Zweites Bischofsgrab in der Adveniat-Krypta

Mehr als 22 Jahre nach Franz Hengsbach wird am Samstag Hubert Luthe als zweiter Ruhrbischof in der Adveniat-Krypta des Essener Doms beigesetzt. Die unterirdische Kapelle wurde erst Anfang der 1980er Jahre im Atrium zwischen Dom- und Anbetungskirche ausgehoben und eingerichtet.


Beton-Reliefs zeigen Szenen zum Vaterunser

Hubert Luthe wird nach Kardinal Franz Hengsbach erst der zweite Ruhrbischof sein, der in der Adveniat-Krypta des Essener Doms beigesetzt werden wird. Anfang der 1980er Jahre war diese Krypta im Atrium zwischen Dom und Anbetungskirche ausgehoben, angelegt und als Grablege für die Bischöfe des erst 1958 gegründeten Bistums eingerichtet worden. Diese Alternative zur alten Ostkrypta unter dem Altar, einem der ältesten noch erhaltenen Teile des Doms, war aus zweierlei Gründen notwendig geworden: Einerseits sympathisierte der erste Ruhrbischof Hengsbach nicht mit der Idee, dass er und alle weiteren Ruhrbischöfe künftig neben dem Gründer des Stifts Essen, dem im Jahr 874 verstorbenen Heiligen Bischof Altfrid bestattet würden. Zum anderen ergab ein Blick in die Baupläne, das zum Schutz vor Bergschäden im Boden verbaute Stahlbetonbalken die Einrichtung von Grüften unmöglich machten.

So wurde im Sommer 1981 zunächst mit einem Kran ein Bagger in den Hof zwischen Dom und Anbetungskirche gehoben. Dieser musste zunächst vier Betonpfähle 16 Meter tief in die Erde treiben, bevor mit dem Ausheben des eigentlichen Krypta-Raums begonnen und am Ende eine Art Deckel als Decke der Krypta und Grundlage des neu gestalteten Innenhofs eingesetzt werden konnte.

Architektonisch besticht die Krypta heute durch die Decken-, Wand- und Säulen-Reliefs, in denen der Künstler Emil Wachter unter anderem die zentralen Bitten des Vaterunser-Gebets darstellt. Sie geben der Adveniat-Kapelle ihren Namen (lat.: „Adveniat regnum tuum“ – „dein Reich komme“). Gleichzeitig betont der Name die Verbindung zur Bischöflichen Aktion Adveniat, dem in Essen ansässigen Lateinamerika-Hilfswerk der deutschen katholischen Kirche. Zwischen 1981 und 1983 arbeitete Wachter vor Ort am Essener Dom Negativ-Formen der Reliefs aus großen Styropor-Platten und baute sie direkt in die Schalungen für den Betonguss der Decke, Wände und Säulen der Krypta ein. So entstand in dem grauen Material eine schroffe, aber in den Augen vieler Betrachter auch ungewohnt lebendige Darstellung der Szenen.

Im Boden der Krypta sind unter herausnehmbaren Steinplatten insgesamt zehn gemauerte Grüfte für die Bischöfe von Essen angelegt worden. Weitere mindestens 12 Grüfte sind in den Wänden vorgesehen. Nachdem Kardinal Franz Hengsbach 1991 in der Mitte, unmittelbar zwischen dem Treppenabgang und dem gläsernen Altar der Krypta bestattet worden ist, wird mehr als 22 Jahre später nun Bischof Luthe rechts neben ihm beigesetzt. Wie beim Grab Hengsbachs wird auch auf dem von Luthe künftig eine Metallplatte die Lebensdaten des zweiten Ruhrbischofs aufführen. (tr)

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