Zwölf Erwachsene auf dem Weg zur Taufe

Mit dem Satz „Ich bin bereit“ bekräftigten zwölf Erwachsene aus dem Ruhrbistum am 9. März 2014 im Essener Dom ihren Entschluss zum Empfang der Taufe, Firmung und Eucharistie. Der Gottesdienst war zugleich die geistliche Einstimmung auf das "Zukunftsbild" des Bistums Essen.



Geistliche Einstimmung auf das „Zukunftsbild“ des Bistums Essen

Er ist in einer Familie aufgewachsen, in der Gott und Religion keine Rolle gespielt haben. Und er hatte das auch nicht vermisst. Erst im Zuge persönlicher Krisen kamen im jungen Erwachsenenalter Fragen nach dem Sinn und Ziel des Lebens auf. Er suchte das Gespräch in einem Kloster, um Antworten auf die Fragen zu finden..., und entdeckte dabei Gott. Das bekannte der 38-jährige Essener bei der Feier der Taufzulassung am Sonntag, 9. März, im Essener Dom. Wie er erhielten weitere elf Erwachsene aus Bochum, Gelsenkirchen und Essen in der Wort-Gottes-Feier durch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck die Zulassung zum Empfang der „Sakramente des Christwerdens“, der Taufe, Eucharistie und Firmung. „Ich bitte um die Zulassung zur Taufe, um in meinem Leben ganz verbindlich mit Gott und Jesus Christus zu leben“, betonte der Essener vor dem Bischof.

Nachdem die zwölf Erwachsenen mit dem Satz „Ich bin bereit“ ihren Entschluss zum Empfang der Taufe, Firmung und Eucharistie vor dem Bischof bekräftigt hatten, sprach dieser die Zulassung aus und legte den Bewerberinnen und Bewerbern die Hände auf. Alle anwesenden Getauften lud der Bischof ein, als Zeichen der Erneuerung ihres Taufbewusstseins an die Schalen mit geweihtem Wasser zu treten und sich mit diesem Wasser zu bekreuzigen. Nach mehrmonatiger Vorbereitungszeit werden die acht Frauen und vier Männer in der Osternacht, 19. April, oder in der Osterzeit in ihren Heimatgemeinden getauft, gefirmt und empfangen zum ersten Mal die heilige Kommunion.


Exerzitien im Alltag

Der Gottesdienst, der unter dem Leitwort „Christusbewegt“ stand, war zugleich der Auftakt der geistlichen Phase des Prozesses „Zukunftsbild“ im Bistum Essen. So werden an 22 Orten im Ruhrbistum in der vorösterlichen Fastenzeit „Exerzitien im Alltag“ stattfinden, um sich geistlich auf den Weg in die Zukunft einzustimmen. „Diese Fastenzeit soll besonders davon gekennzeichnet sein, dass wir Christen uns in unserem Bistum als Christusbewegte tiefer verstehen, neu finden und bewusster stärken lassen“, betonte Overbeck in der Predigt.

Der bisherige Dialogprozess im Ruhrbistum habe viel in Bewegung gebracht. „Und diese Bewegung hat eine konkrete, lebendige und dynamische Gestalt bekommen, die sich in sieben Worten ausdrückt: berührt, wach, vielfältig, lernend, gesendet, nahe, wirksam“, so der Bischof. Wer berührt ist, werde nicht mehr losgelassen, sei ein wacher Mensch, „der wahrnimmt, was an Zeitgenossenschaft geübt und an Spuren Gottes in unsere Welt gelegt ist“, erläuterte Overbeck. Ein solcher Mensch nehme die Vielfalt des Lebens und der Welt wahr und weiß zugleich, dass er dabei immer wieder neu lernen müsse. Wer so geprägt sei, mache sich auf den Weg zu anderen, bleibe nicht bei sich selbst, werde „gesendet mit einer klaren Botschaft, die zu Herzen geht“. So entstünden Nähe und Wirksamkeit. „So wird aus Inhalten eine Lebensform, eben all das, was in Bewegung bringt“, unterstrich der Bischof.


Von Christus bewegt

Ausgehend von diesen menschlichen Einsichten erschlössen sich die Botschaft des Evangeliums und das Leben mit der Kirche auf neue und lebendige Weise. „Denn Jesus berührt Menschen. Er ist wach und authentisch, hat einen Spürsinn für die Nöte seiner Zeitgenossen und ein Gespür für ihre Herzensanliegen und Sehnsüchte“, so Overbeck. Jesus kapituliere nicht vor der Vielfalt des Lebens, sondern nehme diese ernst. Er zeige sich als Lernender und sei von Gott gesendet. „Als ein solcher Gesandter ist er den Menschen ganz nahe, ist zu seinen Lebzeiten unglaublich wirksam und bleibt es in der Kraft seines Geistes bis heute, betonte der Ruhrbischof. Ohne Jesus wäre die Kirche nicht wirksam, ohne ihn könnte die Kirche keinen Menschen erreichen. „Wer heute Christ ist, ist ein Christusbewegter, der davon überzeugt ist, dass er in der Kirche von Christus bewegt wird“, so Overbeck.

Der Weg des Bistums Essen, aber auch das Leben als Christ in der Kirche  könne man als einen „Übungsweg“ bezeichnen. „Es ist ein Weg von Übungen, damit das Erfahrene und von Gott Geschenkte, nämlich das Berührtsein durch Jesus Christus, uns immer wieder neu und in allen Lebenssituationen lebendig prägt“, so der Bischof. Eine „Vertiefung des eigenen Berührtseins durch Gott“ und ein „tieferes Verstehen des christlichen Lebens als Übung“ – das wünscht der Ruhrbischof in der Fastenzeit allen Getauften, die sich in der Gemeinschaft der Kirche auf den diesen Weg machen. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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