Raus aus der Schule, rein in die Domschatzkammer

Latein- und Geschichtsunterricht kann spannend sein. Das erleben Schülerinnen und Schüler der B.M.V.-Schule schon seit einigen Jahren. Regelmäßig tauschen sie ihren Platz in der Schulbank gegen einen Besuch in der Essener Domschatzkammer.


Zusammenarbeit zwischen Domschatz und B.M.V.–Schule besiegelt

Frisch unterzeichnet ist der Kooperationsvertrag zwischen der Essener Domschatzkammer und der B.M.V.–Schule. Damit ist die schon seit mehreren Jahren bestehende Zusammenarbeit nun auch vertraglich regelt. Am Montag unterschrieben die Schulleiterin Schwester Ulrike Michalski und ihre Stellvertreterin Angelika von Schenk-Wilms wie auch Dompropst Otmar Vieth und die Leiterin der Schatzkammer Dr. Birgitta Falk den Kooperationsvertrag. 

Durch eine systematische und auf Dauer angelegte Kooperation beider Institutionen soll die „Vermittlung von Informations- und Kulturkompetenz“ optimiert werden. Dieses Ziel sieht auch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW vor und unterstützt Bildungspartnerschaften zwischen außerschulischen Lernorten und Schulen. Um die kulturelle Kompetenz der Schülerinnen und Schüler der Essener Traditionsschule zu fördern, bietet die Domschatzkammer der Schule mehrere verbindliche Projekte an, die den außerschulischen Lernort Domschatzkammer in den Unterricht einbinden.

So besuchen schon seit drei Jahren alle Klassen des 7. Jahrgangs den Dom und Domschatz an einem ganzen Schultag. Unter dem Thema „Das Essener Frauenstift – Leben und Aufgabe der Stiftsfrauen und ihre Spuren in Dom und Schatz“ lernen die Schülerinnen die Geschichte des Frauenstifts kennen, immerhin der Institution, die ihre Schule im 17. Jahrhundert ins Leben gerufen hat. Die Klassen erarbeiten an diesem Tag selbstständig Informationen zu bestimmten Objektgruppen und erlernen dabei den Umgang allem, was Besucher in einem Museum an Informationsquellen erhalten: die Beschriftungstafeln, die Objektbeschriftungen und der Ausstellungskatalog.

Um dem Alltag in einem Frauenstift nachzuspüren, üben die jungen Besucher den Psalmgesang und das Stundengebet ein. Spannend wird es, wenn die Inschriftentafeln in der 1000 Jahre alten Altfridkrypta des Domes entziffert werden müssen. Beim gemeinsamen Erstellen eines Psalmenbuches mit Federkiel und Tinte wird es dann ganz handfest.

Ähnlich konkret geht es beim Lateinunterricht in der Domschatzkammer zu. So wird jeder Nachwuchslateiner und jede Nachwuchslateinerin einmal in der Schullaufbahn die Lateinkenntnisse ganz praktisch an Inschriften oder Handschriften der Domschatzkammer ausprobieren und anwenden können. Nicht Caesar und Cicero, sondern die Sätze auf der Weihetafel der Krypta oder im "Liber Ordinarius" sind dann zu übersetzen. Auch für das Fach „Katholische Religionslehre hat der Dom natürlich einiges zu bieten. Was liegt näher als beim Thema „Sprechen von und mit Gott“ die Bitten des Vaterunsers in der Adveniatkrypta zu betrachten? „Kirche als Nachfolgegemeinschaft“, auch in Bedrängnis und Not, können die Klassen in der Person von Nikolaus Groß begegnen. Und auch für das für Jugendliche schwierige Themenfeld zu "Leid und Trauer" lässt sich an der Person Jesu Christi und der Skulptur der Grablege ein Zugang finden.

Viele Möglichkeiten also, die den jungen Menschen Gelegenheit geben, die im Unterricht gewonnenen Kompetenzen anzuwenden und sich neue Inhalte zu erschließen. Schwester Ulrike und Angelika Schenk-Wilms freuen sich darüber, dass sie ihren Schülern nun dieses erweiterte Angebot machen können. (gedo,ja)

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