Taizé-Treffen: Silvester mit Tiefgang

Rund 40.000 Jugendliche und junge Erwachsene aus aller Welt nahmen rund um den Jahreswechsel am Taizé-Silvester-Treffen in Rom teil. Mit dabei waren auch 15 Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum Essen. Das Hightlight: Ein gemeinsames Gebet mit Papst Benedikt XVI..


Pilger aus dem Ruhrbistum beim internationalen Jugendtreffen in Rom


Die Lateranbasilika in Rom ist ein Lichtermeer. Rund um den Altar leuchten hunderte Kerzen, im Halbdunkel des Kirchenschiffes sitzen mehrere Tausend junge Menschen auf dem Boden und singen. Rund 40.000 Jugendliche und junge Erwachsene aus aller Welt waren rund um den Jahreswechsel zu Gast in Italiens Hauptstadt. Der Grund: Das Taizé-Silvester-Treffen. Auch 15 Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum Essen waren dort.

Kerzen statt Feuerwerk – Singen statt Partymusik

Das Taizé-Silvester-Treffen hat mittlerweile eine lange Tradition. Jahr für Jahr treffen sich junge Menschen aus allen Ländern und Konfessionen in einer europäischen Großstadt, um dort den Jahreswechsel zu feiern und Kirche mal etwas „anders“ zu erleben. Sie beten und singen gemeinsam, leben in Gastfamilien und lernen so die Gemeinde vor Ort kennen. Das alles ist Teil des „Pilgerweges des Vertrauens“, der von Taizé ausgeht. Nicht fehlen durften da in Rom auch die gemeinsamen Gebete am Abend und am Morgen, die in sieben Basiliken und großen Innenstadtkirchen Roms stattfanden: der Lateranbasilika, Santa Maria Maggiore und St. Paul vor den Mauern. Oder das gemeinsame Mittagessen, zu dem sich die Pilgerinnen und Pilger am Circo Massimo trafen. Auf dem Programm standen außerdem Besuche der Katakomben und anderer, für den Glauben wichtiger Orte. Ein ganz besonderes Highligt: das gemeinsame Gebet mit Papst Benedikt XVI.. An den Nachmittagen konnten die Teilnehmer an Workshops zu spirituellen, künstlerischen und sozialen Themen teilnehmen. Ein Abendgebet für den Frieden und das anschließende „Fest der Nationen“ leitete schließlich das neue Jahr ein. Worin die Faszination dieser Treffen liegt? „Es sind die Begegnungen mit fröhlichen jungen Christen aus aller Welt und intensiven gemeinsamen Gebet!“, erzählt Christian Touissant aus Essen.

Ein Zeichen für Ruanda

Besondere Aufmerksamkeit galt in diesem Jahr den Christen in Afrika. Bereits im November waren einige Taizé-Brüder zu einem „Pilgerweg des Vertrauens“ nach Ruanda gereist. Aus dem von Völkermord und Bürgerkrieg gezeichneten Land brachten die Taize-Brüder einen Korb voller Samen mit, die symbolisch auf der ganzen Welt verteilt werden und Frieden stiften sollen. In zahlreiche Länder auf dem Balkan und Lateinamerika wurden solche Körbe bereits verschickt. Auch der Papst erhielt während des Abendgebets in Rom einen Samenkorb. Stellvertretend für die deutschen Pilgerinnen und Pilger erhielt die Jugendkirche TABGHA aus Oberhausen die Samen. „Wir werden sie am Ostersonntag im Rahmen eines Taizé-Gottesdienstes bei uns im Garten einpflanzen“, so Stefan Wiesel, Leiter der Jugendkirche TAGBHA.

Taizé: Weltweite Faszination

Heute zählt die Communauté de Taizé an die hundert Brüder, Katholiken und Mitglieder verschiedener evangelischer Kirchen. Sie stammen aus über fünfundzwanzig Ländern. Durch ihr Dasein selbst ist die Communauté ein konkretes Zeichen der Versöhnung unter gespaltenen Christen und getrennten Völkern. Bekannt ist die Gemeinschaft vor allem durch die in Taizé und verschiedenen anderen Orten ausgerichteten ökumenischen Jugendtreffen, zu denen Besucher vieler Nationalitäten und Konfessionen kommen. Mit den Jahren nahm die Zahl der jungen Gäste in Taizé zu; sie kommen von allen fünf Kontinenten, um an den wöchentlichen Jugendtreffen teilzunehmen. Jugendliche haben in Taizé die Möglichkeit, eine Woche oder das Wochenende in Stille zu verbringen und der Frage nachzugehen, was Gott ihnen im Gebet, in der Bibel oder durch Ereignisse im eigenen Leben zu verstehen gibt. Ein ganz wesentliches Element in Taizé-Gottesdiensten ist der Gesang. Taizé greift dabei den Grundgedanken auf, dass mit Gesängen zu beten eine wesentliche Form der Suche nach Gott ist. Kurze, stets wiederholte Lieder schaffen eine Atmosphäre, in der die Teilnehmer gesammelt beten können. Der oftmals wiederholte, aus wenigen Wörtern bestehende und schnell zu erfassende Grundgedanke der Lieder soll eine Hilfe zum persönlichen Gebet darstellen. (ms)


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