„Schule ist mehr als nur Wissensvermittlung“

Mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 wird das Bischöfliche Abtei-Gymnasium in Duisburg-Hamborn Ganztagsgymnasium. Die Schule sieht darin gute Möglichkeiten, trotz einer verkürzten Schulzeit auf acht Jahre eine qualitativ hohe fachliche Bildung sowie die Entwicklung sozialer Kompetenzen sicherzustellen.

Das Bischöfliche Abtei-Gymnasium in Duisburg wird ab 2010 Ganztags-Gymnasium

Mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 wird das Bischöfliche Abtei-Gymnasium in Duisburg-Hamborn Ganztagsgymnasium. „Um die Ziele der Schule, nämlich die Sicherung der gymnasialen Bildung und Entwicklung sozialer Kompetenzen unter den Bedingungen der verkürzten Schulzeit auf acht Jahre zu erreichen, müssen wir unser Angebot verändern und neu strukturieren“, betont Schulleiter Thomas Regenbrecht. Die Organisationsform des Ganztag biete dafür „hervorragende Möglichkeiten“.

Von den insgesamt acht Schulen in Trägerschaft des Bistums Essen ist das Hamborner Gymnasium dann die vierte, die im Ganztagsbetrieb läuft. Seit mehr als 40 Jahren habe das Ruhrbistum Ganztagserfahrung. „Schule ist für uns mehr als nur Wissensvermittlung. Sie ist ein Ort des sozialen Lernens und der Ort einer Lebensgemeinschaft“, so Bernd Ottersbach, Dezernent für Schule und Hochschule im Bistum Essen. Eine Ganztagsschule sei keine zeitlich erweiterte Halbtagsschule. „Unsere Schule vermitteln christliche Werte, bieten eine kulturelle und religiöse Heimat und sind mit unseren Pfarreien und Jugendverbänden eng verknüpft“, betont Ottersbach. Der Wille der Schule, aber auch der Eltern und Schüler sei eine „unabdingbare Voraussetzung“ für die Umstellung auf den Ganztagsbetrieb. „Wichtig ist hier das Erziehungsrecht und die Mitwirkung der Eltern“, so der Dezernent. Deshalb sollen die Eltern auch in die Gestaltung des Ganztagsprogramms eingebunden werden. Ottersbach: „Wir hoffen, dass wir den Bildungsauftrag einer katholischen Schule im Ganztagsbetrieb dann noch besser verwirklichen zu können.“


Familien werden entlastet

Davon ist Schulleiter Thomas Regenbrecht überzeugt. Seiner Ansicht nach kann die  zur Verfügung stehende Schulzeit im Ganztag vielfältig genutzt werden. „Dies führt zu einer Entlastung der Familien und schafft Möglichkeiten und Freiräume zur Entfaltung individueller Interessen und Stärken“, so Regenbrecht. Übungszeiten, Möglichkeiten des gelenkten freien selbstständigen Lernen und projektartige Arbeitsformen würden zu einem großen Teil die klassischen Hausaufgaben ersetzen und würden wesentlich dazu beitragen, „dass Schüler und ihre Familien wieder verlässliche Freizeit haben“. Neben dem Fachunterricht müsse die Schule die anderen Interessen und Begabungen der Schüler fördern. Hier nennt der Schulleiter den bilingualen Zweig, europäisches lernen, Musik, Orchester, Gesang und Tanz, Theater und den Sport. „Die Entwicklung sozialer Kompetenzen und die Übernahme von Verantwortung können vor allem in Aktivitäten außerhalb des Unterrichts gefördert werden“, betont Regenbrecht. Das Ganztagsgymnasium biete dafür den notwendigen Spielraum.

Zahlreiche Ganztagselemente sind an der Hamborner Schule, die auch von rund 300 Schülerinnen und Schülern aus Oberhausen besucht wird, bereits erfolgreich erprobt. Denn schon seit 2005 gibt es fest eingerichtete lange Schultage, so genannte „Campus-Tage“, an denen Schüler nicht nur nachmittags Unterricht haben, sondern in den begleiteten langen Mittagspausen auch in den Genuss eines pädagogischen Betreuungs- und Erholungsangebotes kommen.  Dazu gehört auch das warme Mittagessen in der schuleigenen Mensa mit 100 Plätzen. Schon jetzt hat das Abtei-Gymnasium den Rhythmus des Schultages verändert. Die bisherigen 45-minütigen Einzelstunden wurden auf 65 bzw. 70 Minuten verlängert. „So erreichen wir auch an den langen Schultagen maximal fünf Unterrichtsstunden“, so Regenbrecht.

Diese Entwicklung soll am Ganztagsgymnasium konsequent fortgesetzt werden. Beginnend mit der Jahrgangsstufe 5 wird der Unterricht montags, mittwochs und donnerstags bis 15.05 Uhr dauern. Darin integriert  bietet die Schule verpflichtend die Teilnahme an verschiedenen Arbeitsgemeinschaften an. Am Freitagnachmittag ist kein Unterricht vorgesehen. „Über das verpflichtende schulische Angebot ist eine verlässliche Betreuung an vier Tagen in der Woche bis 16.00 Uhr möglich“, betont der Schulleiter. Das Kollegium soll ab kommendem Schuljahr aufgestockt werden, von jetzt 65 bis auf 80 Lehrkräfte in den nächsten Jahren.

„Durch die Organisationsform als Ganztagsgymnasium entlasten wir unsere Schülerinnen und Schüler von übergroßen zeitlichen und inhaltlichen Herausforderungen und bieten zusätzlich die Möglichkeit, über den Fachunterricht hinausgehende Angebote in den Schulalltag zu integrieren“, so Regenbrecht. So werde die Schule zu einem „verlässlichen Partner der Familien“.

Ein eigenes Bild von den Möglichkeiten und Zielen des Ganztagsangebotes am Abtei-Gymnasium, das zur Zeit von 940 Schülerinnen und Schülern besucht wird, können sich Eltern und Kinder beim „Tag der offenen Tür“ am Samstag, 21. November, 10.30 bis 14.30 Uhr, machen. (do)

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