Der Radiosender des Heiligen Stuhls. Sein Programm wird weltweit ausgestrahlt, mit dem Auftrag, über die Tätigkeiten des Vatikans und der röm.-kath. Kirche zu berichten, das Leben der Katholiken in aller Welt widerzuspiegeln und die Lehre der kath. Kirche zu verbreiten. Der 1931 von Papst Pius XI. gegr. Sender besteht aus 35 Sprachredaktionen, die in 47 Sprachen senden. Der deutschsprachige Dienst von Radio Vatikan ist täglich auf der Mittelwelle (1530 kHz) und via Internet (http://www.radiovaticana.org), aber auch über den digitalen Satelliten zu empfangen. Der Sender, der auch als »die Stimme des Papstes und der Weltkirche« bezeichnet wird, untersteht dem Staatssekretariat des Heiligen Stuhls. Die Leitung ist den Jesuiten übertragen worden.

Hebr. rapha’el = »Gott heilt (die Seele)«; Bez. für einen der Erzengel neben Michael, Gabriel und Uriel. Im Buch Tobit des Alten Testaments ist Raphael der Name des Engels, der Tobias auf seiner Reise begleitet und der Tobias’ Vater Tobit heilt.

Ein Schultergewand, das über dem Priestergewand (Kasel) getragen wird und als Zeichen der Verbundenheit vom Papst an ausgewählte Bischöfe verliehen wurde. Dieses Ehrenzeichen wird von den Erzbischöfen von Paderborn bis in die Gegenwart angelegt. Bischof Bernhard I. erhielt es im Jahre 1133 von Papst Innozenz II. (1130–1143) wegen seiner besonderen Treue zum römischen Stuhl. Das Rationale wird seitdem an alle Paderborner Bischöfe weitergegeben.

Siehe: Chormantel.

Anfang des 20. Jh. entstand der Brauch, der wartenden Bevölkerung durch aufsteigende Rauchschwaden zu signalisieren, ob eine Papstwahl (Konklave) erfolgreich war oder nicht. Bei erfolgreicher Wahl wurden die Stimmzettel mit trockenem Stroh verbrannt. Der weiße Rauch, der aus dem Rauchfang der Sixtinischen Kapelle aufstieg, kündete allen die frohe Botschaft: »Habemus papam«. Blieb die Wahl erfolglos, wurden die Zettel mit nassem Stroh verbrannt: Der Rauch war schwarz. Heute hilft man sich mit chemischen Mitteln, um die jeweilige Farbe zu erzeugen.

Bez. für die wirkliche Gegenwart Jesu Christi im Abendmahl bzw. der Eucharistie. Die Realpräsenz wird von den Konfessionen unterschiedlich verstanden; die kath. Theologie spricht von Wandlung bzw. Transsubstantiation. Luther spricht dagegen von Konsubstantiaton, d.h. der sakramentalen Einheit von Leib und Blut Christi mit Brot und Wein während der Abendmahlsfeier. Für Lutheraner endet die Realpräsenz mit der Abendmahlsfeier; Katholiken glauben an die bleibende Gegenwart Christi in der Gestalt des gewandelten Brots, das deshalb als Allerheiligstes im Tabernakel verwahrt wird.

Zeichen, in dem das Bezeichnete selbst anwesend ist und sich ereignet; z.B. ist der Kuss ein Realsymbol für die Liebe, die Absolution ein Realsymbol für die Sündenvergebung.

Die Lehre von der Rechtfertigung war für die Reformation von zentraler Bedeutung und blieb lange Zeit Streitpunkt zwischen den Konfessionen. Die »Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre«, die am 31. Oktober 1999 in Augsburg zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche vereinbart wurde, ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Überwindung der Kirchenspaltung. Die Theologie fragt mit »Rechtfertigung« oder »Rechtfertigungslehre« nach dem Zentrum des Glaubens: Wie kann der sündige Mensch vor Gott gerecht werden und das Heil erlangen? Wie kann sich der Mensch aus seinen ausweglosen Verlorenheiten lösen und zu einem versöhnten und befreiten Leben finden? »Rechtfertigung« ist in der Bibel einer der Begriffe für dieses Ziel; die Heilige Schrift gebraucht dafür jedoch auch noch andere Worte wie »Befreiung zur Freiheit« (Gal 5, 1–6), »Frieden mit Gott« (Röm 5, 1), »neue Schöpfung« (2 Kor 5, 17) und »Heiligung in Christus Jesus« (1 Kor 1, 2). Die Antwort des Glaubens ist, dass der Mensch sich nicht selbst retten, sondern dass nur Gott allein im Geschenk des Glaubens ihn befreien und versöhnen kann. Nur durch die Gerechtigkeit Gottes gibt es eine Rechtfertigung des Menschen. In dem Wort »Rechtfertigung« sind drei besondere Akzente gesetzt: Es geht 1. um die alleinige Initiative Gottes und nicht um das eigene Tun; 2. ist Gottes Zuwendung an keine Voraussetzung gebunden, sie ist bedingungslos und reine Gnade; 3. kann der Mensch diese neue Gerechtigkeit allein im Glauben empfangen. Mit dieser Formel haben die Theologen wieder eine grundsätzliche Einigung im Verständnis der Rechtfertigung erzielt.

Lat. recolligere = »wieder sammeln, wieder gewinnen«; geistliche Einkehr- bzw. Besinnungstage.

Kirchenrektor; ein Priester, dem die Obhut für eine Kirche übertragen worden ist, die weder Pfarr- noch Kapitelskirche ist noch zu einer Ordensniederlassung gehört.

Lat. Congregatio Sanctissimi Redemptoris, Abk. CSsR, Gemeinschaft vom heiligsten Erlöser (lat. redemptor = »Erlöser«); 1732 vom hl. Alfons Maria von Liguori in Italien gegr. Priester- und Brüderkongregation mit Sitz des Generaloberen in Rom, die sich der Seelsorge und Mission widmet.

Siehe: Neokatechumenaler Weg.

Lat. Congregatio Sanctissimi Redemptoris, Abk. CSsR, Gemeinschaft vom heiligsten Erlöser (lat. redemptor = »Erlöser«); 1732 vom hl. Alfons Maria von Liguori in Italien gegr. Priester- und Brüderkongregation mit Sitz des Generaloberen in Rom, die sich der Seelsorge und Mission widmet.

Lat. Ordo Sanctissimi Redemptoris, Abk. OSsR; der weibliche, kontemplativ ausgerichtete Ordenszweig der Redemptoristen. Die bereits 1732 in Italien gegr. Ordensgemeinschaft ist weltweit mit Niederlassungen verbreitet.

Lat. refectio = »Erfrischung, Erholung« (wörtlich: »Wiederherstellung«); der Speisesaal in einem Kloster.

Lat. reformatio = »Umgestaltung, Erneuerung«; Bez. für die zu Beginn des 16. Jh. von Martin Luther (* 1483, †1546) und anderen Theologen (Philipp Melanchthon, Wittenberg; Huldrych Zwingli, Zürich; Johannes Calvin, Genf) begründete Reformbewegung, die letztlich zur Spaltung der Kirche führte. In England bildete sich zur gleichen Zeit, aber aus anderen Gründen die anglikanische Kirche aus. Zwar verstand und versteht sich die kath. Kirche als »ecclesia semper reformanda« (stets reformbedürftige Kirche), die Kritik der Reformatoren richtete sich aber grundlegend gegen das zeitgenössische Verständnis von Rechtfertigung, die Amtsführung der Päpste, die Verweltlichung und mangelnde theologische Bildung der Priester und Ordensleute und die Finanzpraktiken der Kirche, insbes. den Ablasshandel (Ablass). Angestrebt wurde von den Reformern eine geistliche Erneuerung und eine Kirche, die sich stärker auf das Evangelium beruft. Als Beginn der Reformation gilt der Tag der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen über den Ablass am 31. Oktober 1517. Unterstützt durch verschiedene Reichsfürsten, die dadurch zugleich den Kaiser schwächen konnten, formierte sich der Protestantismus als neue christliche Konfession. Seither gibt es Katholiken und Protestanten (die gegen die Beschlüsse des Reichstages von Speyer 1529 protestierten). Die Protestanten nennen sich auch evangelische Christen, da sie sich auf das Evangelium berufen.

Lat. »der Herrschende«; auch: Regent; der Leiter eines Priesterseminars. Er wird vom Bischof in dieses Amt berufen und muss selbst Priester sein.

Siehe: Regens.

Lat. »Himmelskönigin«; ein mit diesen Worten beginnendes Gebet, das zwischen Ostersonntag und Pfingsten anstelle des Angelus Domini (Engel des Herrn) gebetet wird.
Der lateinische Text lautet:

Regina caeli, laetare, alleluia quia quem meruisti portare, alleluia, resurrexit, sicut dixit, alleluia. ora pro nobis Deum, alleluia. Gaude et laetare, Virgo Maria, alleluia, quia surrexit Dominus vere, alleluia. Oremus. Deus, qui per resurrectionem Filii tui Domini nostri Iesu Christi mundum laetificare dignatus es: praesta, quaesumus, ut per eius Genetricem Virginem Mariam perpetuae capiamus gaudia vitae. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen.

Auf Deutsch:
Freu dich, du Himmelskönigin, Halleluja. Den du zu tragen würdig warst, Halleluja, er ist auferstanden, wie er gesagt hat, Halleluja. Bitt Gott für uns, Maria, Halleluja. Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Halleluja, denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja. Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Bei Bistümern, die nach Regionen gegliedert sind (wie Aachen, Münster und Trier), der Priester, der einer solchen Region vorsteht. Siehe auch: Stadtdechant.

Bez. für die Festkalender einzelner Sprachgebiete, die den römischen Generalkalender (der die Gedenktage der Heiligen festlegt) ergänzen und variieren. Der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet wird wiederum ergänzt durch die verschiedenen Diözesankalender.

Lat. »Herrschaft Christi«; internationale kath. Laienbewegung, die eng mit der Ordensgemeinschaft Legionäre Christi verbunden ist und mit dieser zahlreiche soziale Einrichtungen und Bildungsinstitute betreibt. Die 1959 von Marcial Maciel begründete Bewegung hilft beim Aufbau von Schulen, Familienzentren und bietet Glaubenskurse und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche an. Regnum Christi zählt nach eigenen Angaben weltweit 70.000 Mitglieder.

Als Regularkanoniker werden Mitglieder einer Stiftsgemeinschaft bezeichnet, die nach einer Ordensregel (zumeist der Augustinus-Regel) leben und die Ordensgelübde abgelegt haben. Sie unterscheiden sich von den sog. Säkularkanonikern, die ebenfalls Chorherren sind, aber keine Gelübde abgelegt haben. Regularkanoniker sind u. a. die verschiedenen Kongregationen der Augustiner-Chorherren und die Prämonstratenser.

Das zwischen Nazi-Deutschland und dem Vatikan 1933 geschlossene Reichskonkordat (Konkordat) regelt die wechselseitigen Rechte und Pflichten des Deutschen Reiches und der kath. Kirche im Reichsgebiet. Dieses Vertragswerk war in der Zeit der Weimarer Republik ausgehandelt worden und bereits reif zur Unterzeichnung. Dazu kam es aber nicht mehr. Nach dem Machtwechsel in Deutschland brachten die neuen Machthaber die Sache zum Abschluss. Am 20. Juli wurde das Reichskonkordat im Vatikan feierlich von Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII. (1939–1958), und Vizereichskanzler Franz von Papen unterzeichnet, die Ratifizierung durch das Deutsche Reich erfolgte am 10. September 1933. Aus dem Blickwinkel des Vatikans war es der Versuch, die Rechte der kath. Kirche unter den neuen politischen Verhältnissen zu sichern. Den Nationalsozialisten dagegen war daran gelegen, durch diesen Vertragsabschluss international salonfähig zu werden. Das Konkordat regelt u. a. die Freiheit des Bekenntnisses und der öffentlichen Ausübung des kath. Glaubens, den Fortbestand des Bayerischen Konkordats von 1924, des Preußischen Konkordats von 1929 und des Badischen Konkordats von 1932, den Schutz der Geistlichen, den Schutz des Beichtgeheimnisses, den Schutz der Kleidung der Geistlichen, die Errichtung der Kirchengemeinden und anderer Kirchenorganisationen als Körperschaften des öffentlichen Rechts, das Recht der Kirchen auf Erhebung von Kirchensteuern, die Garantie der kath.-theologischen Fakultäten und die Beibehaltung des kath. Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach. 1957 hat das Bundesverfassungsgericht die fortdauernde Gültigkeit für die Bundesrepublik Deutschland festgestellt. Siehe auch: Preußen-Konkordat.

Lat. recreatio = »Neuerschaffung«; Bez. für die gemeinsam verbrachte kurze Erholungszeit in einer Kommunität, etwa nach einer Mahlzeit.

Der vom Bischof eingesetzte geistliche Vorsteher einer »Quasipfarrei« (can. 516), die aufgrund besonderer Umstände noch nicht als Pfarrei errichtet ist.

Der Religionsbegriff ist unscharf und schwer abgrenzbar. Religion kann sowohl die Rückbindung (lat. religio) und Hinordnung zu Gott, die Begegnung mit dem Transzendenten als auch die richtige Beobachtung des Kultes bedeuten. Aus religiösen Überzeugungen entsteht ein System von Handlungsrichtlinien und Glaubensvorstellungen, die das menschliche Leben ordnen sollen. Die großen Weltreligionen sind der Buddhismus, der Hinduismus, der Islam, das Judentum und das Christentum. Zu den Weltreligionen gehören auch die Stammes- und Naturreligionen.

Lehrer(in) mit dem Schulfach Katholische oder Evangelische Religionslehre. Religionslehrer sind in allen Schultypen vertreten, denn der Religionsunterricht ist nach Art. 7 des Grundgesetzes ordentliches Lehrfach und zugleich »res mixta« (»vermischte Sache«, weil Staat und Kirche für den Religionsunterricht zuständig sind). Durchführung und Finanzierung des Religionsunterrichts sind in Deutschland Aufgabe des Staates. Die Inhalte des (konfessionellen Religionsunterrichts bestimmen jeweils die Kirchen. Kath. Religionslehrer benötigen für die Erteilung des Religionsunterrichtes (staatlicherseits) die Fakultas (Nachweis der erworbenen wissenschaftlichen Qualifikation und religionspädagogischer Kenntnisse) und (kirchlicherseits) die Missio canonica, d.h. den Sendungsauftrag des Bischofs. Im Bereich der evangelischen Kirchen nennt man die kirchl. Beauftragung »Vokation«. Die Würzburger Synode hat sich ausführlich mit dem Religionsunterricht und den Anforderungen an die Religionslehrer auseinandergesetzt.

Abk. RSCJ; Siehe auch: Sacré-Coeur-Schwestern.

Sammelbegriff für Angehörige von Orden und Säkularinstituten.

Abk. RGS; Siehe auch: Schwestern vom Guten Hirten.

Behältnis, oft kostbar verziert, zur Aufbewahrung und Ausstellung von Reliquien.

Abgeleitet von lat. relinquere = »zurücklassen«: wörtlich »Überbleibsel«; körperliche Überreste von Martyrern oder anderen Heiligen bzw. Gegenstände, die mit ihnen in Berührung (daher: Berührungsreliquie) gekommen sind oder die mit dem irdischen Leben Christi in Verbindung gebracht werden. Zur besonderen Verehrung werden Reliquien in kostbaren Behältnissen aufbewahrt (siehe auch: Reliquar).

Plastische halbfigurige oder brusthohe Darstellung eines Heiligen, die aus Holz, Stein o.Ä. gearbeitet ist. Im Inneren der Büste sind Reliquien des oder der Heiligen geborgen.

Siehe: Gedächtnis.

Franz., nach ital. rinascimento = »Wiedergeburt «; Kunstepoche, die um 1420 in Italien einsetzt und dadurch gekennzeichnet ist, dass sie die Kultur der griech. und röm. Antike wieder aufleben lässt. Um 1600 geht die Renaissance in die Epoche des Barock über.

Verwalter des Vermögens einer Kirchengemeinde oder eines Gemeindeverbands.

Die für die Verwaltung der Finanzen eingerichtete Stelle einer Pfarrgemeinde (Pfarrei) oder eines Gemeindeverbands.

Lat. »du wirst erneuern«; das Hilfswerk Renovabis ist eine Solidaritätsaktion der dt. Katholiken für die Menschen in Ost-, Mittel- und Südosteuropa. Das 1993 auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken von den dt. Bischöfen gegr. Hilfswerk unterstützt Projekte zur Erneuerung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens und will darauf hinwirken, »dass Menschen in Ost und West voneinander lernen, miteinander glauben und so eine vertrauensvolle Nachbarschaft entsteht«. Die Solidaritätsaktion findet jährlich am Pfingstfest statt. Seit seiner Errichtung hat Renovabis nach eigenen Angaben mehr als 15.000 soziale und religiöse Projekte mit einem Gesamtvolumen über 420 Mio. Euro gefördert.

Lat. requies = »Ruhe«;
1. lat. Bez. für eine Totenmesse (Messe) im Rahmen der Begräbnisliturgie (Exsequien), benannt nach dem Eingangsvers »Requiem aeternam dona eis, Domine« (»Herr, gib ihnen die ewige Ruhe«); immer häufiger werden Totenmessen heute als Auferstehungsfeiern begangen.
2. Musikalische Komposition für eine Totenmesse. Siehe auch: Pontifikalrequiem.

Lat. »Er (sie) ruhe in Frieden«, Abk. R.I.P.; häufig auf Grabsteinen oder in Todesanzeigen zu finden. Die Textvorlage stammt aus der Liturgie.

Lat. »von den neuen Dingen«.Name der am 15. Mai 1891 von Papst Leo XIII. veröffentlichten, richtungweisenden Enzyklika, die als »Mutter aller Sozialenzykliken« gilt und diesen Papst als den »Arbeiterpapst« in die Geschichte eingehen ließ. Leo XIII. verfasste insges. 86 Enzykliken. In den »neuen Dingen«, den neuen Verhältnissen und Entwicklungen oder – wie es in der dt. Übersetzung von »Rerum novarum« heißt – in dem »Geist der Neuerung« erkannte er eine ideologische Gefahr für Gesellschaft und Staat. Deshalb suchte er einen unabhängigen Weg jenseits von Liberalismus und Sozialismus aufzuzeigen. Vor allem verwarf er die sozialistische Eigentumslehre. Dennoch wird die Mitwirkung des Staates an der Lösung der sozialen Probleme für notwendig gehalten. Diese »Magna Charta« für die sozialen Probleme ist die Basis der Katholischen Soziallehre. Im ersten Teil der Enzyklika spricht sich der Papst gegen die sozialistische Theorie der damaligen Zeit als Lösung aller gesellschaftlichen Missstände aus. Im zweiten  Hauptteil nimmt er zur Lösung der Arbeiterfrage Stellung. Bei den Aufgaben des Staates spricht sich der Papst für eine staatliche Sozialpolitik und damit gegen den Liberalismus aus. Aus dem Scheitern des »freie[n] Spiel[s] der Kräfte« (Adam Smith) zieht Papst Leo XIII. die Konsequenz, dass der Staat durch Einzelpflichten wie eine dem Gemeinwohl entsprechende Gesetzgebung, Schutz des Privateigentums, Unterbindung von Streik, Schutz der Menschenwürde und Sonntagsruhe, Überwachung der Arbeitsverhältnisse– bes. für Frauen und Kinder–, Lohngerechtigkeit, Schutz des Geistes der Arbeiter und Förderung von Frieden und Ordnung, seiner Funktion, »das Gemeinwohl zu hüten und zu fördern«, gerecht werden muss, ohne dabei jedoch den Ursprung in Gott und die Handlungsfreiheit des Einzelnen zu missachten. In der Folge erschienen weitere Sozialenzykliken. So veröffentlichte Papst Pius XI. im Jahr 1931, am vierzigsten Jahrestag von »Rerum novarum«, seine Enzyklika »Quadragesimo anno«, im Jahr 1961 folgte Papst Johannes XIII. mit »Mater et magistra«; den hundertsten Jahrestag 1991 nahm Papst Johannes Paul II. zum Anlass, seine Enzyklika »Centesimus annus« zu veröffentlichen.

Lat. »vermischte Sache«; Bez. für den schulischen konfessionellen Religionsunterricht, der sowohl staatlicher als auch kirchlicher Aufsicht untersteht. Siehe auch: Religionslehrer(in).

Siehe: Ordinarius.

Lat. = Antwortgesang.

Frz. »Rückzug«; Einkehr- oder Besinnungstage, auch Exerzitien.

Abk. für Religious of the Good Shepherd, Schwestern vom Guten Hirten, kath. Frauenorden.

Nüchterne Einsicht in eigenes schuldhaftes Verhalten mit dem Willen zur Besserung (nicht zu verwechseln mit krankhaften Schuldgefühlen); Voraussetzung für den Empfang des Bußsakraments. Siehe auch: Absolution. Siehe auch: Beichte.

(Abk. RM); Name einer in Bonn erscheinenden überregionalen Wochenzeitung mit einem konservativ-christlichen Profil. Die erste Ausgabe erschien am 15. März 1946 in Koblenz. Dort hatte bereits der kath. Publizist Joseph Görres (* 1776, † 1848) von 1814 bis 1816 eine politische Zeitung unter gleichem Namen herausgegeben. Gesellschafter der »Verlagsgruppe Rheinischer Merkur GmbH« sind mehrere deutsche Bistümer und die Deutsche Bischofskonferenz. 1979 ging die evangelische Wochenzeitung »Christ und Welt« im Rheinischen Merkur auf, die sich heute als Ressort (mit je einem katholischen und einem evangelischen Teil) innerhalb der Zeitung wiederfindet.

Abk. für lat. Requiescat in pace (»Er [sie] ruhe in Frieden«); häufig auf Grabsteinen oder in Todesanzeigen zu finden. Die Textvorlage stammt aus der Liturgie.

Zumeist aus den Kreuzzügen hervorgegangene Ordensgemeinschaften, die es sich zur Aufgabe machten, die Pilger im Heiligen Land zu schützen und Kranke und Verwundete zu pflegen. Zu den urspr. Ritterorden gehören:
1. der Templerorden (Arme Ritter Christi und des Tempels von Salomon zu Jerusalem), gegr. 1118 oder 1119, aufgelöst 1312;
2. der Christus-Orden, ein 1317 gegr. portugiesischer Ritterorden, der in Portugal die Nachfolge der Templer antrat;
3. der Orden von Montjoie, ein spanischer Ritterorden, benannt nach einem Berg vor den Toren Jerusalems, der nach den Zisterzienserregeln lebte, bei dem der karitative Zweck im Vordergrund stand und der bald im Templerorden aufging;
4. der Malteserorden; gegr. etwa 1070 als Spitalbruderschaft, seit etwa 1120 als Ritterorden im Einsatz;
5. der Johanniterorden, die protestantische Abspaltung des Malteserordens;
6. der Deutsche Orden, gegr. 1190 als Krankenpflegeorden, ab 1198 geistlicher Ritterorden. Durch Eroberungen, Erbschaften und Schenkungen gehörten die Ritterorden zu den reichsten Organisationen ihrer Zeit.

Siehe: Orden vom Heiligen Grab.

Das Rituale Romanum enthält die Regeln und liturgischen Riten für die Spendung der Sakramente. Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil enthielt das Rituale Romanum auch das Benedictionale.

Lat. »religiöser Brauch«, Plural: Riten; Bez. für den genauen Ablauf liturgischer Feiern und der dabei gebrauchten Texte sowie vollzogenen Gesten und Handlungen.

Chorhemd, knielanges, häufig spitzenbesetztes weißes Übergewand, das Geistliche als Teil der Chorkleidung tragen. Der Priester trägt Soutane, Rochett und Stola bei allen nichteucharistischen Gottesdiensten (z.B. bei Andachten oder Prozessionen). Messdiener tragen zumeist Talar und Rochett.

Franz. rocaille = »Muschelwerk«; Dekorationsstil in der Endphase des Barock (ca. 1730–1780).

Die Romanik oder romanische Kunst stellt den ersten eigenständigen Kunststil des christlichen Abendlandes dar. Sie entsteht im frühen 11. Jh. und breitet sich von germanisch geprägten Ländern aus. Kennzeichnend ist v. a. der Rundbogen, der den Kirchenbau deutlich bestimmt. Auf die Epoche der Romanik folgt die Gotik.

Siehe: Kollar.

Siehe: Kurie.

Die Bez. »römisch-katholisch« bezieht sich auf den Katholizismus des römischen (also westlichen bzw. lateinischen) Ritus. Griechisch-katholische Christen haben ihren eigenen Ritus, auch dann, wenn sie mit Rom uniert sind, also den Primat des Papstes anerkennen.

Siehe: Generalkalender.

Bez. für die frühmorgendlichen Messfeiern im Advent. Der Name bezieht sich auf den Eröffnungsvers »Rorate caeli, desuper, et nubes pluant justum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem« (»Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor«).

Siehe: Steyler Anbetungsschwestern.

Eine aus Perlen zusammengesetzte Kette, die in einem Kreuz endet. Der Name für diese »Gebetsschnur« verweist auf die Gottesmutter Maria, deren Symbol die Rose ist. Mit Rosenkranz ist aber v. a. das zugehörige betrachtende Wiederholungsgebet zu Ehren Marias gemeint. Jeder Gebetsabschnitt (»Gesätz«, von »Satz«) beginnt mit einem Vaterunser, darauf folgt zehnmal das »Gegrüßet seist du, Maria« (Ave Maria), jeweils mit einem eingefügten Satz, der ein Ereignis aus dem Leben Jesu oder Marias in Erinnerung ruft (»Geheimnis« genannt, im Sinn von »Glaubensgeheimnis«). Bei dem Gebet hält der Beter die Gebetsschnur, den Rosenkranz, in den Händen. Jeder Perle ist ein Gebet zugeordnet. Das Rosenkranzgebet entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Marienanrufungen. Adolph von Essen, der um das Jahr 1398 in das Kartäuserkloster St. Alban in Trier (Kartäuser) eingetreten war, ist Urheber des ersten schriftlichen Zeugnisses, das das wiederholende Beten des Ave Maria unter Betrachtung der Geburt und des Lebens Jesu empfahl. Sein Mitbruder Dominikus von Preußen, der das neue Gebet von Adolph kennen gelernt hatte, entwickelte es weiter. Die von ihm vorgeschlagenen 50 Einzelthemen wurden schließlich in die heute übliche Form von dreimal fünf »Geheimnissen« zusammengefasst. Den entscheidenden Durchbruch der Rosenkranzfrömmigkeit für die ganze Kirche bildete der Sieg der christlichen Flotte über die Türken in der Schlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571. Dieser Sieg wurde wesentlich dem Rosenkranzgebet zugeschrieben. Der Oktober gilt als Rosenkranzmonat. Papst Johannes Paul II. hat 2004 dem »schmerzhaften«, dem »freudenreichen« und dem »glorreichen« Rosenkranz noch den »lichtreichen« mit fünf weiteren Geheimnissen hinzugefügt.

Auch: Römische Rota; der Gerichtshof des Heiligen Stuhls, der im 13. Jh. gegründet wurde und für eine einheitliche Rechtsprechung in der Kirche sorgen soll. In erster Instanz ist die Rota Romana für Streitsachen von Bischöfen, Äbten und Diözesen zuständig und für Fälle, die der Papst dem Gericht zuweist. Als Berufungsinstanz stellt sie die Gültigkeit kirchl. Eheschließungen oder die Nichtigkeit einer Weihe fest.

Abk. für Religiosa Sanctissimi Cordis Jesu, Sacré-Coeur-Schwestern, Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu, kath. Frauenorden.

Volkstümliche Bez. für den Bischof von Essen im Ruhrgebiet. Siehe auch: Ruhrbistum.

Volkstümliche Bez. für das 1958 gegr. Bistum Essen, das sich weitgehend mit dem Ruhrgebiet deckt und seinen Namen von dem Fluss Ruhr hat.

Quelle: Katholisch A bis Z | Manfred Becker-Huberti, Ulrich Lota | Herder Verlag

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