Nicht in der Asche der Geschichte herum stochern

Die Erinnerung an den Beginn des Konzils vor 50 Jahren ist nach Ansicht des Essener Bischofs Dr. Franz-Josef Overbeck keine Einladung, in der Asche der Geschichte herum zu stochern. Vielmehr gehe es darum, das Feuer der Kirche frei zulegen.



Ruhrbischof erinnert an den Beginn des Konzils vor 50 Jahren


Mit einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat das Bistum Essen am Donnerstagabend, 11. Oktober, den 50. Jahrestag des Beginns des II. Vatikanischen Konzils und die Eröffnung des „Jahr des Glaubens“ gefeiert.

An das am 11. Oktober 1962 in Rom begonnene Konzil zu erinnern, sei „keine Einladung, in der Asche der Geschichte herum zu stochern“, betonte der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in seiner Predigt. Vielmehr gehe es darum, „das Feuer der Kirche frei zu legen, von dem sie her leuchtet“. Dieses Feuer, so Overbeck weiter, habe einen Namen: Jesus. „Nur von ihm her ist die Kirche. Er ist in ihrer Mitte und von ihm her leben wir im Glauben.“

Es erstaune ihn nicht, dass die Kirche nach wie vor in vielfacher Weise in aller Munde sei, so der Bischof.  Die Kirche interessiere viele. Das gelte sowohl für das, wofür sie stehe und eintritt, als auch für das, was sie falsch mache, wo sie zögerlich bleibe, lange nachdenke und nicht das tue, was viele von ihr erwarteten. Nach wie vor wollten Menschen wissen, was die Kirche angesichts der Entwicklungen in Wirtschaft und Politik, bei sozialen, medizinischen oder ethischen Themen zu sagen habe. Overbeck: „Zugleich erkennen viele Zeitgenossen, dass die Kirche lebendig ihren Weg durch die Geschichte geht.“ Sie sei dabei „in ständigen Wandlungen begriffen und bleibend bezogen auf ihr Fundament“.

Die Kirche, so der Bischof, sei dort  lebendig, „wo sie in ihrer Mitte und aus ihre Mitte lebe“. Nur so geschehe, was Papst Johannes XXIII.  mit dem II. Vatikanischen Konzil und mit der Kirche auf den Weg bringen wollte: ihre beständige Erneuerung. Er wisse, dass das manchmal schmerzlich sei und Kraft koste. Overbeck: „Neue Wege zu betreten, den Mut zu haben, die Richtung neu zu bestimmen, das geht nur, wenn wir uns neu auf Jesus, eben auf das Licht, besinnen, das uns den Weg erhellt und voran leuchtet.“

Er wünsche sich eine Kirche, die auf Christus als Licht verweise und zu den Menschen bringe, so der Bischof. „Ich wünsche mir eine Kirche, in der die Menschen wirklich gerne zum Gottesdienst gehen, eine Kirche, die bei den Menschen in Not ist und ein Kirche, wo Menschen Gemeinschaft finden, nicht nur, weil sie allein sind, sondern weil sie wissen, das Glaube in Gemeinschaft stark macht.“ (ul)

Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck



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