von Cordula Spangenberg

"Überwältigende Mehrheit der Muslime lehnt Gewalt ab“

Nahost-Experte Günter Meyer kritisiert in der katholischen Akademie "Die Wolfsburg" in Mülheim einseitige Islam-Berichterstattung deutscher Medien.

Eine einseitige Berichterstattung über den Islam legt der Mainzer Nahost-Experte Prof. Günter Meyer den deutschen Medien zur Last. Nur eine verschwindende Minderheit der in Deutschland lebenden Muslime würde Sympathien für den „Islamischen Staat“ empfinden. Die überwältigende Mehrheit  lehne die Gewalttätigkeit des IS strikt ab. Entsprechende Stellungnahmen deutscher Moschee-Gemeinden und Islam-Verbände würden in der medialen Berichterstattung jedoch meist nicht berücksichtigt, kritisierte Meyer am Dienstag am Rande einer Tagung zum „Islamischen Staat“ in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim. Meyer leitet das Zentrum für Forschung zur arabischen Welt an der Universität Mainz. Als jüngstes Beispiel nannte er den Aufruf dreier Oberhäupter christlicher Kirchen aus Damaskus vom 25. August, die wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen des Westens gegenüber Syrien auszusetzen, da sie die Lebenssituation der syrischen Bevölkerung massiv verschlimmerten. Dieser Appell habe in der deutschen Medienlandschaft kaum einen Widerhall gefunden.

Zur weiteren Entwicklung des extremistischen Islams prognostizierte Meyer in Mülheim: „Der ‚Islamische Staat‘ kann in Syrien und im Irak zwar territorial zerschlagen werden. Als globale Terrororganisation mit höchst gefährlicher Ideologie wird er uns jedoch noch Jahrzehnte beschäftigen.“

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