von Thomas Rünker

Münsterbauverein saniert weitere Fassaden der Anbetungskirche

Fassade an der Kettwiger Straße und Turm sind eingerüstet. Im Laufe des Jahres stehen weitere Projekte auf der Dominsel an. Frisch sanierte Kreuzigungsgruppe ist nicht nur in der Karwoche ein beliebtes Fotomotiv.

Kirche an der Kettwiger Straße ist eingerüstet.

Nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr ist die Anbetungskirche an der Kettwiger Straße derzeit wieder eingerüstet. Nun widmen sich Fachleute der linken und der rechten Seite der Fassade an Essens beliebtester Fußgängerzone und den drei von der Straße abgewandten Turm-Seiten. „Im Mittelpunkt stehen wieder die Fugen“, erklärt Dombaumeister Ralf Meyers. Diese waren zuletzt beim Wiederaufbau nach dem Krieg ausgebessert worden. Seitdem haben sich an vielen Stellen Risse gebildet, durch die Regenwasser eingedrungen ist und bei Frost Teile der Fugen und Steine abgesprengt hat. Nun werden alle Fugen gereinigt und neu verschlossen, auch lose Steine werden wieder befestigt oder ausgewechselt. Am Ende werden die gesamten Fassaden-Bereiche gereinigt, „dann sehen sie noch ein wenig heller aus“, erläutert Meyers.

Insgesamt investiert der überkonfessionelle Münsterbauverein in diesem Jahr 225.000 Euro für Arbeiten auf der Dominsel. Dabei stammt das Geld nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern aus Mitgliedsbeiträgen des Vereins, Spenden und Zuwendungen der Westlotto-Gesellschaft für den Denkmalschutz. Neben den Fassadenarbeiten stehen im Laufe des Jahres unter anderem noch Überprüfungen und Erneuerungen an der Brandmeldeanlagen im Dom und in der Anbetungskirche sowie ein neues Schieferdach für die Domschatzkammer an. Dabei muss Dombaumeister Meyers die Arbeiten in diesem Jahr besonders gut planen, damit sich die Dominsel im Sommer möglichst Gerüste-frei präsentiert: In der ersten Juli-Woche feiert der Dom die Weihe des gotischen Kirchenschiffs vor 700 Jahren.

Ein vielbeachtetes Foto-Motiv – gerade in diesen Tagen der Kar- und Osterzeit – ist die frisch instand gesetzte Kreuzigungsgruppe neben der Anbetungskirche. In mühevoller, wochenlanger Kleinarbeit hatte die Steinbildhauerin Chari-Juliane Tihanyi die 170 Jahre alten Figuren und Kruzifixe im vergangenen Herbst repariert und gereinigt.

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