Offen und ehrlich miteinander sprechen

Es wird heftig diskutiert, innerhalb der Kirche und außerhalb. Der Gesprächsbedarf ist hoch. Zu einem breiten Prozess des Dialoges auf allen Ebenen ermuntert Bischof Dr. Overbeck in einem Hirtenwort die Katholiken des Bistums Essen. Dabei soll "Lähmendes" und "Belastendes" genauso zur Sprache kommen wie das, was für die Zukunft Mut macht.

Hirtenwort von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zum Dialogprozess

Das Gespräch über die Fragen zur Zukunft  der Kirche zu suchen und möglichst viele Dialogprojekte zu entwickeln, dazu ruft Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck die Katholiken des Bistums Essen auf.  „Mein Wunsch ist es, dass wir im Miteinander-Sprechen Wege finden, um die in Teilen spürbare Lähmung und Resignation zu überwinden“, schreibt der Bischof in einem Hirtenwort zum Dialogprozess, das am 18. und 19. Juni in allen katholischen Gottesdiensten im Ruhrbistum verlesen wird.

Overbeck verweist auf die Vollversammlung der deutschen Bischöfe im letzten Herbst, auf der ein breiter Prozess des Dialoges angeregt worden sei. Auch im Bistum Essen gebe es schon erste Schritte und Initiativen, um auf vielen Ebenen möglichst Viele miteinander ins Gespräch zu bringen. „Die Hoffnung ist groß, dass dabei alles zur Sprache kommt, was uns in unserem Bistum und darüber hinaus bewegt – das, was uns lähmt und belastet, aber auch das, was uns für die Zukunft ermutigt“, so Overbeck.

Die Veränderungen im Ruhrbistum innerhalb der letzten Jahre würden vielen immer noch „schwer zu schaffen“ machen. Es gelte,  Abschied von der „Volkskirche“ zu nehmen und sich darauf einzustellen, „als Katholiken in einer pluralen Gesellschaft zu leben und als Kirche im Volk eine gesellschaftliche Gruppe unter anderen zu sein“, schreibt der Bischof. Das bedeute „schmerzhafte Verluste und Abschiede von unserem gewohnten kirchlichen Leben“. Der Missbrauchsskandal habe die Situation zusätzlich verschärft.

Der Gesprächsbedarf ist hoch

In der inner- und außerkirchlichen Öffentlichkeit habe es in den letzten Monaten viele und teils heftig geführte Diskussionen gegeben. „Das zeigt mir, wie hoch der Gesprächsbedarf ist“, so Overbeck. Es werde zuviel übereinander statt miteinander geredet.  Die Kirche befinde sich in einer Krise. „Ich verstehe dieses Wort im Sinne von Wandel und Veränderung“, betont der Bischof. In solchen Zeiten gebe es auf offene Fragen keine einfachen Antworten und für Probleme keine schnellen Lösungen. Geschichtliche Entwicklungen könne man nicht zurückschrauben. „Und wir werden lernen müssen, mit vielem, was unabänderlich ist, zu leben“, so der Ruhrbischof. Um gemeinsame Positionen für den zukünftigen Weg zu „ringen“, dazu ermuntert er in seinem Hirtenwort. „Lassen Sie uns einen ehrlichen, offenen und von einem guten geistlichen Stil geprägten Austausch in unserem Bistum suchen.“ Diesen Weg des Dialoges wolle der Bischof „ganz bewusst und selbstverständlich“ mit den Katholiken des Ruhrbistums gehen. 

Die Ergebnisse der vielen Gespräche wird eine vom Bischof beauftragte Arbeitsgruppe sammeln, die die verschiedenen Dialogprojekte vernetzen und weitere Schritte anregen soll.

„Zukunft auf Katholisch“ – das ist das Motto des Dialogprozesses im Bistum Essen. Auch eine eigene Internetseite gibt es. Unter www.zukunft-auf-katholisch.de kann man Ideen und Meinungen einbringen und über eigene Veranstaltungen informieren. Auch Arbeitshilfen werden hier nach den Sommerferien vorgestellt. Das Hirtenwort des Bischofs ist in den Gemeinden erhältlich und kann auch unter www.zukunft-auf-katholisch.de heruntergeladen werden. (do)

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