"Wunder von Marxloh" fiel nicht vom Himmel

Der Bau der größten Moschee in Deutschland in Duisburg-Marxloh ist nach Ansicht von Weihbischof Franz Vorrath nur möglich gewesen, weil sich alle Beteiligte von Anfang an um größtmögliche Offenheit und Transparenz bemüht haben.

Weihbischof Franz Vorrath blickt auf den Moscheebau in Duisburg zurück

Moscheebauten machen immer wieder Schlagzeilen. In der Regel wird dabei über Konflikte berichtet. Bürgerinitiativen und als Bürgerinitiativen getarnte Rechtspopulisten mobilisieren Widerstand gegen repräsentative und ihrer Meinung nach überdimensionierte  „Großmoscheen“ und die darin angeblich zum Ausdruck kommende „Islamisierung Deutschlands“. Ganz anders im Fall der DITB-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh. „Als dort am 26. Oktober eine große Kuppelmoschee im osmanischen Stil feierlich eröffnet wurde, hatte man den Eindruck, ein ganzer Stadtteil sei auf den Beinen“, erinnert sich der Essener Weihbischof Franz Vorrath in einem Beitrag für das Begleitheft zur Interkulturellen Woche 2009. Anstelle von Gegendemonstrationen hätten einige Deutsche sogar Schilder hochgehalten, auf denen „Willkommen in Marxloh“ zu lesen war. Einige Zeitungsberichte seien sogar mit den Worten überschrieben gewesen „Das Wunder von Marxloh“.

Dieses „Wunder von Marxloh“ sei aber weder vom Himmel gefallen noch unerklärbar, ist Weihbischof Vorrath überzeugt. „Es ist das Ergebnis harter Arbeit in einem Vermittlungsprozess, in dem sich der Moscheeverein, die Stadtverwaltung und die Kirchen engagiert haben. Der Neubau hat die Stadt, anders als beim Muezzinstreit, nicht gespalten, sondern er hat Menschen zusammengeführt.“ Dies wäre auch in anderen Städten möglich, meint Vorrath. Das Duisburger Beispiel mache deutlich, dass Moscheebauten den Dialog und die Integration auch voranbringen könnten. So hätten die Bauherren sich von Anfang an um „größtmögliche Offenheit und Transparenz“ bemüht. Darüber hinaus habe es ein „funktionierendes Netz verbindlicher Kontakte zwischen den Religionen, den Vertretern der Politik, der Stadtverwaltung und weiterer wichtiger Institutionen und Gruppen“ gegeben. Außerdem, so der Weihbischof weiter, seien sich Moscheevereine und Kirchengemeinden bewusst gewesen, „dass sie nicht nur für die eigene Glaubensgemeinschaft Verantwortung tragen, sondern für den Stadtteil insgesamt“. Zudem hebt Vorrath die Bereitschaft des Moscheevereins, der Kirchen und der Stadtverwaltung hervor, das Bauvorhaben aktiv, mit dem Einsatz eigener Ressourcen zu begleiten.

Christen wie Muslimen stehe es gut an, die Errichtung von Gotteshäusern der jeweils anderen Religion nicht nur aus gesellschaftspolitischen Gründen, sondern von ihrem Glauben her mit „Klugheit und Liebe“ zu begleiten, so der Weihbischof. Vorrath: „Es geht nicht allein darum, den gesellschaftlichen Frieden zu bewahren. Für Christen wie für Muslime geht es auch darum, Gott zu bezeugen in einer Welt, in der Glauben nicht mehr selbstverständlich ist.“
Ein Rückblick auf den Moscheebau in Duisburg


Moscheebauten machen immer wieder Schlagzeilen. In der Regel wird dabei über Konflikte berichtet. Bürgerinitiativen und als Bürgerinitiativen getarnte Rechtspopulisten mobilisieren Widerstand gegen repräsentative und ihrer Meinung nach überdimensionierte  „Großmoscheen“ und die darin angeblich zum Ausdruck kommende „Islamisierung Deutschlands“. Ganz anders im Fall der DITB-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh. „Als dort am 26. Oktober eine große Kuppelmoschee im osmanischen Stil feierlich eröffnet wurde, hatte man den Eindruck, ein ganzer Stadtteil sei auf den Beinen“, erinnert sich der Essener Weihbischof Franz Vorrath in einem Beitrag für das Begleitheft zur Interkulturellen Woche 2009. Anstelle von Gegendemonstrationen hätten einige Deutsche sogar Schilder hochgehalten, auf denen „Willkommen in Marxloh“ zu lesen war. Einige Zeitungsberichte seien sogar mit den Worten überschrieben gewesen „Das Wunder von Marxloh“.

Dieses „Wunder von Marxloh“ sei aber weder vom Himmel gefallen noch unerklärbar, ist Weihbischof Vorrath überzeugt. „Es ist das Ergebnis harter Arbeit in einem Vermittlungsprozess, in dem sich der Moscheeverein, die Stadtverwaltung und die Kirchen engagiert haben. Der Neubau hat die Stadt, anders als beim Muezzinstreit, nicht gespalten, sondern er hat Menschen zusammengeführt.“ Dies wäre auch in anderen Städten möglich, meint Vorrath. Das Duisburger Beispiel mache deutlich, dass Moscheebauten den Dialog und die Integration auch voranbringen könnten. So hätten die Bauherren sich von Anfang an um „größtmögliche Offenheit und Transparenz“ bemüht. Darüber hinaus habe es ein „funktionierendes Netz verbindlicher Kontakte zwischen den Religionen, den Vertretern der Politik, der Stadtverwaltung und weiterer wichtiger Institutionen und Gruppen“ gegeben. Außerdem, so der Weihbischof weiter, seien sich Moscheevereine und Kirchengemeinden bewusst gewesen, „dass sie nicht nur für die eigene Glaubensgemeinschaft Verantwortung tragen, sondern für den Stadtteil insgesamt“. Zudem hebt Vorrath die Bereitschaft des Moscheevereins, der Kirchen und der Stadtverwaltung hervor, das Bauvorhaben aktiv, mit dem Einsatz eigener Ressourcen zu begleiten.

Christen wie Muslimen stehe es gut an, die Errichtung von Gotteshäusern der jeweils anderen Religion nicht nur aus gesellschaftspolitischen Gründen, sondern von ihrem Glauben her mit „Klugheit und Liebe“ zu begleiten, so der Weihbischof. Vorrath: „Es geht nicht allein darum, den gesellschaftlichen Frieden zu bewahren. Für Christen wie für Muslime geht es auch darum, Gott zu bezeugen in einer Welt, in der Glauben nicht mehr selbstverständlich ist.“

Das Begleitheft "Misch mit!" zur "Interkulturellen Woche 2009 - Woche der ausländischen Mitbürger" als pdf-Datei.

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