„Ohne Firmung fehlt mir was“

Am Pfingstmontag um 10 Uhr empfangen im Essener Dom 15 Erwachsene das Sakrament der Firmung. Ihre Motive: Eine Baustelle im Kopf abarbeiten, heiraten, Kinder bekommen, sich öffentlich zum Glauben bekennen.

Wenn man mit 15 oder 16 Jahren die Firmung „verpasst“ hat, weil man unschlüssig war oder gerade mit ganz anderen Teenager-Themen beschäftigt, ist die Chance, dieses Sakrament empfangen zu können, trotzdem nicht verstrichen. Am Pfingstmontag, 16. Mai 2016, um 10 Uhr werden im Essener Dom neun Frauen und sechs Männer im Erwachsenenalter gefirmt. Anders als Jugendliche, die von der Kirche schriftlich zur Firmung eingeladen werden, meldeten sie sich aus freien Stücken zur Firmung an und entschieden sich mit ihrer Lebenserfahrung für diesen Schritt.

Die Firmung gehört zu den sieben Sakramenten. Nach katholischem Verständnis wird ein getaufter Christ mit der Firmung ein erwachsenes Mitglied der Kirche. Die 15 Firmkandidaten haben aus unterschiedlichen Gründen mit 15 oder 16 Jahren darauf verzichtet, sich gemeinsam mit ihrem Jahrgang firmen zu lassen, fühlen sich jetzt aber ohne die Firmung unvollständig. Dem Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann, der sie am Pfingstmontag firmen wird, erzählten sie bei einem gemeinsamen Vortreffen im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen-Werden von ihren Beweggründen.

„Es fehlte einfach etwas“, sagt eine 25-jährige Frau. Die Firmung im Jugendalter habe sie verpasst, weil der Vater erkrankte. Nun wolle sie kirchlich heiraten und vorher noch „diese Baustelle im Kopf abarbeiten“. Eine geplante Hochzeit ist für mehrere der Anwesenden der Grund, sich nun mit ihrer Firmung auseinanderzusetzen. Zwingend notwendig ist das Firmsakrament zwar nicht für eine kirchliche Eheschließung. „Aber mit Taufe und Kommunion ist man noch nicht komplett“, empfindet es eine 20-jährige. Ein junger Mann ergänzt: „Ich möchte gefirmt sein, wenn ich eigene Kinder habe.“ Einige erfüllen mit ihrer verspäteten Firmung einen großen Wunsch ihrer Eltern oder Großeltern. Eine 27-jährige Frau hatte zwar als Teenagerin die Firmvorbereitung durchlaufen, hatte sie jedoch unbefriedigend gefunden und kommt erst jetzt zu der Entscheidung, sich öffentlich zu ihrem Christsein zu bekennen.  

Für Weihbischof Zimmermann ist ein wichtiger Aspekt der Firmung, sich in die Glaubensgemeinschaft der Christen einbinden zu lassen. Die meisten der Anwesenden fühlen sich freilich nicht einer Pfarrgemeinde oder einer anderen kirchlichen Gruppe zugehörig. Dort zum Gottesdienst gehen, wo man sich wohlfühlt – das ist ihnen wichtig. Eine christlich motivierte Gemeinschaft findet einer ebenso im Betriebsrat, in dem er sich aus seinem Glauben heraus für die Kollegen engagiere. Ein junges Paar, das sich gemeinsam firmen lässt, hofft aber auch auf die Pfarrgemeinde am neuen Wohnort: „Nach vielen Umzügen haben wir jetzt ein Haus gekauft.“ In der Kirche – da wird eine junge Frau von der Runde bestätigt – gebe es „kein Hauen und Stechen wie bei anderen Großveranstaltungen, sondern eine ganz andere, friedliche Qualität des Zusammenseins“.

Ansprechpartner für Menschen, die sich firmen lassen möchten, ist im Bistum Essen Dr. Nicolaus Klimek, Referent für Sakramente und Katechese, nicolaus.klimek@bistum-essen.de. (cs)

Stichwort Firmung:

Die Firmung gehört nach katholischem Verständnis zu den sieben Sakramenten – Zeichenhandlungen für die Nähe Gottes. Nach Taufe und Eucharistie (dem Empfang der geweihten Hostie) soll die Firmung den jungen Christen als erwachsenes Mitglied mit allen Rechten und Pflichten in die Glaubensgemeinschaft aufnehmen. Während eines feierlichen Gottesdienstes betet der Bischof um den Beistand des Heiligen Geistes für den Firmling, legt ihm die Hände auf und zeichnet ihm mit dem geweihten Salböl Chrisam ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Die Grundlage der Bibel für die Firmung findet sich im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte in der Episode, in der die Jünger Jesu hinter verschlossenen Türen den Heiligen Geist empfingen und von diesem Tag an die Angst verloren, ihren Glauben öffentlich zu bekennen.

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