„Patient nicht zum Wirtschaftsfaktor deklarieren“

Betriebswirtschaftliche Zahlen sind nicht alles, und der Patient ist kein Wirtschaftsfaktor. Das unterstrich Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Schwester M. Basina Kloos, auf dem Kongress der Kosmas und Damian GmbH in Essen. Kirchliche Häuser müssten regelmäßig die Rahmenbedingungen und Grundlagen der Werteordnung eines katholischen Krankenhauses in den Blick nehmen.

Generaloberin bekräftigte Strategische Partnerschaft mit dem Bistum Essen

Vor einem weiteren Auseinanderdriften der beiden Grundfunktionen der Kirche – der „Pastoral als Verkündigungsauftrag“ und der “Diakonia in der Sorge für die Menschen“ sowie vor der damit verbundenen Verselbständigung beider Bereiche warnte die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen und Vorsitzende der Marienhaus Stiftung, Schwester M. Basina Kloos, am Samstag, 10. März, auf dem ersten Kongress der im November 2011 gegründeten Kosmas und Damian GmbH (K+D) im Essener Congress Center Süd.

Die gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen führten zwangsweise zu einem verstärkten unternehmerischen Denken und Handeln und für viele zu einem Paradigmenwechsel.  Der Wettbewerbsdruck habe sich rasant erhöht. „Wer nicht zur lernenden Organisation wird, hat unter den sich verändernden Wettbewerbsbedingungen wenig Chancen, die gesellschaftspolitischen Umbrüche und Bewegungen mit den betriebswirtschaftlichen Entwicklungen erfolgreich zu gestalten“, betonte sie vor den rund 200 Vertretern katholischer Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeinrichtungen im Ruhrbistum. Genau diese Spannung aber berge die Kraft, „den Auftrag des Evangeliums in unserer Zeit wieder neu zu entdecken“. Und dieser Auftrag habe sich nicht geändert.
 

Säulen der Identität

Unverzichtbar seien in christlichen Einrichtungen „personale Beziehungen“. Der Patient dürfe nicht zum Wirtschaftsfaktor deklariert werden. Den Trägern kirchlicher Häuser empfahl sie, sich nicht nur an den Zahlen einer Klinik zu orientieren, sondern auch die „Rahmenbedingungen und Grundlagen der Werteordnung eines katholischen  Krankenhauses“ regelmäßig in den Blick zu nehmen. Als „Säulen der Identität“ jeder christlichen Einrichtung nannte die Generaloberin die Menschenwürde, das Bewusstsein, dass der Mensch eine Einheit von Leib und Seele ist, Zuwendung für die Armen sowie den verantwortungsvollen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen für die Gesundheitsversorgung. Letzteres bedeute aber auch eine „aktive Beteiligung an Präventions- und Gesundheitserhaltungsmaßnahmen“ zur Sicherstellung von Lebensqualität.

Sr. Basina unterstrich, diese Inhalte auch weiterhin in die K+D einbringen zu wollen. „Dies kann unabhängig davon geschehen, ob wir unmittelbar als Gesellschafter in der K+D Verantwortung tragen oder nicht“, sagte sie. Wenn es der Entwicklung dienlich sei, wolle die St. Elisabeth Stiftung ihre Gesellschafterposition in der K+D anderen Trägern zur Verfügung stellen.  Ausdrücklich ermutigte sie die Träger katholischer Einrichtungen im Bistum Essen dazu, sich an der K+D in geeigneter Weise zu beteiligen. „Aber als Strategischer Partner stehen wir darüber hinaus fest an der Seite des Bistums Essen und unterstützen die bisher eingeschlagene Richtung“, versicherte die Generaloberin. (ul/do) 


Rede von Generaloberin Schwester M. Basina Kloos 

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