Wertvolle Handschriften auf roter Seide

Ein lang gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Jetzt wurde der neu gestaltete Handschriftenraum des Essener Domschatzes eröffnet. Alte, kostbare Handschriften werden hier auf roter Seide präsentiert. Der Raum zeigt sich dem Besucher in einer modernen, musealen Ausstattung.


Neu gestalteter Handschriftenraum der Domschatzkammer Essen eröffnet

Ein lang gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Am Mittwochabend konnte der neu gestaltete Handschriftenraum des Essener Domschatzes eröffnet werden. Der Raum – im historischen Teil der Domschatzkammer aus dem 12. Jahrhundert ist völlig neu eingerichtet worden und zeigt sich dem Besucher in einer modernen, musealen Ausstattung.

Fünf neue Vitrinen, die die Kulturstiftung Essen auf Vermittlung des Münsterbauvereins der Schatzkammer schenkte, präsentieren nun kostbare Handschriften auf roter Seide. Eine spezielle Ausleuchtung sorgt sowohl für den notwendigen Schutz der Objekte als auch für genügend Licht für den Betrachter.

Den zahlreichen Gästen der Eröffnungsfeier gab Dr. Birgitta Falk, Leiterin der Schatzkammer, Einblicke in die Bedeutung, Funktion und Geschichte  der Handschriften des Essener Frauenstiftes. Diese haben zum Teil abenteuerliche Wege hinter sich. Manche gingen verloren, andere werden heute in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf aufbewahrt. „36wertvolle Handschriften haben wir hier in Essen“, so Falk, die den Gästen einen Überblick über die jetzt ausgestellten Handschriften gab: das karolingische Evangeliar (um 800) – die älteste Handschrift der Domschatzkammer -, das so genannte „kleine karolingische Evangeliar“ (10. Jahrhundert), das Kettenbuch des Stifts Essen (um 1410) und das Nekrolog, ein Totenbuch zum Gebetsgedächtnis (Ende des 13. Jahrhunderts). In einer gesonderten Vitrine werden Briefe des seligen Nikolaus Groß ausgestellt. Da die wertvollen Exponate aus konservatorischen Gründen nur für eine begrenzte Zeit Licht ausgesetzt werden dürfen, werden immer wieder andere Handschriften aus den Magazinbeständen gezeigt. „Es lohnt sich also, immer wieder mal vorbeizuschauen“, so der Tipp von Falk.


Informationen auf dem Touchscreen

Mit Hilfe eines Touchscreens, eines Berührungsbildschirms, der von Museumspädagogin Dr. Ina Germes-Dohmen konzipiert wurde, können sich  Besucher über die Erstellung mittelalterlicher Handschriften, über Farbe, Tinten und Buchmalerei informieren. In zwölf Untermenüs mit zahlreichen Fotos werden Antworten auf viele Fragen gegeben. Auch detaillierte Informationen zum Skriptorium des Essener Frauenstiftes und seinen Handschriften kann der Besucher hier abrufen. Auch diese  Computer konnte mit Mitteln der Kulturstiftung Essen angeschafft werden.

Sichtlich stolz ist Dr. Birgitta Falk auch über die neue Vitrine für die kostbaren Essener Broschen. Die goldenen, mit Edelsteinen und Email verzierten Broschen, auch Agraffen oder Gewandhaften genannt, dienten ursprünglich als Schmuckstücke und wurden an der Kleidung befestigt. Sie entstanden um 1400 in einer Pariser oder burgundischen Goldschmiedewerkstatt.

Ausdrücklich dankte die Leiterin der Domschatzkammer allen, die zur Realisierung des neu gestalteten Handschriftenraumes beigetragen haben: der Kulturstiftung Essen und dem Münsterbauverein, Dombaumeister Ralf Meyers und Gestalterin Ingrid Bussenius, den Restauratorinnen, den beteiligten Firmen und nicht zuletzt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schatzkammer.  


Rund 60.000 Besucher in zwei Jahren

Dankbar ist auch Dompropst Otmar Vieth, dass nach der vom Münsterbauverein finanzierten Erweiterung und Umgestaltung der Domschatzkammer in den Jahren 2007 bis 2009 jetzt mit der Eröffnung des neuen Handschriftenraumes „ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen“ ist.  Vieth, der in seiner Begrüßung einen Streifzug durch die Geschichte der Schatzkammer unternahm, wies darauf hin, dass seit dem Stadtjubiläum im Jahre 2002 „den Essener Bürgern die Bedeutung des Schatzes klar geworden“ sei. Aber auch weit über Essen hinaus ist die Domschatzkammer ein Magnet. Seit der Wiedereröffnung im Mai 2009 haben rund 60.000 Gäste aus dem In- und Ausland den Domschatz besucht. Rund 1.800 Besuchergruppen wurden durch Dom und Schatzkammer geführt. (do/gedo)

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