Kleiner, meist sehr schlanker Turm auf dem Dach des Chores oder der Vierung, in dem eine oder mehrere kleine Glocken hängen.

Liturgisches Obergewand, bes. des Diakons.

Siehe: Lichtmess.

Engl. = »Töchter der göttlichen Liebe«, Abk. DDL, kath. Frauenorden, 1969 in Nigeria gegründet. Die Schwestern arbeiten u. a. in Krankenhäusern, Einrichtungen für körperlich und geistig behinderte Menschen, als Lehrerinnen und übernehmen Aufgaben in der Seelsorge. Ihre Ordenstracht besteht aus einem blauen Kleid mit weißem Kragen und blauem Schleier.

Abk. für Deutsche Bischofskonferenz.

Abk. für Daughters of Divine Love, Töchter der göttlichen Liebe, kath. Frauenorden.

Dechant oder auch Dekan heißt seit dem 9. Jh. der geistliche Vorsteher eines Dekanats, eines geschlossenen Bezirks, der urspr. rund zehn (lat. decem) Pfarreien umfasste. Der Dechant ist Bindeglied zwischen dem Bischof und den entsprechenden Pfarreien und garantiert die pastorale Zusammenarbeit. In vielen dt. Bistümern wählen die Pfarrer eines Dekanats den Dechanten für eine bestimmte Zeit aus ihrer Mitte. Die Wahl wird vom Bischof bestätigt.

Lat. »Verteidiger des (Ehe-)Bandes«; ein Anwalt im Rahmen des kirchlichen Eheprozesses(»Ehebandverteidiger«), der nicht die Prozessbeteiligten vertritt, sondern die Interessen der bestehenden Ehe.

Priesterlicher Berater und Helfer, v. a. zuständig für die Vermögensverwaltung. In einem Dekanat ist er der Vertreter des Dechanten. In vielen Ordensgemeinschaften Bez. für Ordensmitglieder, die eine bestimmte Entscheidungskompetenz haben.

* 1858 in Straßburg als Sohn einer der ältesten Adelsfamilien Frankreichs. Er führte während seiner Schulzeit ein ausschweifendes Leben und verlor den Glauben an Gott. Die Begegnung mit dem Islam und gläubigen Muslimen während seines Militärdienstes in Nordafrika und auf einer späteren Forschungsreise durch Marokko weckte in ihm erneut die Frage nach der Existenz Gottes. Er fand zum Glauben zurück,studierte Theologie und verbrachte einige Jahre in einem Trappisten-Kloster. Nach seiner Priesterweihe 1901 in Paris ging er zunächst ins algerische Béni Abbès, um eine Einsiedelei zu errichten, später nach Tamanrasset, um zwischen dem muslimischen Stamm der Tuareg und den Franzosen zu vermitteln. Statt zu missionieren, ging es ihm um ein Leben »nicht für, sondern mit den Menschen«. Charles de Foucauld, der sich inzwischen »Kleiner Bruder Karl von Jesus« nannte, wurde 1916 überfallen und erschossen. 2005 sprach ihn Papst Benedikt XVI. selig. Zur »geistlichen Familie« Charles de Foucaulds gehören heute zahlreiche Gemeinschaften, u. a. die Kleinen Schwestern Jesu, die Priestergemeinschaft Jesus Caritas, die Gemeinschaft Charles de Foucaulds und die Frauengemeinschaft Charles de Foucauld.

Siehe: Herz-Jesu-Priester.

Griech. deka = »zehn« und logos = »Wort«; die Zehn Gebote.

Siehe: Dechant.

Lat. decem = »zehn«; Zusammenschluss von mehreren benachbarten Pfarrgemeinden (früher zehn, daher der Name) zu einem Unterbezirk der Diözese. Jedes Bistum ist in mehrere Dekanate aufgeteilt. Die Leitung obliegt dem Dechanten.

Auch: Apostolischer Delegat; lat. delegatus= »Gesandter«; Bez. für einen Vertreter des  Heiligen Stuhls, der keinen diplomatischen Status hat und nur den Kontakt zu kirchl. Personen und Institutionen pflegt. Siehe auch: Legat, siehe auch: Nuntius.

Lat. »das Hinterlegte des Glaubens«; die Gesamtheit der Glaubensinhalte, wie sie aus der Hl. Schrift und aus der Tradition der Apostel der Kirche anvertraut ist; die Fülle des Glaubensgutes, der Glaubensschatz der Kirche. Der Katechismus der Katholischen Kirche von 1992 ist laut Papst Johannes Paul II. die »Darlegung des Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt oder erleuchtet wird« (Fidei depositum, Nr. 4).

Bez. für das fünfte Buch der Bibel (5. Buch Mose).

Abk. DBK, Sitz in Bonn; Zusammenschluss der Bischöfe der Diözesen in Deutschland zum Studium und zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zur gegenseitigen Beratung, zur notwendigen Koordinierung der kirchlichen Arbeit und zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Pflege der Verbindung zu anderen Bischofskonferenzen. Mitglieder sind die (Erz-)Bischöfe der 27 dt. (Erz-)Bistümer, die Weihbischöfe unter 75 Jahren sowie die Koadjutoren und Diözesanadministratoren. Oberste Instanz ist die zweimal jährlich tagende Vollversammlung. Das Frühjahrstreffen findet an wechselnden Orten statt, die Vollversammlung im Herbst stets in Fulda (im Dom zu Fulda befindet sich das Grab des heiligen Bonifatius, der als »Apostel der Deutschen« verehrt wird).Weitere Organe der Konferenz sind der Vorsitzende, der von der Vollversammlung für sechs Jahre gewählt wird, der Ständige Rat, in dem jede Diözese durch den Bischof mit Sitz und Stimme vertreten ist, und die Bischöflichen Kommissionen (zzt. bestehen 14 Kommissionen). Das Sekretariat steht unter Leitung des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz. Bischofskonferenz, Verband der Diözesen Deutschlands.

Abk. DJK; kath. Sportverband in Deutschland, dem rund 600.000 Mitglieder, v. a. Jugendliche und junge Erwachsene, in 1.200 Vereinen angehören. Sitz des Verbands ist Düsseldorf. Die DJK wurde 1920 von Prälat Carl Mosterts in Würzburg gegründet, um der »deutschen Jugend Kraft« zu mehren. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde die DJK verboten und aufgelöst. 1947 erfolgte die Wiedergründung durch Ludwig Wolker und die Eingliederung in den Deutschen Sportbund (DSB).

Abk. DPSG; mit rund 100.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen der größte kath. Pfadfinderverband in Deutschland. Die allg. Pfadfinderbewegung geht auf Lord Robert Baden-Powell und sein Konzept »Scouting for Boys« zurück (1907/08). Die DPSG wurde 1929 in Altenberg gegründet, 1933 von den Nationalsozialisten verboten und konnte erst 1945 ihre Arbeit mit neuen Gruppen auf örtlicher Ebene fortsetzen. Sie ist in Diözesanverbänden und rund 1.500 sog. Stämmen vor Ort organisiert und versteht sich nach eigenen Angaben als »Erziehungsverband«, in dem die Mitglieder lernen sollen,
»aufrichtig und engagiert ihr Leben und ihr Umfeld zu gestalten«. Mitglied werden können Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und 21 Jahren.

Größter Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland, 1897 als Zusammenfassung der kath.Wohlfahrtspflege von Lorenz Werthmann mit Sitz in Freiburg gegründet. Der deutsche Caritasverband gliedert sich in Diözesan-, Dekanats-, Bezirks-, Kreis- und Orts-Caritasverbände.
Hinzu kommen weitere karitative Fachverbände und -vereinigungen (z.B. der Sozialdienst katholischer Frauen).
Siehe auch: Caritas.


Auch: Ordo Teutonicus, Deutschherren, Deutschritterorden, Abk. OT; 1190 während des dritten Kreuzzugs zunächst als Hospitalbruderschaft vor der Hafenstadt Akko im Heiligen Land gegründet. 1198 folgte die Umwandlung in einen geistlichen Ritterorden, in dem es Ritterpriester, Brüder und später auch Schwestern gab. Sie waren straff organisiert. Mit Ländereien und Besitztümern wurden dieDeutschordensritter für ihre Leistungen in den Kreuzzügen belohnt. Nach der Zeit der Kreuzzüge richtete der Deutsche Orden sein Interesse auf die Christianisierung des Ostens und konnte teilweise Ordensstaaten gründen. Eine bekannte Ordensburg war die Marienburg in Westpreußen. Der Deutsche Orden bestand über 600 Jahre, bis er 1809 von Napoleon verboten wurde, was seine faktische Auflösung bedeutete. 1834 wurde der Orden, der nur noch in Österreich weiter bestand, durch Kaiser Franz I. als kath. Adelsgemeinschaft wiederbelebt und erhielt 1929 durch Papst Pius XI. seine heutige Gestalt. Der Papst wandelte den nach dem Ersten Weltkrieg allein weiterbestehenden priesterlichen Zweig des Deutschen Ordens in ein klerikales Ordensinstitut päpstlichen Rechts um, das seitdem vollständig  »Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Marien in Jerusalem« heißt. In Deutschland ist der Orden seit 1945 wieder tätig, v. a. in der Seelsorge und als Träger sozialkaritativer Einrichtungen. Ordenszeichen ist ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Das Motto lautet: »Helfen, Wehren, Heilen «. Sitz des Ordens, dem etwa 1.000 Mitglieder (davon 100 Priester, 200 Schwestern und 700 Familiare) angehören, ist Wien.

Abk. DLI; Arbeits- und Forschungsstelle der Deutschen Bischofskonferenz zur Förderung des Gottesdienstes; zu den Aufgaben gehört die Redaktion der liturgischen Bücher; Sitz in Trier.

Lat. »neue Frömmigkeit«; eine der vielen frommen Reformversuche vor der Reformation. Sie verstand sich als »dritter Weg« zwischen dem Stand der Laien und dem der Kleriker bzw. Ordensangehörigen. Magister Geert Groote und der gleichfalls universitär gebildete Florens Radewijns gründeten um 1374 in Deventer ein Haus der Fraterherren oder Brüder vom gemeinsamen Leben, dem bald ein Schwesternhaus und die Klerikerkongregation der Augustiner-Chorherren von Windesheim bei Zwolle folgten. Die Gemeinschaften verstanden sich als Abbild der urkirchlichen Apostelgemeinde und standen in Opposition zu unsittlichen und verweltlichten Klerikern. Als Groote an der Pest starb, überlebte seine Grundidee: freiwillige Armut und »vita ambidextera« – ein »Leben des Sowohl-als-auch«, d.h. sowohl Gott schauen als auch dem Nächsten helfen. Die Devoten lebten Innerlichkeit, Gelassenheit und praktische Arbeit. Bis um die Mitte des 15. Jh. entstanden in Nord und Ostdeutschland fast 100 Niederlassungen. Da die Gemeinschaften in Territorien angesiedelt waren, die allesamt die Reformation annahmen, erlosch die Bewegung im 16. Jh. fast vollständig. 1809 wurde in Frenswegen die letzte Niederlassung aufgelöst.
In sehr bescheidenem Umfang erfolgte im 20. Jh. sowohl eine katholische als auch eine evangelisch-lutherische Wiederbelebung. Siehe auch: Begarden, siehe auch: Beginen.

Sammelbegriff für Andachtsgegenstände aller Art.

Griech. »Diener«; die kath. Kirche unterscheidet zwischen dem Diakon als Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe und als eigenständiges Amt, das auch verheirateten Männern ab dem 35. Lebensjahr offensteht. Das Amt des Ständigen Diakons kann haupt- oder nebenamtlich ausgeübt werden. Diakone werden durch den Bischof geweiht. Damit überträgt er ihnen die Vollmacht zu predigen, die Taufe und die hl. Kommunion zu spenden und kirchl. Begräbnisse vorzunehmen, nicht aber die Messe zu feiern oder die Beichte zu hören. Hauptaufgabe des Diakons ist die Unterstützung der Pfarrer in der Gemeindeseelsorge und Gemeindecaritas. In feierlichen Gottesdiensten assistiert der Diakon dem Priester.

Das Amt des Diakons.

Griech. diakonía = »Dienst«; bezeichnet alle Aspekte des Dienstes am Menschen, wovon die Caritas nur einen Teil abbildet. Die Diakonia ist mit der Liturgia (Liturgie) und der Martyria eines der drei Wesensmerkmale der Kirche.

Griech. diasporá = »Zerstreuung«; Bez. für eine religiöse oder konfessionelle Minderheit bzw. für das von ihr bewohnte Gebiet.

Siehe: Steyler Missionare.

Siehe: Steyler Anbetungsschwestern, siehe: Steyler Missionare.

Engl. »Handmaids of the Holy Child Jesus«, Abk. HHCJ; die 1931 gegr. Gemeinschaft ist der erste einheimische Frauenorden in Nigeria (Afrika). Die Schwestern sind in der ärztlichen Versorgung und Krankenpflege tätig, engagieren sich in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit, setzen sich für Randgruppen ein und bieten geistliche Begleitung und Exerzitien an. Das Mutterhaus des in Afrika, Europa und Amerika verbreiteten Ordens ist in Calabar (Nigeria).

Lat. dignitas = »Würde«; Bez. einer besonderen Vorrangstellung in einem Domkapitel. Erster Dignitär (»Würdenträger«) ist der Dompropst, der dem Kapitel vorsteht. Es folgt der Domdechant, der für die Seelsorge zuständig ist.

Eine Zentralbehörde der römischen Kurie (Kirchenverwaltung). Zur Kurie gehören das Staatssekretariat, die neun Kongregationen, die elf Päpstlichen Räte, die drei Gerichtshöfe, außerdem die Apostolische Kammer und die Präfektur für wirtschaftliche Angelegenheiten des Apostolischen Stuhls. Alle diese Behörden, vergleichbar mit Ministerien, werden Dikasterien genannt.

Lat. administrare = »verwalten«; der vom Domkapitel, in Einzelfällen auch vom Papst beauftragte Übergangsleiter einer Diözese, wenn der Bischöfliche Stuhl durch Tod, Rücktrittsannahme oder Versetzung des Diözesanbischofs unbesetzt (vakant) ist. Das Amt des Diözesanadministrators endet mit der Amtseinführung des neuen Diözesanbischofs. Siehe auch: Administrator.

Lat. episcopus ordinarius, Inhaber der obersten Hirtengewalt einer (Erz-)Diözese; Bez. für einen Bischof (Ordinarius), der eine Diözese (Bistum) leitet.


Neben dem römischen Generalkalender und den Regionalkalendern für die einzelnen Sprachgebiete haben auch die einzelnen Diözesen eigene Kalender, in denen die Fest- und Gedenktage der Diözese festgehalten sind, die nur hier und nicht in anderen Bistümern begangen werden.

Gemeinsames Gremium von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Laien mit der Aufgabe, den Bischof in pastoralen Fragen zu beraten.

Oberstes Laiengremium in einer Diözese. Der Diözesanrat vertritt die kath. Frauen und Männer einer Diözese und ist der Zusammenschluss von Vertreter(inne)n der Katholikenausschüsse der Stadt- und Kreisdekanate und der kath. Jugend- und Erwachsenenverbände. Seine Aufgabe ist es, das Apostolat der Laien zu fördern, Anliegen der Katholiken in Kirche und Gesellschaft öffentlich zu vertreten, zu Fragen des öffentlichen und kirchlichen Lebens Stellung zu nehmen und den Bischof und die Bistumsverwaltung in diesen Fragen zu beraten. Vertreter(innen) des Diözesanrats werden in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) entsandt.

Siehe: Sprengel.

Siehe: Kirchensteuerrat.

Gremium innerhalb der Bistumsverwaltung, das bei der Vermögensverwaltung mitwirkt und teils beratende, teils beschließende Funktion hat. Mitglieder werden vom Bischof berufen, den Vorsitz hat der Generalvikar.

Griech. dioíkesis = »Verwaltung[sbezirk]«; der Zuständigkeitsbereich eines Bischofs (Siehe auch: Bistum).

Zusammenklappbares zweiflügeliges Altarbild. Siehe auch: Flügelaltar.

Bez. für den liturgischen Jahreskalender eines Bistums.

Lat. »Erlass, Befreiung«; im kath. Kirchenrecht die Befreiung von einer kirchl. Vorschrift, z.B. bei einem Ehehindernis. Die Vollmacht, Dispens zu erteilen, liegt im Allgemeinen beim Bischof und wird in dessen Namen vom jeweiligen Kirchengericht (Offizialat) wahrgenommen. In manchen kirchl. Fragen kommt nur dem Heiligen Stuhl Dispensgewalt zu.

Abk. für Deutsche Jugendkraft.

Abk. für Deutsches Liturgisches Institut.

Griech. dógma = »Meinung, Lehrsatz«; eine für alle kath. Christen verbindliche Glaubenslehre, die in der Bibel oder in der Tradition der Kirche enthalten ist und vom Lehramt der Kirche als von Gott offenbarter Glaubenssatz vorgelegt wird. Zu den bekannten Dogmen gehört das Dogma von der  Unfehlbarkeit des Papstes (Erstes Vatikanisches Konzil) und von der Aufnahme Marias in den Himmel (Papst Pius XII. im Jahre 1950). Siehe auch: ex cathedra.

Lat. domus domini = »Haus des Herrn«; Bez. für eine Bischofskirche, auch Kathedrale genannt, weil in ihr die Kathedra (Lehrstuhl) des Bischofs steht. Nicht synonym wird der Begriff Münster gebraucht, der urspr. die Kirche eines Klosters oder Stifts bezeichnet. Nur wenn eine Klosterkirche zur Bischofskirche geworden ist (z.B. Freiburger Münster), ist sie auch Dom oder Kathedrale. Das trifft für die wenigsten Kirchen zu, die man Münster nennt.

Werkstättengebäude für die Steinmetze (und andere Handwerker) an einer Kathedrale, aber auch das Institut, das für den Bau und die Erhaltung einer Kathedrale verantwortlich ist.

Vereinigung von Privatpersonen, die den Bau oder Erhalt einer Kathedrale freiwillig fördern.

Dignität innerhalb des Domkapitels. Der Domdechant (auch: Domdekan) ist für die Seelsorge im Kapitel und die Liturgie in der Domkirche verantwortlich.

Auch: Domkapitular; Mitglied des Domkapitels.

Lat. Ordo [Fratrum] Praedicatorum, Abk. OP, »Predigerorden«; Ordensgemeinschaft, die 1216 vom hl. Dominikus (* 1170, † 1221), einem Spanier, mit dem Ziel gegründet wurde, die Irrlehren der damaligen Zeit durch Predigten zu bekämpfen. Hauptaufgabe ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Theologie als Voraussetzung für die Predigt. Die Dominikaner sind nach den Franziskanern der zweite Bettelorden. Ihre berühmtesten Gelehrten waren Albertus Magnus (* um 1200, † 1280) und Thomas von Aquin (* um 1225, † 1274). Ordenstracht: weißer Habit mit weißer Kapuze und einem schwarzen Mantel.

Siehe auch: Dominikaner. Zu ihrer Ordenstracht gehört ein weißes Gewand mit schwarzem Mantel und Schleier.


Liturgischer Gruß (lat.): »Der Herr sei mit euch.« Antwort: »Et cum spiritu tuo« – »Und mit deinem Geiste«.

Kollegium von Priestern, das den Bischof in der Leitung und Verwaltung des Bistums unterstützt (»Konsultorenkollegium«). Das Domkapitel ist »Erbherr« des Bistums, an das bei jeder Sedisvakanz die Leitung des Bistums fällt. Als selbständige Körperschaft mit eigenen Rechten ist es für die Verwaltung des Dombesitzes verantwortlich und hat für die Gestaltung der Liturgie in der Kathedralkirche Sorge zu tragen. Nach dem Amtsverzicht oder Tod eines Bischofs ist es Aufgabe des Domkapitels, den Diözesanadministrator zu wählen und dem Papst eine Liste von Kandidaten für das Bischofsamt vorzulegen. In den Diözesen, in denen nach wie vor das Preußen-Konkordat von 1929 Gültigkeit hat, besitzt das Domkapitel zudem ein Wahlrecht bei der Neubesetzung des Bischofsstuhls. Die Zahl der Mitglieder eines Domkapitels hängt von der Größe des Bistums ab. Die Domkapitel bestehen aus einer Dignität oder mehreren, dem Dompropst, dem Domdechanten sowie mehreren residierenden und nicht residierenden Domkapitularen; Letztere haben jedoch nur bei der Bischofswahl Sitz und Stimme im Kapitel. Außerdem gehören ihm  Domvikare an, die an den Entscheidungen des Kapitels nicht mitwirken.

Auch: Domherr oder Kanonikus; Mitglied des Domkapitels.

Das Amt des Dompräbendars oder Domvikars. Er ist zum liturgischen Dienst und zur Seelsorge am Dom verpflichtet und arbeitet als Mitarbeiter des Domkapitels.

Lat. praepositus = »Vorgesetzter«; steht dem Domkapitel vor und leitet dessen Sitzungen. Siehe auch: Dignität.

Sammlung kostbarer Gewänder, Kelche, Monstranzen, Bücher und Reliquiare i.d.R. in einem Diözesanmuseum.

Name des von Papst Johannes Paul II. (1978–2005) errichteten Gästehauses, in dem die Kardinäle während des Konklaves untergebracht sind. Es liegt innerhalb des Vatikans, etwa 200 Meter von der Sixtinischen Kapelle entfernt.

Auch: Kirchenschweizer; Bez. für den heute meist ehrenamtl. wahrgenommenen Ordnungsdienst in Kathedralkirchen, der dafür Sorge trägt, dass die Besucher die Würde des Gotteshauses achten. Der Domschweizer trägt während seines Dienstes ein besonderes Gewand (z.B. einen roten, bodenlangen Mantel mit einer schwarzen Kopfbedeckung wie im Kölner Dom) oder eine Uniform (z.B. Gehrock, Dreispitz mit weißer Feder und Hellebarde wie im Mainzer Dom) und begleitet die Bischöfe und das Domkapitel zu Beginn und zum Schluss von Gottesdiensten. Der Begriff »Schweizer« wurde von dem alten Gattungsbegriff für Söldner abgeleitet, die häufig aus der Schweiz stammten und sich im Ausland als Soldaten oder Wachpersonal ihren Lebensunterhalt verdienten (Siehe auch: Schweizergarde des Papstes).

Priester am Dom, der nach den jeweils geltenden Regeln Aufgaben der  Domherren (Domkapitulare) in Seelsorge und Verwaltung übernehmen kann. Siehe auch: Vikar.

Lat. »Geschenk des Lebens«; Name eines 1999 von katholischen Laien gegründeten bürgerlichen Vereins, dessen Ziel die Förderung des Schutzes des ungeborenen Lebens ist. Anlass für die Gründung von donum vitae war der Ausstieg der deutschen Bischöfe aus dem gesetzlichen System der Schwangerenkonfliktberatung in der Bundesrepublik Deutschland. Im Gegensatz zu den Beratungsstellen der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) stellt donum vitae den vom Gesetzgeber geforderten Beratungsschein aus, der die Möglichkeit einer straffreien Abtreibung eröffnet. Papst Johannes Paul II. (1978–2005) hatte zuvor die Ausstellung der Bescheinigung einer Schwangerenkonfliktberatung ausdrücklich untersagt. Er glaubte, dass die Mitwirkung der Kirche im gesetzlichen System der Schwangerenkonfliktberatung das Zeugnis der Kirche gegen Abtreibung verdunkele. Donum vitae unterhält nach eigenen Angaben bundesweit rund 190 Beratungsstellen, die 2008 von über 43.000 schwangeren und in Not geratenen Frauen aufgesucht wurden.

Zwei übereinander liegende, durch eine mittlere Öffnung miteinander verbundene Kapellen.

Lat. »Schlafgemach«; Bez. für den gemeinschaftlichen Schlafsaal in einem Kloster.

Lat. dorsum = »Rücken«; Rückwand eines Chorgestühls.

Griech. doxología = »das Rühmen«; feierlicher Lobpreis und Ehrung Gottes bzw. der Dreifaltigkeit am Ende des Gebets (z.B. »Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist«), von der Gemeinde mit Amen bekräftigt.

Abk. für Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, größter kath. Pfadfinderverband in Deutschland.

Siehe: Heilige Drei Könige.

Wesenseinheit der göttlichen Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist. Siehe auch: Dreifaltigkeit.

Hochfest am Sonntag nach Pfingsten. 1334 von Papst Johannes XXII. (1316–1334) zur Verehrung der Dreifaltigkeit eingeführt.

Auch: Trinität, Dreieinigkeit; bezeichnet die Wesenseinheit der göttlichen Personen: Gott Vater, Gott Sohn (= Jesus Christus) und Gott Heiliger Geist. »Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten…«, formulierte im Jahr 381 das Erste Konzil von Konstantinopel. Auch das Apostolische Glaubensbekenntnis bekräftigt den Glauben an den einen Gott in drei Personen: »Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist …« Die Dreifaltigkeitslehre wird in nahezu allen christlichen Glaubensgemeinschaften vertreten. Der Glaube an den dreieinigen Gott unterscheidet die Christen von Juden und Muslimen, aber zusammen mit ihnen bekennen sie, dass es nur einen Gott gibt (Monotheismus). Biblisch begründet ist die Dreifaltigkeit z.B. im Herrenwort: »Darum tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes« (Mt 28, 19).

Feierliche Messe am Sonntag mit Priester, Diakon und Subdiakon. Siehe auch: Hochamt.


Typische Bauform des Chores in spätromanischen Kirchen. Siehe auch: Kleeblattchor.

Das Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) am 6. Januar. In der Volksfrömmigkeit des Mittelalters traten mehr und mehr die Heiligen Drei Könige in den Mittelpunkt dieses Festtags, so dass Epiphanie im dt. Sprachraum fast nur noch Dreikönigsfest genannt wird. Das Weihnachtsfest hingegen, früher teils am 6. Januar, teils am 25. Dezember gefeiert, wurde in der Westkirche im Jahr 354 einheitlich auf den 25. Dezember gelegt. Nur die armenische Kirche feiert Weihnachten noch am 6. Januar. Wenn es scheint, als feierten auch die orthodoxen Kirchen am 6. Januar Weihnachten, so liegt dies daran, dass sie sich noch nach dem Julianischen Kalender richten, der gegenüber dem Gregorianischen Kalender um etwa 12 Tage »nachgeht« (siehe auch: gregorianische Kalenderreform).

Siehe: Sternsingen.

Typische Ornamentfigur des gotischen Maßwerks: aus drei Zirkelschlägen (Pass bedeutet hier »Zirkel, Kreis«) entsteht eine dreibogige Zierform, ähnlich einem dreiblättrigen Kleeblatt.

Lat. Tertius Ordo, Bez. für Gemeinschaften, deren Mitglieder sich an den Regeln bestehender Ordensgemeinschaften orientieren. Die Dritten Orden entstanden im 13. Jh. zunächst als Gemeinschaften von Laien, die nicht in einen Männerorden (Erster Orden) oder Frauenorden (Zweiter Orden) eintreten konnten, die Lebensweise einer Ordensgemeinschaft aber teilen wollten. Man unterscheidet heute zwischen »Weltlichen (auch: Säkularen) Dritten Orden«, deren Mitglieder verheiratet oder ehelos sind und unterschiedlichen Berufen nachgehen (z.B. Franziskanische Gemeinschaft) und »Regulierten Dritten Orden«, deren Mitglieder in klösterlichen Gemeinschaften leben (z.B. Amigonianer). Viele dieser Gemeinschaften wurden im 19. Jh. gegründet und widmen sich sozialen und karitativen Aufgaben. Die Mitglieder der Dritten Orden werden häufig auch Tertiaren oder Terziaren (lat. tertius = »der Dritte«) genannt. Siehe auch: Tertiar; Siehe auch: Oblaten.

Quelle: Katholisch A bis Z | Manfred Becker-Huberti, Ulrich Lota | Herder Verlag

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