Von Schokostreuseln zum Zukunftsbild

Nahe bei den Menschen zu sein und den Glauben in ihrem Urlaubsalltag erfahrbar zu machen, das ist Programm bei der Touristenseelsorge des Bistums Essen auf der niederländischen Insel Texel. Dem Team am Wohnwagen in den Dünen ist es ein Herzensanliegen, dass Menschen hier Kirche auf eine andere Art erleben können.


Frikandel, Backfisch und bunte Schokostreusel - das kennen Urlauber in den Niederlanden nur zu gut. Doch was vor allem Letztere mit der Touristenseelsorge des Bistums Essen verbindet, erschließt sich vielleicht nicht auf den ersten Blick. Doch den rund 30 Besuchern des abendlichen Gottesdienstes in De Koog werden diese kleinen bunten Raspeln sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Nicht nur, weil sie quasi zum Grundnahrungsmittel am Wohnwagen der Seelsorger in den Dünen von De Koog gehören, sondern weil sie vor allem gekonnt mit dem „Gleichnis vom Arbeiter im Weinberg des Herrn“ in Verbindung gebracht wurden. Eine der Botschaften dieses Gleichnisses ist, dass Menschen sich davon lösen sollen, dem anderen all das zu missgönnen, das man selbst nicht hat, den allzu menschlichen Neid aufzugeben und das – auch unverdiente – Glück anderer zu akzeptieren. Der Neid am Frühstückstisch auf die letzten Schokostreusel, die auf den Brötchen der anderen landen - ein Gefühl, das in der Lebenswelt der Touristen sicherlich nicht unbekannt ist. Umso vertrauter kam ihnen der Bezug zum Gleichnis vor, den Franziskus Siepmann vom Team der Touristenseelsorge im Gottesdienst herstellte. "Neid ist sicher ein natürliches Gefühl, das jeder von uns kennt: Aber dem anderen etwas gönnen, nicht immer der Erste sein müssen, das ist auch Teil unserer Christseins."


Den Glauben erfahrbar machen

Nahe bei den Menschen zu sein und den Glauben in ihrem Urlaubsalltag erfahrbar zu machen, das ist Programm bei der Touristenseelsorge. Doch wer das vierköpfige Team am Wohnwagen in den Dünen erlebt, merkt schnell, dass es viel mehr für sie bedeutet. Es ist ihnen ein Herzensanliegen, Kirche für die Menschen in einer Art und Weise erfahrbar zu machen, die so manchem vielleicht fremd, aber sicherlich nicht unangenehm ist. Und so schultert Siepmann auch nach einem langen Tag in den Dünen, der mit zahlreichen Gesprächen gefüllt war, auch zum Abend noch voller Tatendrang die Gitarre und schwingt sich auf das Rad, um zum ökumenischen Taizégebet in den Ort zu radeln.


Die Vision wird greifbar

Rund 50 Touristen und Inselbewohner haben sich in der von Kerzen erleuchteten kleinen Kirche in der Dorpstraat von De Koog versammelt und lassen die einzigartige Stimmung, die den Raum erfüllt, auf sich wirken. Ein Augenblick, der Menschen vielleicht ein Stück weiter auf den Weg gebracht hat, mit Gott in Berührung zu kommen. Und nach gut eineinhalb Jahren Dialogprozess im Ruhrbistum wird für einen kurzen Moment die Vision des Zukunftsbildes greifbar. (ja)

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