex crederis esse venturus.
Te ergo quaesumus, tuis famulis subveni,
quos pretioso sanguine redemisti.
Aeterna fac cum sanctis tuis in gloria numerari.

Salvum fac populum tuum Domine, et benedic
haereditati tuae.
Et rege eos, et extolle illos usque in aeternum.
Per singulos dies, benedicimus te.
Et laudamus nomen tuum in saeculum, et
in saeculum saeculi.
Dignare Domine, die isto sine peccato nos
custodire.

Miserere nostri, Domine, miserere nostri.
Fiat misericordia tua Domine, super nos,
quemadmodum speravimus in te.
In te, Domine, speravi: non confundar in
aeternum.

Der deutsche Text (übersetzt nach Ignaz
Franz, 1771):


1. Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.


2. Alles, was dich preisen kann,
Cherubim und Serafinen
stimmen dir ein Loblied an,
alle Engel, die dir dienen,
rufen dir stets ohne Ruh’:
Heilig, heilig, heilig! zu.


3. Heilig, Herr Gott Zebaoth,
heilig, Herr der Himmelsheere,
starker Helfer in der Not!
Himmel, Erde, Luft und Meere
sind erfüllt von deinem Ruhm;
alles ist dein Eigentum.


4. Der Apostel heil’ger Chor,
der Propheten hehre Menge
schickt zu deinem Thron empor
neue Lob- und Dankgesänge;
der Blutzeugen lichte Schar
lobt und preist dich immerdar.


5. Dich, Gott Vater auf dem Thron,
loben Große, loben Kleine.
Deinem eingeborenen Sohn
singt die heilige Gemeinde,
und sie ehrt den Heil’gen Geist,
der uns seinen Trost erweist.


6.Du, des Vaters ew’ger Sohn,
hast die Menschheit angenommen,
bist vom hohen Himmelsthron
zu uns auf dieWelt gekommen,
hast uns Gottes Gnad’ gebracht,
von der Sünd’ uns frei gemacht.


7. Durch dich steht das Himmelstor
allen, welche glauben, offen.
Du stellst uns dem Vater vor,
wenn wir kindlich auf dich hoffen;
du wirst kommen zum Gericht,
wenn der letzte Tag anbricht.


8.Herr, steh’ deinen Dienern bei,
welche dich in Demut bitten.
Kauftest durch dein Blut uns frei,
hast den Tod für uns gelitten;
nimm uns nach vollbrachtem Lauf
zu dir in den Himmel auf.


9. Sieh dein Volk in Gnaden an,
hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit’ es auf der rechten Bahn,
dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.


10. Alle Tage wollen wir
dich und deinen Namen preisen
und zu allen Zeiten dir
Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett’ aus Sünden, rett’ aus Tod,
sei uns gnädig, Herre Gott.


11. Herr, erbarm, erbarme dich;
auf uns komme, Herr, dein Segen;
leit’ und schütz’ uns väterlich,
bleib’ bei uns auf allen Wegen!
Auf dich hoffen wir allein;
lass uns nicht verloren sein.

Siehe: Ritterorden.

Lat. temporalis = »zeitlich«; Bez. für den weltlichen (zeitlichen) Besitz der Kirche.

Vorschlagsliste des Papstes mit drei Bischofskandidaten, aus denen ein Domkapitel, das nach dem Preußen-Konkordat gebildet ist, einen Bischof wählen kann. Bischofswahl.

Von lat. tertius = »der Dritte«, auch: Terziar; Bez. für Mitglieder eines Dritten Ordens. Weibliche Mitglieder heißen Tertiarinnen (Terziarinnen).

Lat. »dritte Zeit«; letzte Phase in der Ausbildung von Jesuiten vor der Ablegung der Profess.

Abk. TOR; Regulierter Dritter Orden der Franziskaner.

Siehe: Horen. Siehe: Stundengebet.

Siehe: JHWH.

Griech. diábolos = »Durcheinanderwerfer, Verwirrer«; Bez. für das personifizierte Böse, nach kirchl. Überlieferung ein gefallener Engel, der den Menschen zum Bösen verführt, jedoch gegenüber Gott keine Macht hat. Siehe auch: Satan, siehe auch: Hölle.

Griech. theós = »Gott« und »logós« = »Wort«: »Rede von Gott, Lehre von Gott«; Bez. für die Wissenschaft vom Glauben. Die Theologie reflektiert methodisch die Grundlagen des Glaubens, seine Entwicklung und seine praktische Konsequenzen (und ist nicht mit der von außen beobachtenden und beschreibenden Religionswissenschaft zu verwechseln). Die christliche Theologie kennt folgende Disziplinen:
1. Biblische Theologie (Exegese des Alten und des Neuen Testaments);
2. Historische Theologie: Patristik (Wissenschaft von den Schriften und Lehren der Kirchenväter), Alte, Mittlere und Neuere Kirchengeschichte;
3. Systematische Theologie: Fundamentaltheologie (Frage nach den Voraussetzungen und der Vernünftigkeit des Glaubens); Dogmatik (wissenschaftliche Darstellung der Glaubenslehre), Moraltheologie (was aus dem Glauben für das Leben folgt);
4. Praktische Theologie: Pastoraltheologie, Kirchenrecht, Liturgiewissenschaft, Religionspädagogik, Christliche Gesellschaftslehre.
Im Rahmen des Bologna-Prozesses, d.h. der Angleichung der europäischen Studienordnungen, wird auch das Theologiestudium einer Neustrukturierung unterzogen. Das Theologiestudium ist Voraussetzung für das Priester- und Diakonenamt und für Religionslehrer.

Von der Katholischen Akademie Domschule Würzburg veranstalteter Studiengang mit Lehrbriefen, Studientagen und Prüfungen.

Griech. »Gottesgebärerin«; Titel der Gottesmutter Maria seit dem 4./5. Jh. und Auslöser der Marienverehrung. Der Titel entstand im Nachgang der theologischen Auseinandersetzung mit den Arianern, die Jesus als »wesensähnlich«, aber nicht als wesensidentisch mit Gott (»eines Wesens mit dem Vater«) ansahen. Der Titel Gottesgebärerin bzw. Gottesmutter, Maria zugeschrieben auf dem Konzil von Ephesus im Jahr 431, ist ursprünglich also eine Aussage über Jesus: nämlich dass er als Gottes Sohn geboren wurde.

Abk. für Töchter vom Herzen Mariä, kath. Frauenorden.

Siehe: Scholastik.

Kirchenlat. = »Weihrauchfass«.

Kirchenlat. thuribulum = »Weihrauchfass« und lat. ferre = »tragen«; Bez. für den Messdiener, der beim Gottesdienst das Weihrauchfass trägt.

Auch: Papstkrone; hohe, kegelförmige Kopfbedeckung, die der Papst früher bei feierlichen nichtliturgischen Anlässen trug. Seit 1315 war die Tiara mit drei Kronreifen geschmückt, ähnlich der Mitra am hinteren Ende mit zwei Bändern ausgestattet, und seit dem 16. Jh. hatte sie auf der Spitze einen Knauf mit Kreuz. Sie symbolisierte die dreifache Gewalt des Papstes: »Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden«. Zuletzt wurde Papst Paul VI. (1963–1978) damit gekrönt. 1964 legte er diese Krone symbolisch ab und übergab den Erlös aus dem Verkauf den Armen der Welt. Seitdem verzichten auch seine Nachfolger auf die Tiara. Sie befindet sich heute in der Kathedrale von Washington.

Jedem Kardinal wird bei seiner Erhebung in den Kardinalsstand eine Titelkirche in Rom zugewiesen, an der er pro forma Pfarrer oder Diakon ist. Auf diese Weise kommt auch symbolisch die Bindung der Kardinäle an die Kirche von Rom zum Ausdruck, zugleich wird daran erinnert, dass die Päpste urspr. vom Klerus der Stadt Rom gewählt wurden. Für die eigentliche Seelsorge an den Titelkirchen bleiben die örtlichen Pfarrer verantwortlich.

Bez. für Bischöfe oder Erzbischöfe, die keiner Diözese vorstehen, sondern auf den Titel einer ehemaligen, nicht mehr bestehenden Diözese ( i.p.i.) ernannt und geweiht sind. Zu den Titularbischöfen gehören alle Kardinäle, die kein Bistum leiten, alle Weihbischöfe und i. d.R. die päpstlichen Diplomaten (Nuntius). Auch hohe Beamte in der Kurie werden häufig zu Titularbischöfen ernannt. Siehe auch: Weihbischof.

Ein faktisch nicht mehr bestehendes Bistum, das jedoch einen eigenen Bischof (Titularbischof) hat. Zum größten Teil sind diese Bistümer durch die Ausbreitung des Islam in Nordafrika, Kleinasien und Vorderasien und nach der Trennung zwischen Ostkirche (Orthodoxe Kirchen) und der römischen Westkirche untergegangen. Bis heute werden Weihbischöfe oder wichtige Würdenträger der röm.- kath. Kirche zu Titularbischöfen dieser nicht mehr bestehenden Bistümer (i.p.i.) ernannt.

Abk. DDL; Siehe auch: Daughters of Divine Love.

Lat. Filiae Sanctae Crucis, Abk. FCr; kath. Frauenorden, 1833 in Lüttich (Belgien) gegründet. Die Gemeinschaft zählt weltweit rund 1.000 Schwestern. In Deutschland sind sie u. a. in der Alten- und Krankenpflege, in Kindergärten und in der Behindertenarbeit tätig und arbeiten in der Gemeindeseelsorge mit.

Franz. Filles du Coeur de Marie, Abk. FCM und THM; kath. Frauenorden, 1790 von Adelaide de Cicé (* 1749, †1818) und dem Jesuiten-Pater Joseph de Clorivière (* 1735, †1820) gegründet. Die Ordensgemeinschaft sollte nicht hinter Klostermauern, sondern mitten in der Welt leben und die Sorgen und Nöte der Menschen teilen. Die Schwestern leben heute allein oder in kleinen Gemeinschaften und widmen sich weltweit v. a. sozial-karitativen Aufgaben (z.B. Hilfe für Straßenkinder, Flüchtlinge, Aidskranke, Gesundheitshilfen für die Armen).

Eine bes. schwere Sünde, bei der bewusst ein Gebot Gottes übertreten und eine grundsätzliche Abkehr von Gott vollzogen wird. Theologie und Pastoral sind heute bei der Verwendung des Begriffs sehr zurückhaltend. Siehe auch: Pönitentiar.

Abk. für Tertius Ordo Regularis S. Francisci, Regulierter Dritter Orden der Franziskaner, kath. Männerorden.

Lat. »ganz dein«; Name einer 1994 gegr. Gemeinschaft in der kath. Kirche, die sich das Ziel gesetzt hat, Menschen das Evangelium zu verkünden (Evangelisation) und so den Glauben an Jesus Christus zu wecken oder zu vertiefen. Mit dem Namen »Totus Tuus« – der Wahlspruch von Papst Johannes Paul II. (1978–2005) – bringen die Mitglieder ihre vollkommene Hingabe an Jesus durch die Gottesmutter Maria zum Ausdruck. Die Gemeinschaft kennt verschiedene Formen der Zugehörigkeit. Den Kern bilden die Mitglieder des Evangelisationsteams und des Familienkreises. Weitere Zweige sind der Freundeskreis und die TT-Jugend. Die Gemeinschaft bietet Wallfahrten, Kinder- und Jugendfreizeiten sowie Gemeindemissionen an und engagiert sich in der Firmlings- und Jugendarbeit. Nach eigenen Angaben zählt sie deutschlandweit mehr als 350 Mitglieder.

Siehe: Requiem.

Tradition (lat. »Weitergabe«) ist nicht das Bewahren von Asche, sondern das Lebendigerhalten von Glut. Zur Tradition des Glaubens (Depositum fidei) gehört nach kath. Auffassung die Heilige Schrift, die gelebte Lehre der Apostel, die Dokumente der Kirchenväter und der ökumenischen Konzilien. Sie interpretieren sich wechselseitig (»Traditionsprinzip«) und bilden den Verstehenshintergrund, der von jeder Generation neu auf das Christsein in ihrer jeweiligen Zeit angewandt und umgesetzt werden muss (Aggiornamento). Der Katechismus der Katholischen Kirche von 1992 ist laut Papst Johannes Paul II. die »Darlegung des Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt oder erleuchtet wird« (Fidei depositum, Nr. 4).

In der kath. Kirche Bez. für Gruppen, die die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen, u. a. die Reform der Liturgie, die Religionsfreiheit und die Ökumene. Die bekannteste Gruppe ist die von dem 1988 exkommunizierten Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X.

Ein bei Fronleichnamsprozessionen von vier Personen getragener Baldachin über dem Allerheiligsten; ein Hoheitszeichen, das ansonsten nur bei Monarchen verwendet wurde und wird. Siehe auch: Fronleichnam.

Lat. translatio = »Übertragung«
1. von Reliquien: Gottesdienst wurde ursprünglich über den Gräbern der Martyrer und Bekenner gefeiert. Es war tabu, die Leiber der Heiligen zu zerteilen. Notwendig wurde dies aber, als die Kirche expandierte und sich in Gegenden ausweitete, wo es keine originären Heiligengräber gab. Man schuf künstliche Heiligengräber in den neuen Altären, indem man Teile der Heiligenleiber (Reliquien) in diese Altäre einfügte. Sowohl für die Überführung selbst als auch für den literarischen Bericht darüber und die Wunder, die sich dabei ereignet habe, hat sich der Begriff der Translatio(n) eingebürgert. Siehe auch: Altar.
2. von Bischöfen: Die Versetzung eines Bischofs von einem Bistum in ein anderes.

Lat. etwa »Wesensverwandlung«; in der kath. Theologie Bez. für die wirkliche Gegenwart Jesu Christi (Realpräsenz) in den verwandelten Substanzen von Brot und Wein bei der Eucharistiefeier. Die Gestalt von Brot und Wein bleibt, doch ihr Wesen verwandelt sich. Sie sind die Form der Anwesenheit Christi. Luther spricht dagegen von Konsubstantiation, d.h. der sakramentalen Einheit von Leib und Blut Christi mit Brot und Wein während der Abendmahlsfeier. Die Transsubstantiationslehre wurde vom IV. Laterankonzil 1215 als Erklärungsmodell für die Realpräsenz formuliert und vom Konzil von Trient im 16. Jh. bestätigt.

Spätlat. transcendere = »überschreiten«; das jenseits der möglichen Erfahrung Liegende, das Jenseitige, Übersinnliche, dem Reich Gottes Zugeordnete, im Gegensatz zur Immanenz als dem sinnlich erfahrbaren und wahrnehmbaren Bereich.

Lat. Ordo Cisterciensium Strictioris Observantiae, Abk. OCSO, Orden der Zisterzienser von der strengen Observanz, bekannt auch als Ordo Cisterciensium Reformatorum, Abk. OCR, Orden der reformierten Zisterzienser; Ordensgemeinschaft (Männer- und Frauenorden) auf der Grundlage der Benediktusregel. Bei der 1664 von Abt Armand Jean Le Bouthillier de Rancé (* 1626, †1700) im französischen Zisterzienser-Kloster La Trappe (daher »Trappisten«) gegr. Ordensgemeinschaft handelt es sich um einen Reformzweig der Zisterzienser. Sein Anliegen war es, die Ideale des frühen Mönchtums wieder aufzugreifen. Die Regel dieses erst seit 1902 selbständigen Ordens ist geprägt durch Kontemplation, strenge Askese (Fleischverzicht, Fasten, Schweigen) und körperliche Arbeit. Der Orden zählt weltweit 101 Männerklöster mit etwa 3.000 Mönchen. Ordenstracht: weißes Gewand und schwarzer Überwurf mit Kapuze und weißem Gürtel. Der weibliche Ordenszweig entwickelte sich seit 1796. Die Trappistinnen zählen weltweit rund 1.800 Ordensschwestern in 70 Frauenklöstern.

Bez. für den Akt (auch: Ritus) der Eheschließung. Die Eheleute spenden einander das Sakrament der Ehe selbst. Der Priester oder Diakon assistiert; er bezeugt das Eheversprechen, bestätigt den Ehebund im Namen Gottes und der Kirche und segnet die Eheleute.

Die Feier der Hl. Messe (in lat. Sprache), wie sie nach dem Konzil von Trient (Tridentinum) für die kath. Kirche vorgeschrieben war. Mit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde dieser Messritus schrittweise ersetzt. Seitdem werden Gottesdienste in der jeweiligen Landessprache gefeiert. 2007 ließ Papst Benedikt XVI. die lat. Messfeier nach dem Messbuch von 1962 als außerordentliche Form (forma extraordinaria) unter bestimmten Bedingungen wieder zu.

Bez. für das Konzil von Trient (1545–1563). Das nach kath. Zählung 19. ökumenische Konzil (s. Übersicht der Konzilien im Anhang) setzte die erforderliche Kirchenreform um und grenzte sich dabei scharf von den theologischen Positionen der Reformation ab. Insbesondere beschäftigte sich das Konzil mit der Rechtfertigung, dem Priesteramt, dem Wesen der Eucharistie (Transsubstantiation), den Sakramenten, der Beziehung zwischen Bibel und kirchl. Tradition. Außerdem reformierte es die Ausbildung des Priesternachwuchses, verschärfte die Visitationspflicht (Visitation) der Bischöfe und forderte sie zu regelmäßigen Diözesansynoden auf, erließ ein Bücherverbot (Index) und erklärte die Vulgata zur einzig verbindlichen Bibelübersetzung. Daneben wurden diverse Missstände verboten. Mit dem Tridentinum kam die Katholische Reform zum Höhepunkt; zugleich wurde die von der Reformation ausgegangene Kirchenspaltung (Schisma) festgeschrieben.

Lat. »drei Tage«; drei Tage dauernde kirchl. Feiern zu besonderen Anlässen, z.B. Ostertriduum (triduum paschale) an Karfreitag, Karsamstag und Ostern zur Feier von Tod, Grabesruhe und Auferstehung (siehe auch: Karwoche,Ostern). Ein Triduum als drei feierliche Gottesdienste in drei verschiedenen römischen Kirchen wird auch nach einer Selig- und Heiligsprechung gefeiert. Einen achttägigen Festnachklang (Oktav) gibt es seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil nur noch zu Ostern und Weihnachten.

Lat. tres = »drei« und foris = »draußen, offen«; in romanischen und bes. gotischen Kirchen der schmale Laufgang unter den Fenstern des Chors, der sich in Bogenstellungen zum Kirchenschiff (Mittel- und Querschiff) und zum Chorraum öffnet. In Wallfahrtskirchen diente dieser Laufgang früher auch als Schlafplatz für die Pilger.

Lat. trinitas von tres = »drei« und unitas = »Einheit«; von Tertullian (* um 150; † um 230) eingeführter Begriff, der dieWesenseinheit des christlichen Gottes in den drei göttlichen Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist bezeichnet. Siehe auch: Dreifaltigkeit.

Lat. trinitas von tres = »drei« und unitas = »Einheit«; von Tertullian (* um 150; † um 230) Lat. Bez. (Trinität) für den Dreifaltigkeitssonntag.

Dreiflügeliger Altar bzw. dreiteiliges Altarbild (siehe auch: Flügelaltar).

Siehe: Kardinaltugenden.

1. Freistehender steinerner Sarkophag, kastenförmiger Aufbau meist mit einer Deckplatte und Liegefigur, jedoch ohne Leichnam. Die Grablege befindet sich i.d.R. nicht in der Tumba, sondern darunter.
2. In der Liturgie bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts der hölzerne Nachbau eines Sarkophags, der in der Kirche während eines Requiems aufgestellt wurde.

Liturgisches Obergewand des Subdiakons; hat sich im Laufe der Zeit der Dalmatika angepasst.

Bez. für ein Leinentuch (4, 36 m lang, 1, 10 m breit), das als Negativ ein Ganzkörper- Bildnis der Vorder- und der Rückseite eines Mannes zeigt, der Spuren einer Geißelung, Krönung mit Dornen, Annagelung und Brustöffnung aufweist. Weil dieses Tuch im Dom von Turin aufbewahrt wird, wird es das Turiner Grabtuch genannt. Die Herkunft des Tuches lässt sich bis in das 14. Jh. zurückverfolgen. Es wird von vielen Christen als Reliquie verehrt, weil sie es für das Leichentuch Christi halten. Ein (naturwissenschaftlicher) Beweis für diese These ist bisher nicht erbracht.

Bogenfeld über einer Tür, meist über dem Haupteingang einer Kathedrale, das mit aus Stein gehauenen Darstellungen verziert ist.

Quelle: Katholisch A bis Z | Manfred Becker-Huberti, Ulrich Lota | Herder Verlag

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