„Nicht auf Kosten der nachwachsenden Generation wirtschaften“

Der Kirchensteuerrat im Bistum Essen hat den Haushaltplan für 2016 verabschiedet. Im Vergleich zum Plan für 2015 bleibt das Volumen mit 230 Millionen Euro konstant.

Bistum Essen verabschiedet Haushaltsplan für 2016

Das Bistum Essen erwartet 2016 ein Netto-Kirchensteueraufkommen von 166 Millionen Euro. Damit läge die wichtigste Einnahmequelle der katholischen Kirche an Rhein, Ruhr und Lenne zwar rund eine Million Euro höher als im Plan des laufenden Jahres, aber rund zehn Millionen Euro niedriger als 2014. Das geht aus dem Haushaltsplan hervor, den der Kirchensteuerrat des Bistums Essen jetzt verabschiedet hat. Für die kommenden Jahre erwartet das Gremium in etwa gleich bleibende Kirchensteuer-Einnahmen – vorausgesetzt die Wirtschaftslage entwickelt sich weiterhin so positiv wie derzeit. Dennoch würden sich die finanziellen Möglichkeiten der Kirche verringern, mahnt Generalvikar Klaus Pfeffer: Kurzfristig schon allein aufgrund der Preissteigerung, mittel- und langfristig aber auch durch strukturelle Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. „Deshalb dürfen wir jetzt nicht auf Kosten der nachwachsenden Generation wirtschaften, sondern müssen in Bereiche unserer Kirche investieren, in denen heute – aber auch morgen und übermorgen – möglichst viele Menschen von den Angeboten und der Botschaft unserer Kirche profitieren.“

2014 betrug das Kirchensteueraufkommen des Bistums Essen 176 Millionen Euro (netto). Im laufenden Haushaltsjahr 2015 erwartet die Finanzverwaltung des Ruhrbistums 165 Millionen Euro (netto), nachdem zuvor die Gebühren für den Einzug der Kirchensteuer an die Finanzämter (drei Prozent) abgeführt sowie die Zahlungsverpflichtungen aus Kirchenlohnsteuerverrechnungen gegenüber anderen Diözesen (Clearing) erfüllt worden sind. Der Rückgang im Plan des laufenden Jahres um 10 Millionen Euro gegenüber 2014 ist in erster Linie auf Clearing-Effekte zurückzuführen. Der Kirchensteuer-Eingang über die Finanzämter war sogar leicht positiv, wenngleich deutlich geringer als im Vergleich zu anderen Diözesen.

Haushaltsvolumen bleibt konstant

Der jetzt vom Kirchensteuerrat verabschiedete Etat für 2016 weist mit 230 Millionen Euro das gleiche Gesamtvolumen aus wie im Vorjahr. Neben den Kirchensteuern erhält das Ruhrbistum Zuwendungen und Kostenerstattungen von rund 39 Millionen Euro, zum größten Teil aus Zuwendungen des Landes für die Schulen des Ruhrbistums (rund 33 Millionen Euro). Zudem geht die Finanzverwaltung des Bistums von Erträgen aus dem Betrieb von Bildungseinrichtungen, Mieten, Pachterlösen und Zinsen in Höhe von rund 11 Millionen Euro aus.

Gut 90 Millionen Euro der Aufwendungen fließen in die Arbeit der Pfarreien und Gemeinden sowie in die Kategorial-Seelsorge (Krankenhaus-, Altenheim-, Gefangenen- und Hochschulseelsorge, Seelsorge in Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie Notfallseelsorge). Rund 43 Millionen Euro sind für den Unterhalt der Bischöflichen Schulen bestimmt. Für caritative Aufgaben werden knapp 14 Millionen Euro bereitgestellt. Für den Bereich Bildung sowie Kinder- und Jugendarbeit sind weitere gut 11 Millionen Euro eingeplant. In diesen Gesamtaufwendungen sind die Personalkosten in Höhe von knapp 88 Millionen Euro enthalten, dies entspricht fast 39 Prozent des Haushaltsvolumens.

Überdiözesane Verpflichtungen schlagen mit etwa 7 Millionen Euro zu Buche, für die Gebühren zur Einziehung der Kirchensteuer an die Finanzämter plant das Ruhrbistum knapp 5 Millionen Euro ein. Weitere 7 Millionen Euro wird das Bistum an andere Diözesen abführen für Kirchensteuerzahler, die zwar im Ruhrbistum arbeiten – weshalb deren Kirchensteuer zunächst an das Ruhrbistum fließt – aber nicht dort wohnen.

Rückgang beim Jahresergebnis erwartet

Nach einem Jahresergebnis von 23 Millionen Euro im vergangenen Jahr, mit dem das Bistum Essen seine Rücklagen gestärkt hat, erwartet Finanzdirektor Dr. Daniel Beckmann für das laufende Jahr nur noch ein Jahresergebnis im niedrigen einstelligen Bereich. Grund hierfür sind der Rückgang beim Netto-Kirchensteueraufkommen und gestiegene Ausgaben. Vor diesem Hintergrund, aber auch mit Blick auf die demografische Situation im Ruhrbistum und die unsichere Wirtschaftslage müssten sich die Katholiken darauf einstellen, dass die Kirche an Rhein, Ruhr und Lenne in den kommenden Jahren immer weniger Geld zur Verfügung hat. „Wir wollen die Zukunftsfähigkeit unserer Kirche sichern und jede finanzielle Schieflage verhindern“, betont Beckmann. Deshalb würden nach und nach alle Bereiche auf ihre finanzielle Tragfähigkeit überprüft. „Wir werden es uns nicht leisten können, dauerhaft alles zu finanzieren. Wir werden Prioritäten setzen müssen“, betont der Finanzchef. (tr)

Weitere Informationen zu den Finanzen des Bistums Essen gibt es hier.

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