Von der Sexual- zur Beziehungsethik

Beim Religionspädagogischen Abend des Bistums Essen trat Moraltheologe Prof. Konrad Hilpert für eine neue Sichtweise ein. „Wenn Sexualität eine Sprache ist, dann muss man sie erlernen", so sein Tenor.

Bischof Overbeck diskutierte mit Religionslehrern über Sexualerziehung

„Wenn Sexualität eine Sprache ist, dann muss man sie erlernen“, lautete einer der wesentlichen Aussagen des Moraltheologen Prof. Dr. Konrad Hilpert, der jetzt in einem Grundsatzreferat vor Religionslehrern im Bistum Essen über die bislang ungelösten Probleme der Sexualethik in der katholischen Kirche sprach. Beim Religionspädagogischen Abend 2014 in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim lenkte Hilpert den Blick unter anderem auf nichteheliche Lebensformen sowie die Trennbarkeit von Liebe, Sexualität, Zeugung und dem Entschluss zur Dauerhaftigkeit. Der Wissenschaftler trat für einen Wandel von der Sexualethik zur Beziehungsethik ein und benannte als grundsätzliche Orientierungen im Hinblick auf das Verhalten der Einzelnen die Punkte Achtsamkeit, Behutsamkeit, Integrierung, Personalisierung, Werthaftigkeit und Kultivierung.

An der anschließenden Diskussion beteiligte sich auf dem Podium auch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck. Hier wurden die gesellschaftlichen und theologischen Probleme zum Teil konkretisiert und mit Problemen in der schulischen Sexualerziehung verknüpft, indem die Teilnehmer des Religionspädagogischen Abends ihre Perspektive in die Diskussion einbrachten.

Der von Hilpert bereits hervorgehobene Begriff „Achtsamkeit“ spielt in der anschließend von Andrea Gersch vorgestellten Arbeitshilfe für die Grundschule „Den ganzen Menschen sehen – eine Sexualerziehung der Achtsamkeit“ eine zentrale Rolle. Für die Sekundarstufen stellten Sabine Kahler und Dr. Tobias Voßhenrich unter dem Titel „Let’s talk about sex“ eine Arbeitshilfe vor, die den Begriff der Kommunikation bezogen auf eine christliche Sexualethik besonders in den Vordergrund stellt und sehr anschaulich über hilfreiche Methoden für den Religionsunterricht informiert. (tr)

Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen

0201/2204-266

0201/2204-507

presse@bistum-essen.de

Presse