Vorschlag: "Wählen Sie doch mal Kirche!"

Der Bundestagswahlkampf ist "Geschichte". In den Gemeinden des Bistums Essen laufen die Vorbereitungen zu den Gemeinderats- und Kirchenvorstandswahlen. Am 7. und 8. November heißt es: "Wählen Sie doch mal Kirche!"


Im November sind Gemeinderats- und Kirchenvorstandswahlen im Bistum Essen

Im Super-Wahljahr befindet sich auch die katholische Kirche im Wahlkampf. Mit der Kampagne „Wählen Sie doch mal Kirche!“ laden die fünf NRW-Bistümern ihre Mitglieder zur Wahl der neuen Pfarrgemeinde- bzw. Gemeinderäte ein. Im Bistum Essen sind am 7. und 8. November rund 660.000 Katholiken in 174 Gemeinden und in 24 fremdsprachigen Gemeinden sowohl zur Gemeinderats- als auch zur Kirchenvorstandswahl aufgerufen. Es sind die ersten Wahlen nach der Strukturreform im Ruhrbistum. Wir sprachen mit Michael Meurer, Referent im Dezernat Pastoral des Bistums Essen, zum Thema „Wählen Sie doch mal Kirche!“

Die Wahl im November ist die erste Wahl in den neuen Strukturen des Ruhrbistums. Wie können die Gemeinden die neuen Strukturen nutzen?

Meurer: Zuerst einmal möchte ich meinen Dank denjenigen aussprechen, die in den bisherigen Gremien die Strukturreform in den vergangenen Jahren mit getragen haben und offen und konstruktiv angegangen sind. Damit war sehr viel Arbeit verbunden, die nicht zu unterschätzen ist. Natürlich gibt es auch heute immer noch in einigen Gemeinden Verbitterung über manche Entscheidungen, aber an vielen Orten ist auch neue Motivation zu spüren. Die Menschen möchten die Möglichkeiten der neuen Pfarreien- und Gemeindestruktur nutzen. Dazu gehört auch die Wahl der Gemeinderäte, denn durch diese Gremien wird  die verantwortliche Mitwirkung von Ehrenamtlichen an der Planung und Gestaltung der Pastoral in den Gemeinden gewährleistet. Mehr denn je gilt: die Zukunft unserer Gemeinden und der Pfarreien kann nur in einem vertrauensvollen Miteinander von Priestern und  haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestaltet werden. Und da die Gemeinderäte die Aufgabe haben, Delegierte in das pastorale Mitverantwortungsgremium auf Pfarreiebene („Pfarrgemeinderat“) zu entsenden, übernehmen sie über den Tellerrand ihrer jeweiligen Gemeinde hinaus auch eine Verantwortung für die Entwicklung der ganzen Pfarrei. . Eine Pfarrei wird schließlich nicht von allein zu einer „Gemeinschaft“ von Gemeinden. Durch eine vertrauensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit der Gemeinderäte, des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes kann sich die Pfarrei aber dahin entwickeln. Ein Pfarreibewusstsein kann nicht verordnet werden, es  muss wachsen. Je mehr Personen daran positiv mitarbeiten, um so besser!


Welche Eigenschaften sollte eine Kandidatin oder ein Kandidat für den Gemeinderat haben?

Meurer: Er oder sie sollte vor allem Freude daran haben, mit anderen über die Zukunft der  Pfarrei und der Gemeinde  nachzudenken. Denn die Pastoral in den Pfarreien und Gemeinden stehen angesichts innerkirchlicher wie auch gesellschaftlicher Veränderungen vor großen Herausforderungen. Daher benötigen die zukünftigen Mitglieder der Gemeinderäte Motivation, Phantasie und Kreativität, um auch neue Wege der Pastoral zu entdecken und Projekte und Aktionen zu initiieren. Der zukünftige Gemeinderat darf vor allem auch nicht nur den eigenen Kirchturm sehen, sondern sollte auch bereit sein, die Pfarrei mitzugestalten. Letztlich geht es ja um die Gestaltung von Kirche insgesamt, und nicht um die Verwaltung von Strukturen. Darum ist es wichtig, dass die Mitglieder der Gremien ihr Engagement zu allererst als Berufung ihres Christseins verstehen.

Wie wollen Sie die Menschen an die Wahlurne holen?

Meurer: Wie bei jeder demokratischen Wahl gilt auch bei den Gemeinderats- und Kirchenvorstandswahlen: Jede Stimme stärkt den Gemeinderat bzw. den Kirchenvorstand und ist darüber hinaus ein Zeichen der Wertschätzung der Kandidatinnen und Kandidaten und ihrer Arbeit. Jede Stimme zeigt aber auch, dass den Gemeindemitgliedern die Arbeit ihrer Gemeinde bzw. Pfarrei nicht gleichgültig ist. Wir hoffen, dass die Gemeinden die Wahlen rechtzeitig werbend ankündigen, so dass viele Gemeindemitglieder den Termin 6. und 7. November fest in den Kalender eintragen oder die Möglichkeit der Briefwahl nutzen. Bei den vergangenen Wahlen im Jahr 2005 sind 50 Prozent der Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer zur Wahl gegangen. Über ein solches Ergebnis würde ich mich freuen. 

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