Wo im Wind die rote Fahne flattert

Die Ferien gehen in die zweite Halbzeit und auch die Touristenseelsorge auf Texel kann bald Bergfest feiern. Seit einigen Wochen hat sie die rot-gelbe Fahne nun schon gehisst und bietet den deutschen Touristen auf der Insel vor allem eines: Gastfreundschaft.

Touristenseelsorge auf Texel: Anlaufpunkt seit über 40 Jahren

Die rote Flagge mit dem gelben Schriftzug ist von Weitem zu sehen. Sie weist den Besuchern auf dem Zeltplatz „Kogerstrand“ in De Koog auf Texel bereits von der Rezeption aus den Weg zur „Düne Eins“, wo der Wohnwagen der Touristenseelsorge des Bistums Essen steht. Dabei ist die Fahne mehr als nur ein Orientierungspunkt. Sie ist vielmehr ein Willkommensgruß: „Wir sind da – kommt vorbei – ihr seid willkommen“, sagt sie den vielen deutschen Touristen auf der Insel, die auch im Urlaub nicht auf Kirche verzichten möchten. Seit über 40 Jahren gestalten die Teams der Touristenseelsorge dort in den Sommermonaten einen Anlaufpunkt für alle, die deutschsprachige Gottesdienste, Glaubensgespräche, Bücher, Aktionen oder einfach nur einen Kaffee suchen.

Franz Siepmann aus Essen ist einer von vier Seelsorgern, die zur Zeit auf Texel für die Touristen da sind. Für ihn stellt die ehrenamtliche Mitarbeit eine willkommene Abwechslung zum Alltag dar: „Es ist wirklich schön, mal nicht in der Uni über den Büchern zu sitzen, sondern den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen. Und es ist eine ganz andere Form, Kirche zu leben“, erzählt der Diplom-Theologe, der zur Zeit an der Ruhruniversität in Bochum promoviert. „Das Besondere an der Touristenseelsorge ist, dass wir unmittelbar dort sind, wo sich auch das Leben vieler Urlauber abspielt. In einem Wohnwagen, auf einem Campingplatz direkt am Meer. Wir sind mitten drin“, so Siepmann.

Urlaub ist die Zeit auf Texel für ihn nicht, denn im Wohnwagen der Touristenseelsorge ist meistens viel los: „Die Bandbreite unseres Angebotes für die Touristen ist groß. Wir bieten natürlich Gottesdienste und Glaubensgespräche an, aber auch Bastelaktionen für Kinder. Junge und alte Menschen können sich bei uns kostenlos Bücher oder Spiele ausleihen“. Und wenn gerade einmal keine Aktion läuft, dann heißt es für das Team: Einfach nur da sein. „Wir sind ein Anlaufpunkt für die Deutschen, die hier Urlaub machen und mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen zu uns kommen. Die einen möchten ein Buch ausleihen oder an einem deutschsprachigen Gottesdienst teilnehmen, andere brauchen einen Gesprächspartner. Unsere Arbeit ist so vielschichtig, wie es die Menschen sind, die hier hin kommen.“ Worüber geredet wird? „Über das Wetter, über Texel, über den Strand und das, was wir hier erleben. Aber auch darüber, was im Leben des einzelnen gerade los ist. Es kann ein einfacher Smalltalk sein, aber auch ein tiefgreifendes Gespräch“, weiß der Seelsorger. „Die Menschen wissen: Hier ist jemand, der Zeit für sie hat“.

Julia Koch, ihr Mann und ihre zwei Töchter sind zu Besuch beim Wohnwagen auf „Düne Eins“. Mit der Touristenseelsorge verbindet die vier eine ganz besondere Geschichte, denn hier haben sich Julia und ihr Mann Marcus vor ein paar Jahren kennengelernt: „Ich war im Seelsorge-Team, er kam zusammen mit einem Freund als Besucher auf die Insel“, erzählt die Essenerin. In diesem Sommer ist die Familie allerdings ganz privat auf Texel. Das bietet ihnen die Möglichkeit, die Insel auch aus einem ganz anderen Blickwinkel zu entdecken: „Wir besuchen Orte und gehen Wege, für die ich bislang einfach keine Zeit hatte“, so Julia Koch. Ein Besuch auf dem Campingplatz Kogerstrand ist selbstverständlich: „Ich genieße es einfach, hier vorbeizukommen, einen Kaffee mit den anderen aus dem Team zu trinken, mich umsorgen zu lassen und dann auch wieder zu gehen“, schmunzelt Julia Koch.

Damit ist sie nicht alleine. So wir ihr geht es in jedem Jahr vielen Touristen, die die „Außenstelle“ des Ruhrbistums besuchen. „Es kommen viele unterschiedliche Menschen hier hin. Menschen mit verschiedenen Berufen, mit verschiedenen Hobbys. Rolle und Status sind hier aber egal – hier sind sie alle gleich. Touristen eben“, erinnert sich Julia Koch. Unterschiedliche Menschen erfordern auch unterschiedliche Charaktere im Team, weiß sie. „Man muss flexibel und offen sein, auf die Leute zugehen können. Und die Grundbereitschaft mitbringen, drei Wochen lang einfach für andere da zu sein. Was sich im ersten Moment anstrengend anhört, birgt für Julia auch eine Chance: Es sind drei Wochen mit spannenden Erlebnissen, in denen interessante Menschen aufeinandertreffen. „Hier lerne ich Leute kennen, auf die ich ansonsten wahrscheinlich nie zugegangen wäre. Ich darf an einem wunderschönen Ort wunderschöne Arbeit machen“, erzählt die Essenerin. (ms)

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.touristenseelsorge-texel.de oder bei Facebook unter www.facebook.com/touristenseelsorge.texel

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