von Simon Wiggen

Wallfahrer bei Generalaudienz auf dem Petersplatz

650 Pilger aus dem Bistum Essen hören, wie Papst Franziskus zur Waffenruhe in Syrien aufruft.

Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz seine Mahnung zur Waffenruhe in Syrien erneuert – und 650 Pilgerinnen und Pilger aus dem Ruhrbistum waren dabei. Noch vor Sonnenaufgang hatten sie sich auf den Weg zum Petersplatz gemacht und lange in der kühlen Oktobersonne ausgeharrt, bis schließlich Papst Franziskus in seinem Papamobil durch die Menschenmenge fuhr. Er umarmte, segnete und grüßte die Pilger, die sich zu Zehntausenden auf dem Petersplatz versammelt hatten. „Der Papst hat sich heute sehr viel Zeit gelassen. Er ist ein sehr entspannter Mensch und lässt sich von den Menschenmassen gar nicht stressen. Er nimmt sich Zeit für jeden, er hat jedes Kind auf den Arm genommen“, berichtet eine Pilgerin aus der Essener Gruppe. „Es war sehr beeindruckend, gemeinsam mit so vielen Menschen den Papst einmal live zu sehen. Es war schön, dass wir dem Papst so nah sein konnten. Ein unvergessliches Erlebnis“, sagt Torben Groß, Teilnehmer der Bistumswallfahrt.

Auch Bischof Franz-Josef Overbeck, der zusammen mit den Weihbischöfen Wilhelm Zimmermann und Ludger Schepers und dem emeritierten Weihbischof Franz Vorrath dem Papst bei der Audienz ganz nahe war, zeigte sich beeindruckt: „Vielen tut es gut, wenn sie auf dieser Wallfahrt merken, dass wir eine Kirche der Vielen sind.“

Sofortige Waffenruhe zur Evakuierung der Bevölkerung

Dass zehntausende Menschen ganz still sein können, zeigte sich bei der Katechese von Papst Franziskus. Er sprach über die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit (Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten) und die sieben geistigen Werke (Unwissende lehren, Zweifelnden recht raten, Trauernde trösten, Sünder zurechtweisen, Beleidigern gern verzeihen, Lästige geduldig ertragen, für Lebende und Verstorbene beten). „Wenn jeder von uns eine barmherzige Tat am Tag tut, könnte das eine Revolution werden – auf der ganzen Welt“, rief er die Gläubigen auf dem Petersplatz auf. Barmherzigkeit sei ein wirksames Mittel gegen das Virus der Gleichgültigkeit. Der Papst erinnerte auch an die Worte Jesu: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Er selbst habe Angst davor, dass er den Herrn nicht erkenne, wenn er vor ihm stehe – zum Beispiel als Bedürftiger.

Anschließend lenkte der Papst noch einmal den Blick auf den Konflikt in Syrien: „Ich möchte meine Solidarität mit allen Opfern des unmenschlichen Konflikts in Syrien wiederholen“, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Er appellierte außerdem wieder an die Verantwortlichen, einen sofortigen Waffenstillstand aufzuerlegen und zu respektieren - mindestens für die Zeit, bis die Bewohner – und besonders die Kinder - evakuiert seien, die unter den blutigen Bombardierung leiden.

Nach dem Apostolischen Segen blieb Papst Franziskus noch gut eineinhalb Stunden vor dem Petersdom und segnete und grüßte Menschen mit Behinderungen, frisch verheiratete Brautpaare, Kinder, angehende Priester und viele andere – während die großen Pilgergruppen im hinteren Teil des Petersplatz schon den Heimweg antraten. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Sonnenbrand im Gesicht.

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