Ruhrbistum nimmt Abschied von „Lotario“ Weber

Nach Kaplansjahren in Essen und Gladbeck ist der 1955 in Köln zum Priester geweihte Lothar Weber 1963 nach Brasilien gegangen. Dort ist er in dieser Woche im Alter von 91 Jahren gestorben.

Essener Priester starb 91 Jahren in brasilianischer Wahlheimat

Im Alter von 91 Jahren ist der Essener Priester Lothar Weber am vergangenen Montag in seiner Wahlheimat im brasilianischen Bundesstaat Piauí gestorben. 1925 in Langenberg geboren, war Weber nach seiner Priesterweihe 1955 in Köln unter anderem in der Essener Pfarrei St. Theresia und in St. Marien, Gladbeck-Brauck, als Kaplan tätig. 1963 wurde er für den Einsatz im brasilianischen Bistum Parnaiba-Piauí freigestellt. Die von großer Armut geprägte Region im tropischen brasilianischen Nordosten wurde zu Webers Heimat, in der „Lotario“, wie er in Brasilien genannt wurde, im Laufe der Zeit auch überregional viel Anerkennung für seine verdienstvolle Arbeit erfuhr.

Für sein religiöses und soziales Engagement in mehreren Gemeinden des Bistums Parnaiba-Piauí wurde dem Priester aus dem Ruhrgebiet die Ehrenbürgerschaft der Städte Pedro II, Milton Brandão, São João da Fronteira und Cajueiro da Praia verliehen. Der Landtag ernannte ihn zum Ehrenbürger des Bundesstaates Piauí. Für sein Lebenswerk und seine soziale Arbeit im Nordosten Brasiliens wurde Weber zudem mit der „Medalha Merito Legislativo“ ausgezeichnet.

Im März 1999 wurde Weber mit Vollendung seines 75. Lebensjahres in den Ruhestand versetzt. Auch danach blieb er der Kirche in Parnaiba-Piauí eng verbunden und hielt den Kontakt in sein Heimatbistum Essen. Auch über das in Essen ansässige Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat gab es vielfältige Verbindungen, zudem haben viele Menschen aus dem Ruhrbistum mit Spenden Webers Arbeit in Brasilien unterstützt.

„Msgr. Dr. Weber kann auf ein langes Leben mit mehr als 60 Jahren des Priesterseins und des Dienstes an den Menschen, in besonderer Weise an den Ärmsten, zurückblicken“, würdigte Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck den Verstorbenen. Durch sein Leben und seinen engagierten Dienst habe Weber „ein sichtbares Zeichen der weltkirchlichen Verbundenheit unserer Diözese mit den Menschen in Lateinamerika gesetzt.“

Am vergangenen Mittwoch hat die Gemeinde in São João da Fronteira das Auferstehungsamt und die Beisetzung für „Lotario“ Weber gefeiert. 

Ein Film zeigt Bilder und Interviews von einem Besuch Bischof Overbecks im Jahr 2011 im Rahmen einer Adveniat-Reise bei Lotario Weber und einem weiteren Essener Priester in Piauí, Heinrich Hegemann. (tr)

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