Vor 75 Jahren von den Nazis verhaftet

Am 22. September 1939 wurde der Bottroper Kaplan Bernhard Poether von den Nationalsozialisten verhaftet. Er starb 1942 im Konzentrationslager Dachau. Die Bottroper Pfarrei St. Joseph gedenkt dieses Priester mit einer Andacht und einem Schweigemarsch.



Gedenken an Bottroper Kaplan Bernhard Poether

Vor genau 75 Jahren, am 22. September 1939, wurde der damals 33-jährige Kaplan Bernhard Poether im Pfarrhaus der Pfarrei St. Joseph in Bottrop-Batenbrock von der Gestapo der Nationalsozialisten festgenommen und inhaftiert. Hier nahm der Leidensweg des Priesters bis zu seinem Tod im Konzentrationslager (KZ) Dachau im Jahre 1942 seinen Anfang.

In Dankbarkeit gedenkt die Pfarrei St. Joseph am Montag, 22. September, 18.30 Uhr, in einer Andacht in der Kirche, Im Flaßviertel 8, des Kaplans, der wegen seines Glaubens im Konzentrationslager den Tod gefunden hat. Die Gedenkandacht feiert Pfarrer i. R. Ewald Spieker aus Münster-Hiltrup. Dort hat Bernhard Poether die Schule besucht und seine letzte Ruhestätte gefunden. Spieker hat ein Buch über das Leben des Märtyrers verfasst. Nach der Andacht wird zu einem Schweigemarsch entlang der Erinnerungsorte eingeladen. Der Weg führt vom Bild von Kaplan Poether in der Kirche über den „Stolperstein“ und die Gedenktafel am Pfarrhaus bis zur Seniorenwohnanlage „Bernhard-Poether-Haus“, wo der Schlusssegen erteilt wird.

„Das Eintreten für Christus und der gewaltsame Tod machen Bernhard Poether zu einem Märtyrer und Vorbild für uns heute und nachfolgende Generationen“, heißt es in dem Aufruf der Gemeinde St. Joseph.  

Am 4. April 1939 kam Bernhard Poether, gebürtig aus Datteln, als junger Kaplan in die Gemeinde St. Joseph. Nicht zuletzt wegen seiner Seelsorge für die so genannten „polnischen Christen“, mit der ihn sein Bischof Clemens August Graf von Galen beauftragt hatte, wurde Poether verhaftet. Im Polizeigefängnis der Stadt verhörte und demütigte man ihn. Am 19. März 1940 transportierten ihn die Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Sachsenhausen, wo er eine strenge Einzelhaft ertragen musste. Ein Jahr später überführte man ihn in den „Priesterblock“ im KZ Dachau. Dort starb Bernhard Poether am 5. August 1942 an den Folgen der Folter, Schikanen und der Unterernährung. Seine Urne mit der Asche aus Dachau fand 1992 in seiner Heimatpfarrkirche St. Clemens in Hiltrup eine würdige Stätte des Gedenkens.

Im Jahr 2007 wurde vor der Bottroper St. Joseph-Kirche im Gedenken an Kaplan Poether ein „Stolperstein“ ins Pflaster gelegt, ein weiterer 2009 vor der Herz Jesu-Kirche in Gladbeck-Zweckel. Neben der Seniorenwohnanlage trägt auch eine Straße in Bottrop den Namen des Kaplans. (do)

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