Religiöse Pluralität verlangt einen klaren Standpunkt

Die religiöse Pluralität in Schulen hat gerade im Ruhrgebiet erheblich zugenommen. Für Religionslehrer ist dies nach Ansicht von Bischof Dr. Franz-Josef-Overbeck Herausforderung und Chance zugleich. Pluralität könne nur von einem klaren Standpunkt aus gestaltet werden.

93 Religionslehrer erhielten von Bischof Overbeck die „Missio canonica“ 

Die zunehmende religiöse Pluralität in der Gesellschaft ist nach Ansicht von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck „Herausforderung und Chance zugleich“.  Gerade im Ruhrbistum habe die religiöse Pluralität von Schülerinnen und Schülern und deren Eltern erheblich zugenommen. „In vielen Klassen machen die katholischen Schüler nicht mehr die Mehrheit aus“, betonte Overbeck am Samstagabend, 10. März, vor 93 angehenden Religionslehrerinnen und –lehrern im Essener Dom. Dort verlieh er ihnen im Rahmen eines Gottesdienstes die „Missio canonica“, die nach dem Kirchenrecht erforderliche offizielle Beauftragung und Erlaubnis, den Glauben zu verkünden und Religionsunterricht zu erteilen.

In manchen Städten bildeten muslimische Kinder und Jugendliche  in den Klassen die Mehrheit. Die wachstumsstärkste Gruppe bildeten diejenigen, „die ohne Konfession und ohne erkennbare religiöse Prägung aufwachsen und leben“, so Overbeck. Selbst die Bekenntnisse dieser Konfessionslosen seien bunt und vielfältig.

 „In einer solchen Zeit sind Sie bei der Erteilung des Religionsunterrichtes aufgefordert, mit Ihrem Wissen und Ihren Fähigkeiten der Vermittlung eine klare katholische Persönlichkeit zu entwickeln und zu leben“, betonte der Bischof. Pluralität könne „nur von einem klaren Standpunkt aus gestaltet und gleichzeitig um die eigene Sichtweise bereichert“ werden. Als Beispiel nannte Overbeck den Begriff „Gott“. Dieser habe in den jeweiligen religiösen Traditionen  eine sehr unterschiedliche Einfärbung und Bedeutung. „Hier sind klare Überzeugungen und Positionen zu entwickeln“, so Overbeck.


Überzeugt sein und bezeugen

Für einen Religionslehrer komme es darauf an, nicht nur von Gott zu reden, „sondern von seiner Gegenwart und seinem Wirken überzeugt zu sein“. Es gehe nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um „Bezeugen des eigenen Haltes, der persönlichen Haltungen sowie des Verhaltens“, unterstrich der Bischof. Dies könne das Denken und Fühlen der Schüler „produktiv religiös“ beeinflussen. „Die innere Überzeugung, dass Gott in Jesus Christus endgültig gesprochen hat und bei uns Menschen ist, ist das Wasserzeichen Ihres Seins und Tuns als Religionslehrerinnen und Religionslehrer“, so Overbeck. Dies in einer pluralen Welt zu leben, sei Chance und Herausforderung.

Ausdrücklich dankte Overbeck den Lehrerinnen und Lehrern, dass sie sich für die Erteilung des Religionsunterrichts zur Verfügung stellen. Er dankte auch den Universitäten, den Schulen und Ausbildungsstätten für die „produktive Begleitung“ der neuen Religionslehrer. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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