"Vorhang auf!"                               

Es gab keinen roten Teppich und kein Blitzlichtgewitter. Die Veranstaltung am Sonntagnachmittag in der Essener "Lichtburg" zählte zweifelsohne nicht zu den spektakulärsten Premieren, die das Lichtspielhaus erlebt hat - doch sicher zu den ungewöhnlichsten.

Eine besondere Premiere in der "Lichtburg"

Es gab keinen roten Teppich, kein Blitzlichtgewitter, Starschaulaufen oder Scheinwerferlicht. Die Veranstaltung am Sonntagnachmittag in der Essener "Lichtburg" zählte zweifelsohne nicht zu den spektakulärsten Premieren, die das Lichtspielhaus erlebt hat - doch sicher zu den ungewöhnlichsten. Zum ersten Mal in seiner Geschichte wurde in Deutschlands größtem Filmpalast ein Gottesdienst live übertragen.

In Anbetracht des begrenzten Platzangebotes im Essener Dom hatte das Domkapitel Gläubige eingeladen, das Pontifikalamt zur Einführung des vierten Bischofs von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, in der "Lichtburg" nahe der Domkirche zu verfolgen. Rund 300 Gäste folgten der Einladung und nahmen eine teilweise abenteuerliche Anreise in Kauf, um die Einführung in dem Lichtspielhaus in der Essener Innenstadt zu erleben.

"Wir sind trotz des vielen Schnees aus dem Sauerland angereist" bekräftigen drei Frauen, als sie das Foyer betreten. Sie wollen sich das Ereignis nicht entgehen lassen und dem neuen Bischof ihre "Ehre erweisen", wie sie sagen. Ein anderer Zuschauer hastet durch die Eingangshalle und klopft sich den Schnee von den Schultern. Er hatte es zwar nicht ganz so weit, kam "nur" aus Düsseldorf, doch war sein Weg nicht weniger beschwerlich.  "In der S-Bahn hatte es gebrannt. Ich musste aussteigen und zu Fuß weiter", stöhnt er und rollt mit den Augen. Auch viele der übrigen Zuschauer wirken etwas abgekämpft, als sie in den Kinosaal strömen. Dieser Umstand und die Programmhefte mit Bischofs- und Bistumswappen, die sie in ihren Händen halten, lassen erahnen, dass es sich bei dieser Veranstaltung nicht um eine gewöhnliche Filmvorführung handeln kann.

"Wir waren ein wenig unsicher, ob die Feierlichtkeit des Pontifikalamtes auch in einem Kinosaal rüberkommen würde", räumt der Pressesprecher des Bistums Essen, Ulrich Lota, ein. "Doch die besondere Atmosphäre der 'Lichtburg' hat uns ermutigt, es trotzdem zu wagen", so Lota weiter. Und, wie ist es nun, einen Gottesdienst im Kino zu erleben? "Es hat mir gut gefallen. Es war würdig", so einer der Teilnehmer nach der Veranstaltung. "Die Leute haben sogar das Vaterunser mitgebetet und sich den Friedensgruß gegeben". Ein Publikum, das keine Mühen scheute und richtig mitging - die Premiere war, so scheint es, ein voller Erfolg. (pp)

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