Zur Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts

Über 100 Religionslehrerinnen und Religionslehrer diskutierten in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg über die "Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts angesichts von Demographie und Pluralismus".


Religionspädagogischer Abend 2011 in der "Wolfsburg"

"Zur Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts angesichts von Demographie und Pluralismus" war Titel des Religionspädagogischen Abends 2011, zu dem das Dezernat Schule und Hochschule des Bistums Essen in die Katholische Akademie Die Wolfsburg eingeladen hatten. Über 200 Religionslehrerinnen und Religionslehrer, Multiplikatoren und Verantwortliche aus Schulämtern, Bezirksregierungen und Schulministerium diskutierten über die Zukunft des Faches Katholische Religionslehre.  Angesichts der zunehmenden Pluralisierung der Gesellschaft und der demographischen Entwicklungen im Ruhrgebiet  ist diese Zukunftsfrage von besonderer Bedeutung, wie auch Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck betonte. Die Zukunft von Etwas könne nur bestimmt werden, so der Bischof, wenn zunächst bestimmt wurde, "was dieses Etwas dem Grund nach ist". Erst dann könne man nach seiner zukünftigen Gestalt fragen.

Diesem Gedanken folgend wurde zunächst der staatskirchenrechtliche Rahmen und der religionspädagogische Mehrwert des konfessionellen Religionsunterricht diskutiert. Professor em. Dr. Heinrich Reinhardt, Kirchenrechtler an der Ruhr-Universität Bochum, benannte die Eckpunkte im Staatskirchenrecht. Diese grundlegenden Bedingungen stünden nicht in der Entscheidungskompetenz einzelner Schulen, so der Kirchenrechtler, sondern könnten nur durch entsprechende Gesetzgebungsverfahren verändert werden. Nur innerhalb dieser Vorgaben seien derzeit Entwicklungen möglich, die dann auch von den Religionsgemeinschaften mit getragen werden müssten.

Auf den "religionspädagogischen Mehrwert" des konfessionellen Religionsunterrichtes ging Professor Dr. Clauss Peter Sajak, Religionspädagoge an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, ein. Die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen mit dem Phänomen Religion und die Entfaltung ihrer religiösen Kompentenz könne nicht distanziert betrachtet werden, sondern vom Standpunkt des Glaubens her, stellte Sajak fest. "Diese pädagogische Grundoption erlaubt es, Religion aus der Binnenperspektive kennen zu lernen und nicht aus einer Außenperspektive, für die das Religiöse, das Bekenntnis, der Glaube notwendig immer fremd bleiben muss," so der Religionspädagoge. Weiterhin zeigte Professor Sajak verschiedene pädagogische und psychologische Argumentationen zur religionspädagogischen Weiterentwicklung des Faches Katholische Religionslehre auf.

In lebhaften Diskussionen wurde deutlich, dass sich die Probleme des Religionsunterrichtes je nach Schulform von der Grundschule bis zum Berufskolleg sehr unterschiedlich darstellen und daher auch unterschiedliche Lösungen erfordern.

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