Ruhrbistum feiert Heiligsprechung der Päpste

Auch an Rhein und Ruhr verfolgen Christen die Feierlichkeiten zu Ehren von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. Im Essener Dom feiert Bischof Overbeck am Sonntag Morgen ein Pontifikalamt - während Gläubige im Bochumer UCI-Kino die Liveübertragung in 3D verfolgen. Im Vatikan wird Weihbischof em. Franz Vorrath an der Heiligsprechung teinehmen.

Die Feierlichkeiten zu Ehren von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. verfolgen auch Christen im Ruhrgebiet

Es dürfte das katholische Medienereignis des Jahres werden: Im Beisein des emeritierten Papstes Benedikt XVI. spricht Papst Franziskus am Sonntag im Vatikan seine beiden Vorgänger Papst Johannes Paul II. und Papst Johannes XXIII. heilig. Während zu diesem historischen Gottesdienst in Rom am Wochenende mehrere Millionen Pilger erwartet werden, bewegt das Ereignis auch Christen im Ruhrbistum:

Bischof feiert Pontifikalamt – Weihbischof reist in den Vatikan

So wird Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Sonntag um 10 Uhr zeitgleich zur Heiligsprechung im Vatikan im Essener Dom ein Pontifikalamt zu Ehren der beiden Päpste feiern. In seiner Predigt wird Overbeck auf die besondere Bedeutung der beiden wohl beliebtesten Päpste des 20. Jahrhunderts für die katholische Kirche eingehen. Gerade Johannes Paul II. ist im Bistum Essen noch bestens in Erinnerung: Auf seiner Deutschland-Reise im Frühjahr 1987 besuchte er auch Essen, traf Bergleute auf der Bottroper Zeche Prosper-Haniel und feierte einen festlichen Freiluft-Gottesdienst im Gelsenkirchener Parkstadion.

Als offizieller Vertreter des Bistums Essen wird der jüngst emeritierte Weihbischof Franz Vorrath an den Feierlichkeiten im Vatikan teilnehmen. „Da werden zwei Männer heilig gesprochen, die die Kirche sehr geprägt haben“, sagt Vorrath. „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir während meiner Zeit als junger Kaplan gespannt waren, was das Konzil bringen wird“, erinnert sich der 77-Jährige. 1962 hatte Papst Johannes XXIII (1881-1963) das Zweite Vatikanische Konzil als mehrjährigen, groß angelegten Beratungsprozess aller Bischöfe der katholischen Weltkirche einberufen – heute gilt es als Auslöser der größten Kirchenreform in der jüngeren katholischen Geschichte. „Wir waren natürlich vor allem gespannt darauf, die neue Liturgie-Konstitution umzusetzen“, sagt Vorrath. Unter anderem beschloss das Konzil, die heilige Messe künftig nicht mehr nur in Latein, sondern auch in den Muttersprachen der Gläubigen zu feiern. Zudem wandten sich die Priester fortan den Gemeindemitgliedern zu und feierten nicht mehr mit dem Rücken zu ihnen.

Mit Johannes Paul II (1920-2005) hat Vorrath sogar eine gewisse persönliche Beziehung: „Er hat mich zum Weihbischof ernannt, das verbindet.“ Heute würdigt Vorrath den gebürtigen Polen als einen „Mann, der ganz besonders für den Frieden einstand“. Zudem habe Johannes Paul II. „mit seiner Reisen in einer ganz eigenen Weise den weltumspannenden Charakter der Kirche betont“.

Live-Übertragung in Wohnzimmer und Kinosäle

Wer den festlichen Gottesdienst von Deutschland aus live verfolgen möchte, kann ab 9.30 Uhr das Fernsehprogramm des ZDF einschalten. Zudem überträgt der Sender Sky 3D die Heiligsprechung in 3D. Dieses Bild wird auch in 20 Ländern auf den Leinwänden von 500 Kinosälen zu sehen sein. Im Ruhrbistum ist das Bochumer UCI Kino dabei. Dort hat sich Jugendseelsorger Christoph Wichmann 15 der kostenlosen Eintrittskarten gesichert, um am Sonntagmorgen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen der jungen Kirche Gleis X aus Gelsenkirchen dabei zu sein.

Noch sind nach Angaben der Kinokette Karten für die 3D-Übertragung aus dem Vatikan erhältlich. Neben dem Bochumer ist an Rhein und Ruhr auch das Düsseldorfer UCI-Kino bei der Aktion dabei. Karten gibt es solange der Vorrat reicht gratis an den Ticketkassen, die speziellen 3D-Brillen können mitgebracht oder vor Ort erworben werden.

Kirchenfenster zu beiden Päpsten

Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt auch der Hattinger Künstler Egon Stratmann die Heiligsprechung: Er hat für die Dortmunder St. Clemens-Kirche sowohl ein Fenster mit Motiven zu Johannes XXIII als auch eines zu Johannes-Paul II gestaltet. „Das Fenster zu Papst Johannes XXIII ist bereits 1991 entstanden“, sagt Stratmann, der die Themen für die insgesamt 14 Kirchenfenster in den vergangenen Jahren in Absprache mit dem Kirchenvorstand der Dortmunder Gemeinde festgelegt hat. „Vor etwa drei Jahren kam die Idee auf, auch ein Fenster zu Johannes Paul II zu gestalten“, so Stratmann. Es ist bereits fertig, liegt aber noch in einer Glasmal-Werkstatt in Paderborn. „Im Herbst feiert die Gemeinde ihr 150-jähriges Jubiläum.“ Bis dahin soll auch das Johannes-Paul-Fenster als letztes der Stratmann-Fenster in St. Clemens installiert sein. (tr)

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