Treffen auf dem „Kirchplatz“ mit dem Bischof

Es war eine "Konferenz" ohne Thesen- oder Strategiepapiere. Die Klausurtagung der Jugendpastoral im Bistum Essen am 19. und 20. April war eine Einladung zur Selbstreflexion, zum Nachdenken über den Grund und die Quelle des Christseins. Auch Bischof Overbeck mischte sich unter die Teilnehmer der Gesprächskreise.

Klausurtagung der Jugendpastoral ging zurück zu den „Quellen“

Nein, es ging diesmal nicht um Tagesordnungspunkte, Thesenpapiere, Theorien oder Strategien. Es war eine „Konferenz“ der ganz anderen Art. Denn die Klausurtagung der Jugendpastoral im Bistum Essen am 19. und 20. April im Jugendhaus St. Altfrid in Essen-Kettwig war eine Einladung zur Selbstreflexion, zum Nachdenken über den Grund und die Quelle des Christseins. „Wir sind nicht zuerst Priester oder Laien, Ehrenamtliche oder Hauptberufliche, progressiv oder konservativ, sondern wir sind zuerst Getaufte und Gefirmte – und als solche gemeinsam Teil des Volkes Gottes“, hatte Diözesanjugendseelsorger Domvikar Stefan Otterbach schon im Einladungsschreiben betont. Das Treffen solle Gelegenheit bieten, diese gemeinsame „Quelle“ zu erfahren, „unser Vertrauen in uns selbst, in unsere Gemeinschaft und in unsere Berufung zu erneuern und zu stärken“.

Und dazu bot die Klausurtagung reichlich Gelegenheit, an der am Freitagabend auch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck teilnahm. Nach dem gemeinsamen Abendgebet in der Kirche trafen sich Priester, Ordensleute, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendpastoral, darunter auch Vertreter aus Verbänden, Jugendkirchen und Offenen Türen, zum großen „Treffen auf dem Kirchplatz“. Nein, keiner musste frieren, denn der „Kirchplatz“ befand sich im „Schloss“ des Jugendhauses. So wie Kirchenbesucher nach dem Gottesdienst in vielen kleinen Gruppen auf dem Kirchplatz ein Pläuschchen halten, nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer  in Sitzgruppen auf Papp-Hockern Platz, um über „Gott und die Welt“ zu reden – und mittendrin Bischof Overbeck.

Es war eine entspannte und zugleich doch sehr persönliche Gesprächsatmosphäre, denn es ging häufig um Fragen, die offene und authentische Antworten verlangten. Zum Beispiel: Lesen Sie in der Bibel und wann? Welches ist meine Lieblingsstelle? Wie stellen Sie sich den Himmel vor? Auf diese Glaubensfragen gab es sehr persönliche Antworten. Der Bischof hielt sich da nicht zurück, suchte das Gespräch mit seinem linken oder rechten Nachbarn, wechselte von einer Gesprächsgruppe in die andere, war mal Zuhörer, mal aktiver Dialogpartner. Begeistert waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Ungezwungenheit, Dichte und Authentizität der Gespräche sowie vom Austausch und Dialog auf Augenhöhe.

Vertieft wurde das Thema der Tagung am Samstag in sechs Erfahrungsräumen, in denen es um Körper, Musik, Kunst, Bibliodrama, persönliche und stimmliche Präsenz und Überzeugungskraft sowie um pastoraltheologische und spirituelle Überlegung zur Jugendarbeit ging.

Dankbar waren die Teilnehmer für die ganz persönlichen Erfahrungen, die sie auf der Tagung machen konnten. „Das hat mir etwas gegeben“, war das Fazit. Und auch Diözesanjugendseelsorger freut sich darüber, dass es gelungen sei, quer durch alle Berufsgruppen und Arbeitsfelder der Jugendseelsorge eine „besondere Art des Miteinanders und Dialoges“ zu schaffen.

Wie wichtig ganz persönliche Glaubenserfahrungen sind, hat Bischof Overbeck  in den Grundlinien für hauptberuflich Mitarbeitende in der Jugendpastoral des Bistums Essen unterstrichen: „Missionarische Jugendpastoral meint zunächst, dass wir selbst als Getaufte die Liebe und Barmherzigkeit Gottes in unserem Leben als heilsam erfahren haben und diese Erfahrung mit anderen Menschen teilen möchten.“ Genau dies war auch Ziel der Klausurtagung in St. Altfrid. (do)

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