Zum Menschen gehören Hoffnungen und Sehnsüchte

Auf dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro sprach Bischof Overbeck mit Jugendlichen über Hoffnungen und Sehnsüchte, das persönliche Bild von Jesus und über das Beten. "Durst nach Hoffnung, Durst nach Gott" - so hieß das Thema des Glaubensgespräches in der brasilianischen Metropole am Zuckerhut.


Bischof Overbeck im Glaubensgespräch mit Jugendlichen in Rio de Janeiro

Über Hoffnungen und Sehnsüchte, das persönliche Bild von Jesus sowie über das Beten diskutierte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Mittwoch, 24. Juli, mit jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Weltjugendtages in Rio de Janeiro. „Menschen haben Sehnsüchte und Hoffnungen, haben Durst nach Nahrung und Wasser, aber auch nach Beziehungen und Gemeinschaft“, betonte der Bischof in der Katechese (Glaubensgespräch) zum Thema „Durst nach Hoffnung, Durst nach Gott“.

Echter Durst nach dem, was dem Körper an Lebensnotwendigem fehle und was für ein gesundes Seelenleben gebraucht werde, gehöre zum Menschen. Als Seelsorger mache Overbeck immer wieder die Erfahrung, dass die Sehnsucht nach Beziehungen zu Menschen genannt werde. „Wer in seiner Familie kein Verständnis findet, wer als jemand auftreten muss, der er nicht ist, der hat Durst nach Anerkennung, nach Liebe, Vertrauen und Zuneigung“, so der Bischof. Junge Menschen, die im Ruhrgebiet keinen Ausbildungs- und Arbeitsplatz fänden, deren Sehnsucht nach Anerkennung und Wertschätzung nicht gestillt werde, fühlten sich häufig als „nicht erwünscht“ und würden daran krank. „Der Durst nach Anerkennung und nach einem Fundament, das tragfähig ist und dem Leben standhält, ist ein tiefes menschliches Bedürfnis“, betonte Overbeck.


Gott ist die Hoffnung

Er begegne immer wieder vielen jungen Menschen, die sich danach sehnten, dass sich ihre Hoffnungen auf ein gutes Leben erfüllen, ihre Hoffnungen auf einen Alltag, der sie trägt. „Gott ist derjenige, der den Hoffnungen unseres Lebens die Gewissheit gibt, erfüllt zu werden“, betonte der Bischof. Er sei der festen Überzeugung, dass es keine Menschen gebe, der diese Hoffnung nicht in sich trage. „Wir Christen haben die große Chance, für uns und für andere diese Hoffnungen auf Gott hin zu öffnen“, sagte Overbeck. Es sei bezeichnend, dass der frühere Papst Johannes Paul II. Lateinamerika einen „Kontinent der Hoffnung“ genannt habe. „Der Papst war der Überzeugung, dass Hoffnung dann ein echtes, lebendiges und der Menschenwürde entsprechendes Gesicht bekommt, wenn sie sich mit Gott verbindet und nicht nur unsere Welt meint“, so der Bischof.

Am Beten könne jeder feststellen, von welchen Hoffnungen er getragen werde. „Wer betet, der hofft. Beten ist nicht nur ein einfaches Reden und Sagen, sondern immer auch ein Ringen“, betonte Overbeck. Die jungen Menschen rief er auf, „mit lebendigem, positiven Blick auf die Menschen zu schauen und in ihnen Jesus zu entdecken“. Dabei sei das Beten eine besondere Hilfe, eine „Schule der Hoffnung“. Overbeck: „Denn wenn mir niemand mehr zuhört, Gott hört mir immer zu.“ (do)


Erste Katechese von Bischof Overbeck auf dem Weltjugendtag 2013 in Rio de Janeiro

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