„Sich mit Christus enger verbinden“

Erst Chemielaborant, anschließend Theologiestudium und Eintritt in den Orden der Prämonstratenser. Jetzt weihte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in der Abtei-Kirche in Duisburg-Hamborn Frater Michael Stern zum Priester.

Bischof Overbeck weihte Frater Michael in der Abtei Hamborn zum Priester

In einem festlichen Gottesdienst hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Dienstagabend, 28. August, Frater Michael Stern OPraem aus Duisburg in der Abtei-Kirche in Hamborn zum Priester geweiht.

Dass das Priesteramt zugleich als Dienst an Jesus Christus und am Menschen zu verstehen sei, betonte Bischof Overbeck in der Predigt. „Es ist ein sehr menschlicher Rahmen, an dem sich Ihr Christsein als Chorherr und als katholischer Priester zu bewähren hat“, wandte er sich an den Weihekandidaten. „Sie sind nicht erst Priester und gehen dann zu den Menschen – Sie sind Priester, wenn Sie zu den Menschen gehen, weil Sie damit den Spuren Jesu folgen und seiner Sendung treu bleiben“, so der Ruhrbischof weiter. Denn beim Dienst an Christus, der den Priestern in der Weihe übertragen werde, gehe es um Christus im Menschen.

Michael Stern gehört zu den „spätberufenen“ Priestern im Bistum Essen. Sein Theologiestudium in Hannover begann der heute 39-jährige erst 1996, nach einer Berufsausbildung zum Chemielaboranten. Nach dem Vordiplom wechselte Stern zunächst nach Bonn und später an die Universität Tübingen, wo er das Studium abschloss. Während eines Praktikums in der Krankenhausseelsorge, das er parallel zum Studium absolvierte, knüpfte er erste Kontakte zu den Prämonstratensern. Mit der Idee und dem Geist des Heiligen Norberts, dem Gründer des Prämonstratenser-Ordens, angesteckt, besuchte Frater Michael auch die Abtei in Hamborn. „Es war für mich relativ schnell klar, dass ich in den Orden der Prämonstratenser eintreten wollte und hier mein Weg weitergeht“, erinnert sich der Diplomtheologe. Erst im März dieses Jahres hat sich Frater Michael durch die „Ewige Profess“ ganz an den Orden der Prämonstratenser und an die Abtei Hamborn gebunden. Als Ordensmann wird er dort weiterhin in Gemeinschaft leben. „Hier habe ich meine Mitbrüder, die mich auffangen können, die zu Gesprächen bereit sind und kurz um, ich lebe wie in einer ‚richtigen’ Familie“, so der frischgebackene „Pater“l Stern. Welche Aufgaben er künftig übernehmen soll, erfährt der 39-jährige erst in den kommenden Tagen. (ms)


Stichwort: Prämonstratenser-Abtei Hamborn

Der Orden der Prämonstratenser (auch Norbertiner) wurde 1121 von Norbert von Xanten in Prémontré, Frankreich gegründet. Norbert folgte damit der Vision eines offenen Klosters mit einer tätigen Bruderschaft. Die Prämonstratenser waren und sind seelsorgerisch in den unterschiedlichsten Bereichen als Priester und Lehrer tätig.

Die Abtei Hamborn wurde 1136 gegründet und bestand bis zur Säkularisation 1806. Der Konvent kehrte 1959 wieder in die Abtei zurück und zählt heute 28 Mitbrüder. Neben der pastoralen Arbeit in der Hamborner Pfarrgemeinde sowie weiteren Gemeinden nehmen einzelne Mitbrüder Aufgaben in der bischöflichen Verwaltung, in der Leitung des Hilfswerks "Subsidiaris" in Magdeburg, in der Unternehmensberatung, im schulischen Unterricht, in der geistigen Betreuung von Ordensschwestern, von kirchlichen Vereinen und Verbänden, in Lehre und Wissenschaft an Universitäten, sowie der Notfall- und der Feuerwehrseelsorge, der Kranken- und Altenseelsorge wahr. Der heutige Konvent leistet so einen wichtigen Beitrag mit pastoralem, kulturellem und sozialen Engagement.


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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