von Jutta Laege

"Waffen abschaffen, achtsam bleiben!"

Geprägt von seinen Erfahrungen als Weltkriegs-Sanitäter und Opfer einer Amoktat spricht sich der Ausnahmeschauspieler Günter Lamprecht im Interview mit dem Bistumsmagazin BENE entschieden gegen Waffen aus.

Hilfssanitäter im Berliner Reichsbunker

Er ist ein waschechter Berliner und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ausnahmeschauspieler und Zeitzeuge Günter Lamprecht erinnert sich im Interview mit dem Bistumsmagazin BENE an viele Stationen seines Lebens und mahnt die nachfolgenden Generationen angesichts von Terror und Gewalt in der jüngeren Vergangenheit eindringlich: Wir sollten achtsam sein und wachsam bleiben!

Der Appell kommt nicht von ungefähr: Vor allem die Amoktat in München weckt in Lamprecht unliebsame Erinnerungen: „Das ist kein neues Phänomen“, sagt der 86-Jährige, der am 1. November 1999, am Allerheiligentag, mit seiner Lebensgefährtin Opfer eines Amoklaufes wurde. „Das hat auch nicht in Winnenden angefangen. Nein, es hat in Bad Reichenhall begonnen! Mir geht es nicht darum, dass ich erwähnt werde. Mir geht es darum, dass der Täter von Bad Reichenhall auch schon die ganzen Nächte vor dem Computer gesessen hat – mit diesen Spielen.“ Zum Thema Waffengesetz hat Lamprecht demzufolge eine sehr eindeutige Meinung: „Waffen abschaffen, überall, auch bei den Schützenvereinen!“ Ihn beunruhigt vor allem die Verrohung der Gesellschaft: „Ich kann schon fast keinen Fernseher mehr einschalten. Überall wird gemordet. Vom Morden im Norden bis in den Süden. Das finde ich abstoßend und entsetzlich“, sagte er dem Bistumsmagazin.

Geprägt wurde der Schauspieler nicht nur durch Bad Reichenhall, vielmehr noch durch den Zweiten Weltkrieg. Vieles davon ist in seiner Biografie „Erinnerungen“ verarbeitet. Als er als Hilfssanitäter die sterbenden Soldaten aus dem Reichsbunker in Berlin holen und beerdigen musste, was ist da in ihm vorgegangen? Hat er da zu Gott beten können? Lamprecht: „Ich habe laut geschrien: Lieber Gott! Hilf uns, bitte hilf uns!“ Letzten Endes, so der Schauspieler weiter, hätten diese Erlebnisse ihm aber auch gedient. „Ich hatte so viel gespeichert, dass ich das alles in meine Rollen einbringen konnte.“

Das ganze Interview – und was Günter Lamprecht gerade plant, gibt es auf der Internetseite des BENE-Magazins.

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