Singen für Gott und die Welt

Die Essener Domsingknaben suchen "Mitsänger". Der Knabenchor an der Essener Kathedralkirche sucht keine "Superstars", sondern ganz normale Jungs, die Freude an der Musik haben.


Essener Domsingknaben suchen „Mitsänger“

"Casting" gibt's nicht nur im Fernsehen - auch die Essener Domsingknaben suchen - wie "alle Jahre wieder" -  „Mitsänger“ für ihren Chor. Und dafür werden nicht „das Supertalent“ oder „der Superstar“ gesucht, sondern ganz normale Jungs, die Freude an der Musik und eine ausbildungsfähige Stimme haben. Domsingknaben in spe können sich beim Leiter des Chores, Domkapellmeister Georg Sump, vorstellen und ihr Talent beweisen. Ein Einstieg in die Vorschule ist ab sofort möglich.

Wer das „Casting“ besteht, wird zunächst in die Vorschule aufgenommen, wo eine gründliche theoretische und praktische Ausbildung auf die künftigen Gesangstars wartet. Eine Stimmbildnerin formt das „Instrument“ der Sänger. Die Kinder lernen, „vom Blatt“ zu singen und – wenn gewünscht – ein Instrument zu spielen. Außerdem werden auf Wunsch Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung angeboten.

Nach etwa einem Jahr werden die Jungen offiziell in den Chor der Essener Domsingknaben, den Kenner zu den besten Domknabenchören Deutschlands zählen, aufgenommen. Hauptaufgabe des Knabenchores ist es, im Wechsel mit dem Domchor und dem Mädchenchor die Gottesdienste im Essener Dom musikalisch zu gestalten. Darüber hinaus stehen regelmäßig Auftritte in Kirchen und Konzertsälen der Region, aber auch in ganz Deutschland und im Ausland auf dem Plan der jungen Sänger. So beispielsweise noch in Kürze eine Konzertreise nach Würzburg. Und im Dezember steht ein Highlight für die Jungen auf dem Programm: eine Konzertreise in die Ewige Stadt Rom.

Selbstverständlich wird nicht nur miteinander gesungen, sondern auch gemeinsam gespielt und gefeiert; regelmäßig wird den Domsingknaben auch eine Ferienfreizeit in Südtirol angeboten. Hier und bei anderen gemeinsamen Unternehmungen wächst die Chorgemeinschaft auch außerhalb der Proben und Auftritte zusammen. Die älteren Sänger übernehmen Verantwortung für die jüngeren und geben so ihre Erfahrungen an die nächste Sängergeneration weiter.

Jungen ab sieben Jahren, die Interesse haben, ein Domsingknabe zu werden, können sich beim Leiter des Chores, Domkapellmeister Georg Sump, Klosterstraße 4 in Essen, melden (Telefon 0201/2204-427 oder per e-mail: georg.sump@bistum-essen.de). (mi)  
 


DAS STICHWORT: Essener Domsingknaben

Ihre Tradition reicht zurück ins 9. Jahrhundert. Im Jahre 852 stiftete der
heilige Altfrid, Bischof von Hildesheim, auf seinem GutAstnide (das heutige
Essen) ein Damenstift für die Töchter des sächsischen Hochadels. Schon bald übernahmen neben den Stiftsdamen und den Geistlichen des Kanonikerkapitels zwölf Scholaren, das sind Sängerknaben, den liturgischen Gesang in den Stiftsgottesdiensten. Für die musikalische Ausbildung der Sängerknaben wurde die Stiftsschule gegründet, der Vorläufer der heutigen Domsingschule. Sie unterstand der Äbtissin, die mit der Leitung der Schule einen Kanoniker beauftragte. Neben der Unterweisung im Choralgesang erhielten die Scholaren in der Stiftsschule auch eine allgemeine Ausbildung. Ihre Gegenleistung für vollständig freien Unterricht und Lebensunterhalt bestand in der Ausübung des Choralgesanges bei allen Gottesdiensten, liturgischen Feiern und Prozessionen in der Münsterkirche.

Mit der Errichtung des Bistums Essen am 1. Januar 1958 wurde die Essener
Münsterkirche zur Kathedralkirche des Ruhrbischofs. Der erste Bischof von Essen und spätere Kardinal Franz Hengsbach knüpfte an die alte Tradition des Knabenchorgesangs in der Münsterkirche, die mit der Aufhebung des Stiftes im Zuge der Säkularisation zu Anfang des 19. Jahrhunderts zu Ende gegangen war, an, als er im Mai 1961 die Domsingschule ins Leben rief. Aus bescheidenen Anfängen hat sich im Laufe der Jahre eine gut strukturierte musikalische Ausbildungsstätte entwickelt, die in den verschiedenen Chorgruppen (Vorschule, B-Chor, A-Chor, Männerchor, Mutantenrunde) von rund 130 Jungen und jungen Männern im Alter von sieben bis 30 Jahren besucht wird. Zwei- bis dreimal wöchentlich kommen sie zu Chorproben, Einzelgesangs- und Instrumentalunterricht in die Domsingschule. In der Vorschule werden die jungen Sänger ein Jahr lang gründlich theoretisch und praktisch ausgebildet, bevor sie während eines Kapitelsamtes in der Essener Domkirche feierlich in den Chor aufgenommen werden.

Stimmbildung, "Vom-Blatt-Singen", das Spielen eines Instrumentes und vieles mehr gehört zu ihrem Stundenplan. Die Hauptaufgabe der Domsingknaben ist es, im Wechsel mit dem Domchor und dem Mädchenchor die Gottesdienste in der Essener Domkirche musikalisch zu gestalten. Darüber hinaus stehen regelmäßig Auftritte in Kirchen und Konzertsälen der Region, aber auch in ganz Deutschland und im Ausland auf dem Plan der Domsingknaben.

Seit 1975 ist Domkapellmeister Georg Sump Leiter der Domsingschule und der Essener Domsingknaben.

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