„Nie wieder Terrorismus! Nie wieder Krieg“

Zum Abschluss seines Israel-Besuchs hat Papst Benedikt XVI. eindringlich zu einem Ende der Feindseligkeiten zwischen Israelis und Palästinensern aufgerufen.

Eindringlicher Friedensappell zum Abschied des Papstes in Israel

Zum Abschluss seines Israel-Besuchs hat Papst Benedikt XVI. eindringlich zu einem Ende der Feindseligkeiten zwischen Israelis und Palästinensern aufgerufen. "Nie wieder Blutvergießen! Nie wieder Kampf! Nie wieder Terrorismus! Nie wieder Krieg!", rief das 82-jährige Kirchenoberhaupt bei seiner Verabschiedung durch Staatspräsident Schimon Peres und Regierungschef Benjamin Netanjahu am Freitag in Tel Aviv.

Dabei forderte der Papst eine universelle Anerkennung des Existenzrechts Israels und betonte zugleich das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat. Erneut bekannte er sich zu einer unauflösbaren Verbundenheit zwischen Christen und Juden. Den Holocaust nannte er ein "schreckliches Kapitel der Geschichte", das nie geleugnet werden dürfe.

Er sei ebenso als Freund der Israelis wie als Freund der Palästinenser gekommen, betonte Benedikt XVI. Kein Freund beider Völker komme umhin, die seit Jahrzehnten anhaltenden Spannungen und die Leiden auf beiden Seiten zu beklagen. "Lasst die Zwei-Staaten-Lösung Wirklichkeit werden und nicht nur einen Traum bleiben", rief er. Die israelische Trennmauer um die Palästinensergebiete bezeichnete er als "einen der traurigsten Anblicke" während seines Besuchs. Er bete für eine Zukunft, die ohne solche "Instrumente der Sicherheit und der Trennung" auskomme.

Als einen der bedeutungsschwersten Momente seines Aufenthalts beschrieb Benedikt XVI. die Totenehrung in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Unzählige Juden seien "brutal vernichtet worden unter einem gottlosen Regime, das eine Ideologie von Antisemitismus und Hass propagierte". Das Gedenken daran müsse den Zusammenhalt zwischen Christen und Juden als "Zweige desselben Ölbaums" stärken.

Erneut bekräftigte der Papst die engen Beziehungen beider Religionen. "Wir werden von denselben spirituellen Wurzeln genährt", sagte Benedikt XVI. "Wir begegnen uns als Brüder." Trotz zeitweiliger Spannungen in der Geschichte seien Christen und Juden "fest verpflichtet, Brücken einer dauerhaften Freundschaft zu bauen".

Hoffnungsvoll äußerte sich Benedikt XVI. über ein friedliches Zusammenleben der Glaubensgemeinschaften: "Dieses Land ist in der Tat ein fruchtbarer Boden für Ökumene und interreligiösen Dialog." Er bete, dass die Vielfalt religiösen Zeugnisses in gegenseitigem Verständnis und Respekt Frucht bringe.

Auf seiner bislang anspruchsvollsten Reise hatte Benedikt XVI. Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete besucht. Zu den Höhepunkten der achttägigen Pilgerfahrt und Friedensmission zählten der Moscheebesuch in Amman, die Ehrung der jüdischen NS-Opfer in der Jerusalemer Gedenkstätte Jad Vaschem und ein Aufenthalt im palästinensischen Bethlehem. An den heiligen Stätten und bei Treffen mit religiösen und politischen Führern in der Region rief der Papst zum interreligiösen Dialog und zum Frieden in Nahost auf. Zugleich ermutigte der die Christen, trotz widriger Umstände im Heiligen Land zu bleiben. (KNA)

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