Ruhrbischof und KAB fordern gerechte Arbeitsbedingungen

Zum 1. Mai ruft die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) zu mehr Engagement für auskömmliche und gerechte Arbeitsplätze auf - nicht nur an Rhein und Ruhr, sondern weltweit. Mit domradio.de-Interview.


KAB ruft zur Teilnahme an den Mai-Kundgebungen des DGB auf

Zum Tag der Arbeit am Donnerstag, 1. Mai, fordern Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) im Bistum Essen einen nachhaltigeren Einsatz für auskömmliche und gerechte Arbeitsverhältnisse, nicht nur an Rhein und Ruhr, sondern überall auf der Welt.

Immer mehr Menschen seien von positiven wirtschaftlichen Entwicklungen abgehängt - im Ruhrgebiet, in Deutschland, aber auch in Europa und weltweit, heißt es in einem gemeinsamen Aufruf zum 1. Mai von KAB und Bischof Overbeck, dem Schirmherr der KAB-Kampagne „Gute Arbeit – um Gottes Willen!“. Gerade die Zunahme von befristeten Arbeitsverhältnissen und sogenannten Mini-Jobs beschleunigten und manifestierten diese Entwicklung, betont Johannes Strickerschmidt, Vorsitzender der KAB im Bistum Essen. „Die Zunahme der prekären Beschäftigungsverhältnisse ist längst kein Randphänomen mehr, sondern betrifft mittlerweile Hunderttausende von Beschäftigten, und dies vor allem im Dienstleistungsgewerbe. Immer mehr Menschen leben nicht nur mit einem, sondern mehreren prekären Anstellungen“, so Strickerschmidt.

Für KAB-Diözesansekretär Wolfgang Heinberg steht fest, dass es konkreter politischer Maßnahmen bedarf, die die Lebenssituation der Betroffenen nachhaltig verbessern. „Es geht um eine gerechte Ausgestaltung der heutigen Arbeitswelt. Aus Sicht der KAB ist dabei der Mindestlohn ein zentrales Element, um ein Leben in Würde für alle Arbeitnehmer und ihre Familien zu garantieren. Als KAB im Bistum Essen sagen wir ganz klar: so geht Gerechtigkeit, so geht ,Gute Arbeit – um Gottes Willen!‘“, so Heinberg.

Gerechtigkeit darf dabei nicht an nationalen Grenzen halt machen, fordern die katholischen Arbeitnehmervertreter. Die Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen Gewinnern und Verlierern des kapitalistischen Wirtschaftssystems sei ein internationales Problem. Strickerschmidt beklagt, „dass Menschen auch am Arbeitsplatz um ihr Überleben kämpfen müssen, dass Kinder arbeiten müssen, damit Familien sich Nahrung leisten können, dass Frauen, die in Textil- und Elektronikfabriken tagtäglich ausgenutzt werden – und dies, um zuallererst den Wohlstand einiger Weniger zu mehren und den Konsumhunger des Westens zu stillen“. Deshalb sei die KAB-Forderung „Gute Arbeit – um Gottes Willen!“ weltweit drängend und aktuell.

Für Bischof Overbeck steht fest, dass es dringend politische Lösungen braucht, um die Lebenssituation von Millionen von Menschen weltweit zu verbessern. „Wir brauchen ein nachhaltiges Wirtschaftssystem, das den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Wünschen wieder in den Mittelpunkt rückt“, fordert der Bischof. „Es geht uns als Christinnen und Christen um eine gerechte Entwicklung der globalisierten Welt, in der die gleichen Rechte für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten und Gute Arbeit Realität wird – um Gottes Willen!“

Die KAB ruft dazu auf, sich an den DGB-Aktionen zum Tag der Arbeit zu beteiligen. Der Einsatz für eine gerechte Arbeitswelt, gleiche und gerechte Löhne für Frauen und Männer und eine Welt ohne Kinderarbeit und Ausbeutung ist das gemeinsame Ziel. (tr)

Bischof Overbeck im domradio.de-Interview (Audio)

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