Papst ehrt zwei begeisternde Lehrer

Mit Rainer Düchting und Alfons Fiedler hat Papst Benedikt XVI. gleich zwei ehemalige Leiter von Hauptschulen im Bistum Essen mit dem Orden "Pro Ecclesia et Pontifice" ausgezeichnet.



Ein begeisterter und begeisternder Lehrer

Wenn einer glaubhaft versichern kann, dass der Beruf zugleich sein Hobby ist, dann Rainer Düchting. Wer dem ehemaligen Leiter der Bischöflichen Hauptschule in Essen-Stoppenberg  begegnet, hat keinen Zweifel: Rainer Düchting ist nicht nur ein begeisterter sondern auch ein begeisternder Lehrer. Das sieht auch Papst Benedikt XVI. so und hat den 62-jährigen Essener jetzt mit dem Päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ ausgezeichnet.

Auch für Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes hat Rainer Düchting „weit über seine beruflichen Verpflichtungen hinaus Beachtliches geleistet“. Unter dessen Leitung hätte die Katholische Hauptschule am Stoppenberg mit Blick auf die Schul- und Unterrichtsentwicklung geradezu einen Pioniercharakter erhalten und Impulse gesetzt, die ihre Wirkung weit über diese Schule hinaus entfaltet hätten, würdigte Thönnes am Montagabend, 3. September, in eine Feierstunde im Bischöflichen Generalvikar den neuen Ordensträger. In aller Regel, so der Generalvikar weiter, würde die Hauptschule mit sozialen Brennpunkten in Verbindung gebracht. "Rainer Düchting ist es gelungen, diese eindimensionale Betrachtungsweise aufzulösen. In einer ganz von christlicher Anthropologie getragenen Harmonie von Fördern und Fordern hat er den jungen Menschen Bildung, Selbstbewusstsein und Lebenstüchtigkeit vermittelt und auf diese Art und Weise auch den Blick der Gesellschaft auf die Hauptschule verändert“, hob Thönnes hervor.   

Auf eine unaufdringliche und zugleich wirksame Art sei es Düchting gelungen, mit vielen karitativen Projekten die Bischöfliche Hauptschule für ihr soziales Engagement bekanntzumachen. Thönnes: „Die Schule wird damit zu einem Ort, an dem Schülerinnen und Schüler sich der Würde und des Wertes eines jeden Menschen bewusst werden und so eben auch der eigenen Würde und des eigenen Wertes.“ Darüber hinaus sei es Düchting stets ein großes Anliegen gewesen, die Schule zu einem Ort der Begegnung mit dem Glauben werden zu lassen, weil viele Schülerinnen und Schüler aus kirchenfernen Familien stammten. Dabei verwies Thönnes auf die Errichtung des schulpastoralen Zentrums COM als Haus der Stille und der Begegnung sowie die Wallfahrten zu Heiligtümern in der Region und nach Santiago de Compostella, die der langjährige Schulleiter ermöglicht und gefördert habe.  

Durch sein außergewöhnliches Engagement habe Düchting nicht nur seiner eigenen Schule, sondern der Hauptschule als solcher in der Bildungslandschaft dieses Landes zu Ansehen verholfen, betonte der Generalvikar. Die Hauptschule als Ort von Werteerziehung in oft schwierigem Umfeld zu behaupten und als wertvoller Ressource unserer Gesellschaft Geltung zu verschaffen, sei Düchting stets ein Anliegen gewesen, das er kontinuierlich und erfolgreich verfolgt habe.  Dabei habe dieser sich nicht allein auf seine Kreativität verlassen, sondern immer auch auf Reflexion und wissenschaftliche Fundierung Wert gelegt. Dabei verwies Thönnes auch auf die Verdienste Düchtings als langjähriger Mitarbeiter im Programmbeirat des Instituts für Lehrerfortbildung der nordrhein-westfälischen Diözesen und als Referent von Fortbildungsveranstaltungen.

„Rainer Düchting hat in außergewöhnlicher Weise erkennbar aus seinem Glauben heraus in über 30 Jahren als Lehrer und Pädagoge ein Glaubenszeugnis gegeben, das besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient“, so abschließend Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes.

1975 hatte Rainer Düchting seine Laufbahn als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Religion an der Bischöflichen Hauptschule Am Stoppenberg begonnen und unterrichtete zeitweilig auch am benachbarten Bischöflichen Gymnasium. 1983 wechselte er für zwei Jahre als Referent für Religionspädagogik in die Bischöfliche Verwaltung. 1989 kehrte Düchting als Konrektor an die Bischöfliche Hauptschule zurück, der er von 1991 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand in diesem Jahr als Rektor leitete.

Wo katholisch nicht nur auf dem Türschild stand
   
In der Hauptschule St. Michael in Oberhausen stand „katholisch“ nicht nur auf dem Türschild. Durch sein unermüdliches Wirken, seine stetigen Impulse und kreativen Ideen sorgte der langjährige Rektor Alfons Fiedler dafür, dass „katholisch sein“ auch gelebt wurde. Nur ein Grund für Papst Benedikt XVI., den 65-jährigen Mülheimer jetzt mit dem Päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ auszuzeichnen.

Den „ganz außergewöhnlichen Einsatz für die Ideale katholischer Pädagogik“ hob denn auch Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes am Montagabend, 3. September, bei der Verleihung der Auszeichnung im Bischöflichen Generalvikariat hervor. Das Engagement Fiedlers sei nicht nur ein großes Lebenszeugnis für unzählige Schülerinnen und Schüler gewesen, sondern auch für Kirche und Gesellschaft.    
 
Thönnes erinnerte daran, dass Politik und Gesellschaft die Berechtigung der Hauptschule als Schultyp, insbesondere als katholischer Hauptschule immer wieder in Zweifel gezogen hätten. In den über 30 Jahren seines beruflichen Lebens sei Alfons Fiedler für diese Schule eingestanden und dabei nicht ohne Erfolg geblieben. „Die Katholische Hauptschule St. Michael in Oberhausen genießt einen hervorragenden Ruf und die Anmeldezahlen sprechen für sich“, so Thönnes weiter.

Der neue Ordensträger habe aus seinen Überzeugungen und Positionen nie einen Hehl gemacht und vielen wichtigen Anliegen, die er in der Öffentlichkeit vertrat, sein Gesicht gegeben. Sein Engagement habe stets weit über seine Schule hinaus gereicht, betonte der Generalvikar.

So gehört Alfons Fiedler seit 1983 als aktives Mitglied dem Schulverein St. Michael an. Seit 1988 ist er Vorsitzender im Förderverein des Fußballsports in Oberhausen. Im Jahr darauf wurde er in den Pfarrgemeinderat gewählt. Seit 1991 ist er der Vertreter der katholischen Kirche für Mülheim und Oberhausen in der Veranstaltergemeinschaft für den Lokalfunk , dessen stellvertretender Vorstand er 1996 wurde. Er ist Mitglied im Katholischen Bildungswerk Oberhausen e.V., arbeitet im Sachausschuss „Familie“ des Diözesanrates im Bistum Essen mit und ist seit einigen Monaten Vorsitzender des Familienbundes der Katholiken im Ruhrbistum. Er ist seit 2005 Gründungsmitglied des „Impulskreies katholischer Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen“ im Institut für Lehrerfortbildung in Mülheim an der Ruhr und seit 2009 zweiter Vorsitzender im Kuratorium der „Stiftung St. Michael“ in Oberhausen und gehört seit 2009 der Konferenz des Stadtdekanates Oberhausen an.(ul)





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