Ruhrbistum begrüßt Özkans religiösen Eid

Keine Kritik hat das Ruhrbistum an der religiösen Eidesformel der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan geübt."Offenbar wurde nur nach einer Schlagzeile gesucht", so Volker Meißner, Geschäftsführer des Arbeitskreises Integration.

Gemeinsamkeiten und Unterschied im Glauben von Juden Christen und Muslimen

In der Debatte um den Amtseid der neuen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan, die sich dabei als Muslimin auf Gott berufen hatte, muss zwischen dem einen Gott und den unterschiedlichen Gottesbildern unterschieden werden. Darauf hat Volker Meißner, der Geschäftsführer des Arbeitskreises Integration im Bistum Essen, hingewiesen. Wenn auf Nachfrage von Journalisten Sprecher der Kirchen auf die Unterschiede im Gottesbild der Christen und der Muslime hingewiesen hätten, bedeute dies in keiner Weise eine Kritik an der religiösen Eidesformel von Ministerin Özkan. „Offensichtlich wurde hier nach einer Schlagzeile gesucht“, so Meißner. Er ist froh, dass Weihbischof Jaschke als Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog in der Deutschen Bischofskonferenz den von Aygül Özkan bewusst gewählten Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ als richtiges Signal und gutes Beispiel für die Integration gläubiger Muslime in unsere Gesellschaft begrüßt hat.

Als Referent für den interreligiösen Dialog im Ruhrbistum kennt Meißner aus vielen Diskussionen und Gesprächen die Schwierigkeit, diese beiden Aussagen zusammen zu denken. Juden, Christen und Muslime glauben an den einen Gott. Sie bekennen diesen einen Gott als Schöpfer der Welt. Neben vielen Gemeinsamkeiten, die die Grundlage des interreligiösen Dialogs bilden, gibt es in den Offenbarungsschriften der drei monotheistischen Religionen jedoch unüberbrückbare Unterschiede. Sie betreffen das Gottesbild, das die Religionen aus den Aussagen ihrer Offenbarungsschriften ableiten. Dabei werden zentrale Aussagen des christlichen Gottesbildes wie die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, der Erlösungstod Jesu am Kreuz und die Dreifaltigkeit Gottes von Muslimen wie auch von Juden nicht geteilt.

Einige Medien hatten unter Berufung auf den Sprecher des Bistums Essen, Ulrich Lota, und einen Sprecher der Hannoverschen Landeskirche die Meldung verbreitet, die Kirchen kritisierten die religiöse Eidesformel, die die neue niedersächsische Sozialministerin Özkan gesprochen habe. Tatsächlich wurde der religiöse Amtseid der muslimischen Ministerin von Kirchenvertretern ausdrücklich begrüßt.

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