Seine Kompetenz bleibt weiterhin gefragt

Gut 20 Jahre war er Finanzdirektor des Bistums Essen und trug somit große Verantwortung für die Finanzen des Ruhrbistums. Jetzt wurde Ludger Krösmann mit einem feierlichen Gottesdienst und einem anschließendem Empfang in den Ruhestand verabschiedet.



Langjähriger Finanzdirektor des Ruhrbistums verabschiedet

Warum wechselt ein erfahrender Finanzfachmann aus der freien Wirtschaft auf den Stuhl des Bischöflichen Finanzdirektors im Bistum Essen? Nicht Wenige stellten sich vor über 20 Jahren diese Frage, als Ludger Krösmann sein neues Amt antrat. Der erfolgreiche Banker, den sein alter Arbeitgeber nur ungern ziehen ließ, gab selbst die Antwort: Er freue sich auf eine „spannende Lebensaufgabe“, wie er damals in einem Zeitungsinterview erklärte. Wie spannend sein neuer Job in der Kirche tatsächlich werden würde und welche Herausforderungen auf ihn warteten, konnte er bald erfahren. Jetzt steht für Ludger Krösmann ein weiterer Wechsel an: In diesem Monat tritt er in den Ruhestand. Doch ruhig wird sein neuer Lebensabschnitt kaum werden.

Nach einer Banklehre hatte der gebürtige Münsteraner zunächst Rechtswissenschaften studiert. Nach dem Zweiten juristischen Staatsexamen kehrte er zur Bank zurück und absolvierte eine Trainee-Ausbildung als Filialleiter. In dieser Funktion war er für die Commerzbank in verschiedenen Städten tätig, unter anderem in Magdeburg und Osterode (Harz). Anfang 1994 wechselte er zum Bistum Essen und arbeitete sich in sein neues, „doch verwandtschaftliches Aufgabengebiet“ ein, wie er es formulierte. Zum 1. Juni 1994 erfolgte schließlich die Ernennung zum Bischöflichen Finanzdirektor.

„Es ist keine leichte und dankbare Aufgabe in unserer Kirche, die Verantwortung für die Finanzen zu tragen“, betonte Generalvikar Klaus Pfeffer bei der Feier zur Verabschiedung des langjährigen Finanzchefs. Und dies gelte nicht erst seit den durch den Limburger Skandal ausgelösten heftigen Diskussionen.

Keine Frage: An besonderen Herausforderungen hat es Ludger Krösmann während seiner Amtszeit nicht gemangelt. 1997 zum Beispiel, als sich das Ruhrbistum als bundesweit erste Diözese überhaupt von der Unternehmensberatung McKinsey auf den Prüfstand stellen ließ. Oder 2004, als eine noch umfassendere Strukturreform und einschneidende Sparmaßnahmen notwendig waren und das Bistum Essen sogar 40 Millionen Euro Schulden machen musste. Es sei auch Ludger Krösmann zu danken, so der Generalvikar, dass das Bistum Essen heute nahezu schuldenfrei sei und er seinem Nachfolger einen geordneten Finanzhaushalt übergeben könne.  

Der Generalvikar erinnerte auch an die Einführung der kaufmännischen Buchführung im Bistum Essen. Damit habe Krösmann wesentlich zur immer wieder geforderten Transparenz kirchlicher Finanzen beigetragen. Beispielhaft seien ebenso die seit drei Jahren vom Finanzdezernat veröffentlichten Haushaltsberichte, die bundesweit Maßstäbe gesetzt hätten.

Kein Wunder, dass so viel Fachkompetenz auch außerhalb des Ruhrbistums gefragt war und ist. So gehörte Krösmann unter anderem über viele Jahre dem Treuhandausschuss sowie der Finanz- und Clearingkommission des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) an und engagierte sich darüber hinaus in verschiedenen Kuratorien, Stiftungen sowie Aufsichts- und Verwaltungsräten.

An Dank und Anerkennung für dieses vielfältige Wirken hat es in den vergangenen Wochen nicht gefehlt. „Mir hat das gezeigt, wieviel Respekt und Wertschätzung Sie sich in all den Jahren in und außerhalb unseres Bistums erworben haben“, hob Pfeffer hervor. Von ganzem Herzen spreche auch er ihm seinen Dank für seinen langjährigen Einsatz aus und wünsche ihm, dass er seinen neuen Lebensabschnitt genießen könne.

Zuvor hatte auch Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck dem scheidenden Finanzdirektor für seinen Dienst „an und in der Kirche von Essen“ gedankt. Krösmann habe spannende und schwierige Jahre verantwortlich gestalten müssen und darin Zeit, Kraft und seine ganze Kompetenz investiert, sagte er in seiner Predigt im Gottesdienst im Essener Dom.  

Aus den Augen werde man sich ohnehin nicht verlieren, wie der Generalvikar betonte. Schließlich sei der Rat des langjährigen Finanzchefs auch weiterhin gefragt. Nicht nur der Verwaltungsrat des Militärbischofsamtes hat sich Krösmanns Kompetenz gesichert. Auch Adveniat, das Bischöfliche Hilfswerk für Lateinamerika, hat einen Schreibtisch für den langjährigen Finanzdirektor reserviert. Der Ruhestand bleibt unruhig. (ul)

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