„Polarisierung ist nicht hilfreich“

Die Erwartungen an die kommende Familiensynode standen im Mittelpunkt eines Gesprächsabends zwischen Vertretern des Forums Essener Lesben und Schwulen (F.E.L.S.) und des Ruhrbistums.

Dialog zwischen Ruhrbistum und Homosexuellen-Organisationen wird fortgesetzt

Die Erwartungen an die Familiensynode, die im Oktober im Vatikan stattfinden wird, standen jetzt im Mittelpunkt eines Gesprächsabends zwischen Vertretern des Forums Essener Lesben und Schwulen (F.E.L.S.) und des Ruhrbistums in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg in Mülheim.

Mit Blick auf die vorbereitenden Synoden-Dokumente kritisierte die Sprecherin von F.E.L.S, Claudia Fockenberg, einen Mangel an „wertschätzender Sprache“ gegenüber gleichgeschlechtlich orientierten Menschen. Manche Formulierung habe ausgrenzenden Charakter und zeichne ein eher negatives Bild von Homosexuellen, beklagte sie. Nachdrücklich forderte sie den offenen Dialog in der Kirche fortzusetzen. Das schließe auch die Notwendigkeit für mutige seelsorgerische Entscheidungen ein.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zeigte Verständnis für die Kritik und Erwartungen. Zugleich verwies er darauf, dass die bisherigen Befragungen und Dokumente zur Familiensynode „für viele zugleich verstörend wie ermutigend“ gewesen seien. Eine solche offene Befragung wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Overbeck machte aber auch deutlich, dass die Position der Katholischen Kirche hinsichtlich des Umgangs mit gleichgeschlechtlich orientierten Menschen eine weltkirchliche Dimension habe. Dabei erinnerte er an den Aufruf von Papst Franziskus, die Diskussion in den Ortskirchen fortzusetzen. Overbeck: „Eine Polarisierung bei diesem Thema ist für eine fruchtbare Bearbeitung nicht hilfreich.“

An diesem Abend wurden die kontroversen Positionen deutlich. Umso mehr waren sich die Vertreterinnen und Vertreter des Bistums Essen und des Forums Essener Schwulen und Lesben einig, das Gespräch auch im kommenden Jahr fortzusetzen. (ul)

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