Ruhrbistum hält am Zukunftskonzept fest

Das Bistum Essen hält konsequent am Zukunftskonzept fest. Auch für das kommende Jahr wird mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen gerechnet. Der Kirchensteuerrat verabschiedete jetzt den Haushalt für das Jahr 2011 mit einem Gesamtvolumen von 210,8 Millionen Euro.


Kirchensteuerrat verabschiedet den Haushalt für 2011

Das Bistum Essen muss auch im Jahr 2011 mit weiterhin sinkenden Kir-chensteuereinnahmen rechnen. „Das bedeutet ein konsequentes Festhalten am Zukunftskonzept des Ruhrbistums“, betonten jetzt Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes und Finanzdezernent Ludger Krösmann bei der Verabschiedung des Haushalts 2011 durch den Kirchensteuerrat der Diözese.

Mit Blick auf die Entwicklung der Kirchenaustritte, den demografischen Wandel und die im Ruhrbistum verhaltene Konjunktur sei eine nachhaltige Trendwende nicht erkennbar. Deshalb, so Krösmann, rechne die Finanzverwaltung auch für das Haushaltsjahr 2011 mit einem weiteren Rückgang des Kirchensteueraufkommens von rund drei Prozent. Erwartet werden rund 136,8 Mio. Euro (netto). Die Kirchensteuer ist die wichtigste Einnahmequelle.

Im noch laufenden Jahr geht das Ruhrbistum von Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 155,9 Mio. Euro aus. Nach Abzug von Gebühren an die Finanzverwaltung (Hebegebühren) sowie Anteilen, die anderen Bistümern zustehen (Clearingverpflichtungen) verbleiben davon 141,1 Mio. Euro (netto) im Bistum Essen. 2009 standen dem Bistum Essen noch 155,8 Mio. Euro Kirchensteuer (netto) zur Verfügung.

Der Finanzdezernent wies erneut auf die besondere wirtschaftliche Lage im Ruhrgebiet hin. „Die Arbeitsmarktzahlen weichen hier im Vergleich zum Bundes- und Landestrend  Jahr für Jahr deutlich nach unten ab“, sagte Krösmann.  

Der jetzt vom Kirchensteuerrat verabschiedete Etat für 2011 weist ein Gesamtvolumen von 210,8 Mio. Euro (2010: 223,0 Mio. Euro) aus. Neben den Kirchensteuern erhält das Ruhrbistum Zuwendungen und Kostenerstattungen von rund 45,7 Mio. Euro, zum größten Teil Zuwendungen des Landes für die Schulen des Ruhrbistums (27,2 Mio. Euro). Zudem geht die Finanzverwaltung von Einnahmen aus dem Betrieb
von Bildungseinrichtungen, Mieten, Pachterlösen und Zinserträgen in Höhe von  9,7 Mio. Euro aus.

Den größten Einzelposten bei den Ausgaben bildet der Personalaufwand mit 83,1 Mio. Euro (2010:  82,4 Mio. Euro). 58,2 Mio. Euro fließen in die gemeindliche Seelsorge sowie in die Kategorialseelsorge (Krankenhaus-, Altenheim-, Gefangenen- und Hoschulseelsorge, Seelsorge in Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie Notfallseelsorge). 38 Mio. Euro sind für den Unterhalt der Bischöflichen Schulen bestimmt. Für die Kindertagesstätten stellt das Ruhrbistum 18,4 Mio. Euro bereit. Für caritative Aufgaben werden 8,7 Mio. Euro bereitgestellt. Für den Bereich Bildung sind 5,4 Mio. Euro, für die Kinder- und Jugendarbeit 4,7 Mio. Euro eingeplant.

Überdiözesane Verpflichtungen schlagen mit 6,6 Mio. Euro, die Gebühren für die Einziehung der Kirchensteuer durch die Finanzämter mit 4,2 Mio. Euro zu Buche. 1,7 Mio. Euro führt das Bistum Essen an andere Diözesen ab für Kirchensteuerzahler, die zwar im Ruhrbistum arbeiten, aber nicht dort wohnen.

Belastet wird der Haushalt noch immer durch Kreditverpflichtungen. Im Zuge des Zukunftskonzeptes des Bistums Essen konnte der Bistumshaushalt in den Jahren 2004 bis 2006 nur durch Darlehensaufnahmen von insgesamt 40,5 Mio. Euro ausgeglichen werden. Im Jahr 2011 sind Tilgungsleistungen in Höhe von 3,5 Mio. Euro aufzuwenden, so dass die verbleibende Darlehensverpflichtung zum Jahresende 2011 bei 29,8 Mio. Euro liegen wird. Der erwartete Jahresüberschuss in Höhe von 9,9 Mio. Euro soll der Zukunftssicherung dienen und der Rücklage zugeführt werden. (ul/do) 


Stichwort: Zukunftskonzept

Mit dem 2005 beschlossenen Zukunftskonzept reagiert das Bistum Essen auf die innerkirchlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen denen sich die Kirche von Essen gegenüber sieht. Gründe dafür sind u.a. die seit Gründung des Ruhrbistums im Jahre 1958 um mehr als ein Drittel gesunkene Zahl der Katholiken. Weitere Faktoren sind die hohe Arbeitslosigkeit, der Strukturwandel im Ruhrgebiet, die demografische Entwicklung und schließlich die Entscheidung vieler Menschen, aus der Kirche auszutreten. Das Ziel des Zukunftskonzeptes ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Ruhrbistum auch in Zukunft pastoral lebens- und wirtschaftlich handlungsfähig bleibt. So wurde in den vergangenen Jahren unter anderem die Bischöfliche Verwaltung neu strukturiert, Personal abgebaut, Großpfarreien gebildet, Kirchen aufgegeben und die Kindertagesstätten in einem Zweckverband zusammengeschlossen.  

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