„Wählen Sie doch mal Kirche!“

Das Super-Wahljahr geht weiter! "Wählen Sie doch mal Kirche!" Im Ruhrbistum sind rund 660.000 Katholiken zwischen Lenne und Rhein zu Gemeinderats- und Kirchenvorstandswahlen aufgerufen. Wahltermin: 7. und 8. November!


Gemeinde- und Kirchenvorstandswahlen im Ruhrbistum

„Wählen Sie doch mal Kirche!“ Unter diesem Motto sind am Samstag und Sonntag, 7. und 8. November, rund 660.000 Katholiken in den Gemeinden zwischen Rhein und Lenne zur Wahl eines neuen Gemeinderates und Kirchenvorstandes aufgerufen. In den 174 Gemeinden und den 24 fremdsprachigen Gemeinden sind es die ersten Wahlen nach der Strukturreform im Ruhrbistum.

Gerade bei der Arbeit der zukünftigen Gemeinderäte komme es auf ein gutes Miteinader an, damit sich die Pfarreien weiterhin gut entwickeln können. So freut sich Michael Meurer, Referent im Dezernat Pastoral, besonders über die rund 2700 Frauen und Männer, die sich bereit erklärt haben, für einen Gemeinderat im Bistum Essen zu kandidieren. Meurer: „Die Idee der Pfarrei kann man nicht verordnen. Eine Pfarrei muss wachsen und sich entwickeln. Je mehr Personen daran positiv mitarbeiten, um so besser!“

Vier dieser rund 2700 Frauen und Männer sind Gerda Korthauer aus Niederwenigern, Gabriele Ripholz aus Mülheim, Arnd Brechmann aus Essen und Peter Alferding aus Oberhausen. Sie wagen das „Abenteuer Gemeinderat“ erneut, haben sich als Kandidaten in ihren Gemeinden ein weiteres Mal zur Verfügung gestellt. Allen vier Kandidaten ist etwas gemein: Sie wollen etwas bewegen in den Gemeinden und Pfarreien.

„Die vergangenen vier Jahre waren mehr als spannend. Wir haben schon so viel auf die Beine gestellt. Da möchte ich gerne auch auf der weiteren Wegstrecke mit dabei sein“, so Gerda Korthauer zu ihrer persönlichen Motivation. Die 45-jährige kandidiert in der Gemeinde St. Mauritius in Niederwenigern und Niederbonsfeld. In der Gemeinde, die zur Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen gehört, war sie in den vergangenen vier Jahren als Gemeinderatsvorsitzende aktiv. „Ich möchte eine zweite Wahlperiode auch dazu nutzen, positiv gegen mögliche negative Stimmungen einzuwirken“, betont Korthauer. Ihr großer Wunsch bezüglich der Wahlen ist es, dass es eine möglichst hohe Wahlbeteiligung gibt. „Als Kandidatin möchte ich den Rückhalt aus der Gemeinde spüren.“

Für Arnd Brechmann ist es eine Art „preußische Disziplin“, dass er sich erneut als Kandidat für den Gemeinderat seiner Gemeinde in Essen aufstellen lässt. „Wir haben viel auf den Weg gebracht, zur Zeit befinden wir uns allerdings noch auf einer großen Baustelle, sowohl in der Gemeinde als auch in der Pfarrei. Ich verlasse eine Baustelle nicht vor Fertigstellung“, betont Arnd Brechmann, der in den vergangenen vier Jahren sowohl Gemeinderatsvorsitzender als auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Josef in Essen-Borbeck war. Der 45-jährige, der als Bereichsdirektor bei der Sparkasse Essen tätig ist, kandidiert bereits zum vierten Mal. Seine persönliche Motivation für seine Mitarbeit in diesem Gremium sieht er nicht zuletzt darin, Rahmenbedingungen zu schaffen,  unter denen es Freude macht, sich in das Gemeindeleben aktiv einzubringen. „In den vergangenen vier Jahren waren wir aufgrund der Strukturreform sehr mit uns selbst beschäftigt. Dabei ist so manches auf der Strecke geblieben, dass zu den primären Aufgaben eines Gemeinderates gehört“, so Arnd Brechmann selbstkritisch. „Jetzt freue ich mich darauf, wieder mehr die Inhalte in den Blick nehmen zu können.“

Bereits seit 16 Jahren ist die 49-jährige Gabriele Ripholz im Pfarrgemeinderat von St. Barbara in Mülheim aktiv. Die Grundschullehrerin und Leiterin der Barbaraschule in Mülheim - Dümpten ist seit 2006 Gemeinderatsvorsitzende. Für sie ist das Mitmachen in kirchlichen Gremien und das aktive Gestalten von Gemeindeleben quasi eine Selbstverständlichkeit. „Seit meinem 16. Lebensjahr war ich in der Jugendarbeit, später in der Kommunion- und Firmvorbereitung, dann als Lektorin und schließlich im Gemeinderat tätig“, blickt Ripholz auf ihr ehrenamtliches Engagement zurück. Auch in den vergangenen vier Jahren habe ihr die Arbeit im Gemeinderat trotz der neuen Strukturen und einschneidenden Veränderungen sehr viel Freude gemacht. „Mit meiner erneuten Kandidatur möchte ich dazu beitragen, dass wir für Klein und Groß, für Alt und Jung eine lebendige Gemeinde bleiben und eine gut vernetzte Pfarrei werden“, so Gabriele Ripholz.

In der Oberhausener Gemeinde St. Antonius kandidiert unter anderem Peter Alferding. Der in der kirchlichen Erwachsenenbildung tätige Theologe ist seit mehr als 20 Jahren in diesem Gremium aktiv. Nach Ansicht des 56-jährigen müssen die neuen Strukturen, die sich auch auf seine Gemeinde gravierend auswirken, mit Leben gefüllt werden. „Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, auch in dieser Umbruchsituation Menschen eine kirchliche Heimat zu geben und möglichst viele Menschen mitzunehmen“, meint Peter Alferding, der im Umbruch auch neue Chancen auf die Gemeinden zukommen sieht. (dr) 


Stichwort: Pfarrgemeinde- und Gemeinderat

Diese pastoralen Mitverantwortungsgremien dienen dem Aufbau lebendiger Pfarreien und Gemeinden.

Der Pfarrgemeinderat trägt die Verantwortung für das Leben in der Pfarrei. Er wirkt an der Erarbeitung des Pastoralplans der Pfarrei und an dessen Fortschreibung mit, berät Fragen welche die Pfarrei betreffen, fasst dazu Beschlüsse und trägt Sorge für deren Durchführung. Der Pfarrgemeinderat bildet sich mehrheitlich durch Delegation von Mitgliedern der Gemeinderäte

Der Gemeinderat nimmt – unter Beachtung des Pastoralplans und der Belange der Pfarrei – die Verantwortung für die Gemeinde wahr, berät Fragen welche die Gemeinde betreffen, fasst dazu Beschlüsse und trägt für deren Umsetzung Sorge. Die Arbeit der Gemeinderäte der Pfarrei wird – im Sinne des Subsidiaritätsprinzips – durch den Pfarrgemeinderat gefördert und koordiniert.
Der Gemeinderat wird alle 4 Jahre gewählt.

Neben den regelmäßigen Sitzungen empfehlen sich für die Arbeit dieser Gremien auch jährliche Klausur- und Besinnungstage. Dafür können beim Dezernat Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat Zuschüsse beantragt werden.


Stichwort: Kirchenvorstand


Der Kirchenvorstand ist das gesetzliche Vertretungsorgan der Kirchengemeinde und verwaltet das Kirchenvermögen. Er trifft z.B. als Anstellungsträger der Gemeinde Personalentscheidungen und befindet über bauliche Maßnahmen. Die Mitglieder des Gremiums werden von der Gemeinde gewählt, einige auch vom Pfarrer ernannt. Der Pfarrer ist automatisch Vorsitzender des Kirchenvorstands. Der Kirchenvorstand geht auf die Zeit des Kulturkampfs im 19. Jahrhundert zurück. Er sollte vor allem den Pfarrer bei der allgemeinen Verwaltung des Kirchenvermögens kontrollieren.

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