Vom Glück in der Warteschleife

In der Warteschleife einer Telefonanlage hängen zu bleiben, ist kein wirklicher Spaß. Es sei denn, man bekommt das Lied der Klasse 9c des Essener Mariengymnasiums zu hören.

Wettbewerb für „Warteschleifenmelodie“ - mit dabei Schülerinnen des Mariengymnasiums

„Hallo! Hello! Salut!“ Das Lied beginnt und der Zuhörer ist vom ersten Takt an begeistert. Die Vorstellung, bei der Stadt Essen anzurufen, in der Warteschleife der Telefonzentrale zu stecken, ist in diesem Moment gar nicht so schlecht. Die Kombination von tollem Rhythmus und witzigem Text, gesungen von einem dreistimmigen Chor, verkürzen die Zeit optimal. Aber so weit ist es noch nicht ....

Die Schülerinnen der 9c des Bischöflichen Mariengymnasiums in Essen-Werden müssen sich noch ein wenig gedulden. Spontan haben die 19 Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren bei dem Wettbewerb „Komponiere eine Wartemelodie für die Telefonanlage der Stadt Essen“ mitgemacht. „Eigentlich wollten wir einen Klassensong schreiben. Dann haben wir kurzerhand umentschieden. Wir haben uns beim Kompositionswettbewerb angemeldet“, erzählen die Mädchen. Zwei Monate haben sie in den Musikstunden, aber auch in den Pausen und zu Hause die Köpfe zusammengesteckt. Aus einer bloßen Idee ist eine richtige Komposition geworden.

Die 14- und 15-jährigen können stolz auf sich sein. „Sie haben einen dreisprachigen Text, deutsch, englisch und französisch, entwickelt. Im Refrain wird dreistimmig gesungen und in den Strophen wird sogar gerappt. Und bei allem haben die Schülerinnen darauf geachtet, dass der Song loopfähig ist, also immer und immer wieder von vorne beginnen kann“, erzählt Dirk Wolinski. Als Musiklehrer der Klasse hat er mit dem Flyer der Stadt alles ins Rollen gebracht. Bei der musikalischen Arbeit hat Wolinski die Mädchen begleitet und immer wieder mit Tipps und dem Piano zur Seite gestanden.

Insgesamt haben 52 junge Komponisten aus ganz Nordrhein-Westfalen an dem Wettbewerb teilgenommen. Die Mädchen sind als einzige als Schulklasse dabei und sind schon richtig weit gekommen – nämlich unter die ersten zwölf! „Da sind wir schon mächtig stolz“, lachen sie alle um die Wette. Der kommende Donnerstag, 18. Februar, der Tag, an dem die Jury entscheidet, welche Kompositionen die Plätze eins bis drei belegen, lässt bei den Schülerinnen dann doch ein wenig Nervosität  aufkommen. „Wir hoffen natürlich, dass wir unter den Gewinnern sind. Aber wirklich vorstellen kann es sich wahrscheinlich keine von uns“, so die Mädchen.

Zu verdanken hat die Klasse 9c die ganze Aufregung übrigens ihrer Mitschülerin Jill. Die 14-jährige ist Ideengeberin und „Summerin“ der Klasse. „Ich hatte eine Melodie im Ohr, habe die ständig gesummt. Jetzt ist diese Melodie in Teilen zur Warteschleifenmusik verarbeitet“, so Jill nicht ohne Stolz, dass ihre Kreativität zu einem solchen Ergebnis beigetragen hat.

Wenn alles gut geht, ist die Melodie aus Essen-Werden demnächst weltweit zuhören, wenn Menschen die Essener Stadtverwaltung versuchen, telefonisch zu erreichen: „Hallo! Hello! Salut! Glück auf! It’s me now, ....“ (dr)

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