Zimmermann: Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen

Zum Auftakt der Gebetswoche für die Einheit der Christen dankt der Bischofsvikar für Ökumene für das Engagement im Dienst an der Einheit der Christen und wirbt für eine offene Gesellschaft und einen fairen Dialog der Religionen.

Am 18. Januar 2015 beginnt die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen. In diesem Rahmen gestalten viele Gemeinden im Bistum Essen gemeinsam mit ihren evangelischen und zum Teil orthodoxen und freikirchlichen Nachbargemeinden ökumenische Gottesdienste und Begegnungen.

Weihbischof Wilhelm Zimmermann, Bischofsvikar für Ökumene und Interreligösen Dialog, dankte für das ökumenische Engagement vor Ort, das ein fester Bestandteil des kirchlichen  Lebens im Ruhrbistum sei. „Gottesdienste sowie Aktionen und Initiativen, die von den Christen der verschiedenen Konfessionen gemeinsam getragen werden, sind aus dem Leben unserer Pfarreien und Gemeinden nicht mehr wegzudenken“, so der Weihbischof. All das sei nur möglich, weil sich zahlreiche Priester, pastorale Mitarbeiter und vor allem Ehrenamtliche für das Miteinander der katholischen, evangelischen und orthodoxen Christen einsetzen. „Für diesen Dienst an der Einheit der Christen möchte ich allen ökumenisch Engagierten ausdrücklich danken.“

Gleichzeitig erinnerte Zimmermann an eine Bitte von Papst Franziskus, der dazu aufgerufen hatte, sich nicht auf das zu beschränken, was bereits erreicht wurde, sondern in der ökumenischen Zusammenarbeit weiter zu gehen. Angesichts der aktuellen Diskussionen seien Christen dabei besonders gefordert, gemeinsam für eine offene Gesellschaft einzutreten, die Flüchtlinge gastfreundlich aufnehme und sich aktiv für einen fairen Dialog der Kulturen und Religionen einsetze.

Zimmermann wörtlich: „Die Materialien der Gebetswoche erinnern uns daran, dass Jesus immer wieder Grenzen überwunden hat. Christen beteiligen sich daher nicht an Ausgrenzung. Wer im Gebet Gott als Vater aller Menschen anspricht, wer glaubt, dass alle Menschen als Ebenbild Gottes geschaffen sind, kann nicht bestimmte Gruppen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Religion zu unerwünschten Mitglieder der Gesellschaft erklären.“

Hintergrund: Gebetswoche für die Einheit der Christen

Die weltweite Gebetswoche für die Einheit der Christen wird seit 1908 gefeiert. Verantwortet wird sie gemeinsam vom Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen. Die Materialien für die Gebetswoche 2015 sind in Brasilien erstellt worden. Sie stehen auf der Internetseite www.gebetswoche.de zur Verfügung. Im Jahr 2015 lautet das Motto „Gib mir zu trinken“. Textgrundlage ist die Erzählung von Jesus und der Samariterin am Jakobsbrunnen, die im vierten Kapitel des Johannes-Evangeliums steht.

Jesus bricht in der Begegnung mit der Samariterin mehrere Tabus und überwindet dadurch Grenzen: die Grenzen der Beziehung zwischen Mann und Frau im altorientalischen Kontext, die kulturelle und religiöse Frontstellung zwischen Juden und Samaritern, die Stigmatisierung der Frau als Ehebrecherin. Die Gebetswoche 2015 will die Augen dafür schärfen, wo solche Grenzen heute verlaufen und Christen aller Konfessionen darin zusammenführen, dass Jesus Christus ihnen hilft, in seiner Nachfolge Grenzen zu überwinden. In einigen Gemeinden wird die Gebetswoche auch zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten durchgeführt.

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