„Nicht die grünen Bäume, sondern die Fördertürme haben uns geprägt“

"Storys, ehrlich, wo du hinguckst. Die liegen praktisch auf der Straße, die musst du nur aufheben!" Genau von diesen Geschichten aus dem Alltag im Ruhrgebiet erzählt der Autor Frank Goosen in seinen Romanen. Nun war er zu Gast im Medienforum Essen.

Autor und Kabarettist Frank Goosen zu Gast im Medienforum

Trotz der Vollsperrung auf der Autobahn 40 fand ein Bochumer Urgestein den Weg in die Aula des Essener Generalvikariates. Frank Goosen, Autor und Kabarettist, war der Einladung des Essener Medienforums gefolgt und las vor über 150 Besuchern aus seinem aktuellen Buch „Sommerfest“. Der Roman erzählt von den Erlebnissen eines etwa 40-jährigen Mannes, der nach vielen Jahren wieder in seinen Geburtsort Bochum zurückkehrt, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Geplant ist nur ein kurzer Besuch, doch die unerwarteten Treffen mit alten Bekannten lassen die Erlebnisse aus seiner Kindheit im Ruhrgebiet wieder aufleben. Geschrieben in der Sprache des Ruhrgebietes wirken die Erzählungen sehr authentisch. Gepaart mit seinem kabarettistischen Können, erweckte Goosen während der Lesung in der Aula alltägliche Szene „ausse Heimat“ zum Leben.

Bekannt ist der Bochumer für seine Romane über den Alltag im Ruhrgebiet. So schreibt der überzeugte Ruhrgebietler gerne einmal von seiner „geliebte Omma mit die tofften Rouladen“ oder vom Blick von einer Eisenbahnbrücke und der damit verbundenen Feststellung „woanders is auch scheisse“.  Kritiker werfen Goosen oft vor, das Klischee des Ruhrgebietes zu bedienen und die Entwicklungen des Strukturwandels auszublenden. Für den Autor ist es jedoch von großer Bedeutung, sich immer wieder deutlich zu machen, dass die „regionale Identität des Ruhrgebietes auf der Vergangenheit“ basiert. „Nicht die grünen Bäume, sondern die Fördertürme haben uns geprägt“, erklärte Goosen vor der Lesung. Die Tradition des Ruhrgebietes dürfe nicht vollständig durch die Moderne abgelöst werden. (ja)

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