„Wertvolle Impulse für die Kirche und für die Gesellschaft“

Papst Franziskus hat sein erstes Lehrschreiben "Evangelii Gaudium" (die Freude des Evangeliums) veröffentlicht. Viele Sätze darin sprechen Themen an, die im Ruhrbistum im Rahmen des Dialogprozesses "Zukunft auf katholisch" diskutiert worden sind, sagt Bischof Franz-Josef Overbeck im Interview.

Ruhrbischof würdigt erstes Lehrschreiben von Papst Franziskus

Als „wegweisendes Papier mit wertvollen Impulsen für die Kirche und für dieGesellschaft“, hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck das erste Lehrschreiben von Papst Franziskus gewürdigt. Das Dokument „Evangelii Gaudium“ („die Freude des Evangeliums“) enthalte viele ermutigende Aspekte, die die Katholiken im Bistum Essen auf ihrem Weg des Glaubens bestärkten. „Viele Sätze des Lehrschreibens sprechen Themen an, die wir in den vergangenen Jahren auch intensiv im Rahmen unseres Dialogprozesses ,Zukunft auf katholisch’ diskutiert haben“, sagte Overbeck. So gebe es nun viele Parallelen zwischen dem daraus entstanden Leitbild für das Ruhrbistum und dem Lehrschreiben des Papstes. „Wenn Papst Franziskus uns auffordert, ,das bequeme pastorale Kriterium des „Es wurde immer so gemacht“ aufzugeben’, ist das für mich ein ermutigendes Signal, dass unser Zukunftsbild in die richtige Richtung weist.“ Zudem erwarte der Papst, dass die Kirche der Ort sei, „wo alle sich aufgenommen und geliebt fühlen können“, zitierte Overbeck aus dem Lehrschreiben und betonte: „Nichts anderes meint der Abschnitt ,Vielfalt’ in unserem Zukunftsbild“. Und wenn Papst Franziskus eine „verbeulte“ Kirche vorzieht, die auf der Straße verletzt und beschmutzt werde, sei dass das Bild einer „nahen“ Kirche, wie man sie im Ruhrbistum realisieren wolle.

Overbeck begrüßte zudem die massive Kritik des Papstes an den Auswüchsen des kapitalistischen Wirtschaftssystems. „Der Papst hat zu Recht derart starke Worte gewählt, um die oft menschenverachtende Fratze der Wirtschaft zu brandmarken. Wirtschaft muss immer den Menschen dienen“, forderte der Ruhrbischof, „und ein Wirtschaftssystem muss so gerecht sein, dass alle Menschen daran Anteil haben können“.

Ganz besonders hätten ihn aber die zentralen Aussagen des Papstschreibens bewegt, sagte Overbeck, in denen sich Franziskus der Glaubensfreude widme, die vom Evangelium ausgehe. „Hier an Rhein und Ruhr wollen wir eine Kirche sein, die Berührungen mit Gott möglich macht. Wenn Papst Franziskus jeden Christen dazu einlädt, noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern, können wir uns dieser Einladung nur uneingeschränkt anschließen.“ (tr)

Einige Kernsätze des pästlichen Schreibens
Das Päpstliche Schreiben im Wortlaut (PDF)

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