von Ulrich Lota

Vom Geheimsekretär zum „Kommissar h.c.“

Prälat Martin Pischel, Domkapitular und früherer Personalchef für das pastorale Personal im Ruhrbistum, vollendet sein 75. Lebensjahr.

Domkapitular Prälat Martin Pischel vollendet 75. Lebensjahr

Bischöflicher Geheimsekretär, Päpstlicher Ehrenkaplan, Wirklicher Geistlicher Rat,  Domkapitular – der Lebenslauf von Prälat Martin Pischel weist viele Titel auf. Sie spiegeln nicht nur ein bewegtes priesterliches Leben wider, sondern sind auch Zeichen höchster Anerkennung. Doch damit nicht genug: Prälat Pischel ist sogar “Kommissar h.c.” - seit über 25 Jahren. Am Montag, 1. August, vollendet der ehemalige Personalchef für die Geistlichen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst im Bistum Essen sein 75. Lebensjahr.

"Begleitender, Hörender, Helfender"

„Prälat Pischel war zuerst Priester und kein Funktionär“, so Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck. In dem Wirken des Domkapitulars sei immer das erfahrbar gewesen, was eine „Hirtenspiritualität“ ausmache: „Demut, eine tiefe Verbundenheit mit Christus, Kollegialität sowie lernend und lehrend zu leben und den Glauben zu bezeugen“. Pischel sei immer ein „Begleitender, Hörender und Helfender“ gewesen, mit einem Wissen über das Bistum wie kaum ein anderer.

Bischöflicher Kaplan und Geheimsekretär von Franz Hengsbach

Martin Pischel ist alles andere als ein Mann, den es ins Rampenlicht drängt. Er besitzt vielmehr die liebenswürdige Fähigkeit, sich als Person zurückzunehmen. Diese Bescheidenheit zeichnet ihn ebenso aus wie seine offene und warmherzige Art. 18 Jahre hatte der 1941 in Neiße geborene Pischel an der Seite des ersten Bischofs von Essen, Kardinal Franz Hengsbach, gestanden. Als Bischöflicher Kaplan und Geheimsekretär war er nicht von der Seite des ersten Ruhrbischofs wegzudenken.

Priesterweihe in Essen-Burgaltendorf

Am 19. Juli 1967 hatte er von Bischof Hengsbach in der Pfarrkirche Herz Jesu in Essen-Burgaltendorf die Priesterweihe empfangen. Nach knapp vierjähriger Tätigkeit als Kaplan in der Pfarrei St. Barbara in Duisburg-Hamborn ernannte ihn Hengsbach zum Bischöflichen Kaplan und holte ihn ins Bischofshaus. 1976 wurde Pischel Domvikar an der Essener Domkirche und 1982 zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt. 1989 wechselte er in das Personaldezernat des Bischöflichen Generalvikariates, dessen Leitung er drei Jahre später übernahm. Seit 1992 gehört Pischel als Residierender Domkapitular dem Domkapitel an der Essener Kathedralkirche an. Sowohl Bischof Hubert Luthe als auch dessen Nachfolger Felix Genn beriefen ihn jeweils zum stellvertretenden Bischöflichen Generalvikar. Papst Johannes Paul II. würdigte Pischels Arbeit 1996 mit der Ernennung zum Päpstlichen Ehrenprälaten. 

Hilfe bei einer gescheiterten Erpressung

Unter den zahlreichen Auszeichnungen dürfte der Titel „Kommissar ehrenhalber“ sicher der ungewöhnlichste sein. Die Essener Kriminalpolizei hatte ihn 1985 mit dieser Ernennung als Anerkennung der guten Zusammenarbeit bei einer gescheiterten Erpressung dreier Chemiekonzerne ausgezeichnet. Der Essener Bischof Dr. Franz Hengsbach sollte damals das geforderte Lösegeld neun Millionen Mark überbringen. Pischel vermittelte die ersten Telefonkontakte mit den Erpressern und hielt sie hin, bis die Kripo den Fall übernahm.

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