Stärkere Prävention und offensiverer Umgang

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz berät heute über eine Präzisierung der Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, setzt dabei auch auf eine stärkere Prävention.

Bischöfe wollen Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch päzisieren

Am heutigen Montag, 23. August, wollen die katholischen Bischöfe beim Ständigen Rat in Würzburg über eine Neufassung ihrer Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch beraten. Ziel sei es unter anderem, offensiver mit dem Thema umzugehen und stärker auf Prävention zu setzen, kündigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in einem vor wenigen Tagen aufgezeichneten Interview mit dem Sender "Phoenix" an. "Wir werden in der Bischofskonferenz die Leitlinien noch einmal präzisieren; ich denke, das werden wir nächste Woche tun können."

Bereits im Februar hatten die Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Freiburg angekündigt, die seit 2002 bestehenden Leitlinien überarbeiten zu wollen. Dazu schalteten sie auch externe Experten ein. Strittig war bisher vor allem die Frage, ob es eine generelle Pflicht geben soll, bei jedem begründeten Verdachtsfall die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Dies hatten die bayerischen Bischöfe im März beschlossen. Opferschutzverbände warnen jedoch vor einer solchen Pflicht, da ein Eingreifen der Strafverfolgungsbehörden von den Opfern nicht immer gewünscht werde.



Stichwort: Ständiger Rat

Der Ständige Rat ist nach der Vollversammlung das wichtigste Organ der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Dem Gremium gehören die 27 Ortsbischöfe an , im Unterschied zur Vollversammlung aber nicht die Weihbischöfe. Tagungsort ist das Kloster Himmelspforten bei Würzburg.

Der seit 1974 bestehende Rat, der üblicherweise fünf Mal im Jahr zusammenkommt, befasst sich laut Statuten mit den laufenden Aufgaben der Bischofskonferenz, koordiniert die pastorale Arbeit in den Diözesen und berät "dringliche kirchenpolitische und organisatorische Fragen". Festgeschrieben sind auch "Dringlichkeitsentscheidungen in Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit der Vollversammlung fallen, aber keinen Aufschub" dulden. (KNA/do)

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