Ruhrbistum verabschiedet Dompropst Otmar Vieth

Nach fast neun Jahren im Amt hat das Bistum Essen am Sonntag Dompropst Otmar Vieth in den Ruhestand verabschiedet. Bischof Overbeck sprach von einem "sehr bodenständigen und verlässlichen Priester" und lobte Vieths "noble und schnörkellose Art".

Feierlicher Abschieds-Gottesdienst im Essener Dom

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Münsterkirche ist der Essener Dompropst Otmar Vieth am Sonntag, 15. Dezember, von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck in den Ruhestand verabschiedet worden. Vieth war 2005 zum Dompropst ernannt worden. Der 72-Jährige hatte Overbeck aus gesundheitlichen Gründen um seine Entpflichtung gebeten. Overbeck würdigte Vieth als einen „sehr bodenständigen und verlässlichen Priester“. Als Berater des Bischofs und Verwalter der Domkirche sei das Amt des Dompropstes „eine sehr irdische Aufgabe“, so Overbeck. Vieth habe jedoch „in seiner noblen und schnörkellosen Art“ deutlich gemacht, dass diese Aufgabe notwendig sei, damit die Kirche „wach bei den Sorgen der Menschen Seelsorge betreiben kann“.

Overbeck verwies auf die Pflege des Doms und der Liturgie, die dem Dompropst und den im Domkapitel versammelten Priestern aufgetragen ist. Er nannte die in Vieths Amtszeit deutlich um- und ausgebaute Domschatzkammer, die künstlerische Gestaltung des Kirchenraums und die „wunderbare Kirchenmusik mit den vielen Chören“, die am Dom gepflegt werde. All dies weise „auf den lebendigen Christus hin und feiert den gegenwärtigen Gott“. Doch der Dom sei „auch für Menschen da, die einen Atemraum der Freiheit brauchen“, sagte Overbeck, etwa für denjenigen, der nur rasch eine Kerze vor der Goldenen Madonna entzünden möchte.

Ein besonderes Anliegen Vieths wurde auch im Gottesdienst sichtbar: „Sie haben sich mit Herzblut der Eucharistischen Ehrengarden angenommen“, sagte Overbeck. In ihren schwarzen und roten Uniformen hatten zahlreiche Vertreter der Garden im Dom Aufstellung genommen, die traditionell die großen katholischen Prozessionen im Bistum Essen begleiten.

Der Ruhrbischof ging auch auf weitere Aspekte der Jahre vor Vieths Amtszeit als Dompropst ein. Er erwähnte dessen fast 20 Jahre als Pfarrer der Essener St. Dionysius-Pfarrei, seine „vielen Jahre als Essener Stadtdechant“ und Vieths engagierte Mitarbeit in der ökumenischen Sozialarbeit der Kirchen, in der sich der gebürtige Bochumer vor allem um Beschäftigte der großen Arbeitgeber im Ruhrgebiet gekümmert hat.

Als Vertreter der Stadt würdigte Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) die Verbundenheit zwischen Stadt und Kirche, die Vieth als langjähriger Stadtdechant und Dompropst gestärkt habe. Paß betonte, Vieths seelsorgliches Amt und seine Verwaltungs-Tätigkeiten „haben sich nicht widersprochen“.

Otmar Vieth hat angekündigt, nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Dompropst in Essen wohnen und weiter als Priester tätig bleiben zu wollen. Er wolle viel lesen „und ein bisschen in den Archiven stöbern“, so Vieth. (tr)

Predigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut (PDF)

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